Review - TrackMania Turbo für Nintendo DS

Leserbeitrag
9

TrackMania, mittlerweile kennt diese Rennspielserie jeder PC-Spieler auf diesem Globus. Schon seit 2003 liefert sich die Community heiße Online-Rennen und tauscht untereinander selbst erstellte Strecken. Doch der Durchbruch wurde erst 2006 geschafft denn in diesem Jahr erschien TrackMania Nations ESWC, der kostenlose Ableger aus NADEO’s TrackMania Serie.

Bei PC Spielern schon längst in aller Munde, aber auf Konsole oder gar Handheld ein Fremdwort. Dies änderte sich ende 2008, das von Firebrand Games entwickelte TrackMania DS brachte einige Veränderungen. Es ist das erste TrackMania, welches nicht für Windows entwickelt wurde, auch NADEO, das Studio der Schöpfung hat nichts mit dem Tietel zu tun. Aufgrund der vielen Bugs ähnelt das verkaufte Spiel eher einer Beta- oder gar Alphaversion. Die Fangemeinde war empört über die schäbige Umsetztung. Seit kurzem ist jedoch TrackMania Turbo erhältlich, selber Entwickler, selbe Engine, aber auch gleich schlecht?

1+3: Die Umgebungen

Der neuste Ableger der Serie beinhaltet nun 4 unterschiedliche Umgebungen, Stadium, Island, Snow und Coast. Ersteres war auch schon in TrackMania DS enthalten. Doch warum nochmals? Ganz einfach! Durch TrackMania Nations sind die meisten Spieler erst auf den Streckenbaukasten gestoßen und somit ist das Stadion eine vertraute Umgebung und dient schon länger als Zugpferd der Serie.

Spielmodi

In TrackMania Turbo gibt es wieder die altbewährten Spielmodi, die einige schon vom PC kennen.

Rennen: Zum beginn kann die Anzahl der Ghosts ausgewählt werden, jede Medaille bekommt einen Ghost zugewiesen, den ihr schlagen müsst.

Puzzle: Ihr gelangt in den Streckeneditor. Dort sind Blöcke vorgegeben, die ihr passend verbinden müsst, um schnellstmöglich ans Ziel zu kommen.

Plattform: Hier geht es um Geschicklichkeit. Bewältigt die Strecke mit möglichst wenigen Resets.

Steuerung

Die Steuerung gestalltet sich genau so wie beim vorgänge: Lenken mit dem Steuerkreuz, Gas liegt auf A, Bremse auf B, mit Y wird das Rennen neu gestartet und mit X am zuletzt passierten Checkpoint resetet. Die Rechte Schultertaste ist der Hupe zugewiesen, mit Select kann die Ansicht verändert und Start öffnet das Menü.

Neu ist allerdings, dass es eine Alternative Steuerung gibt, hierbei wird auf L die Bremse gelegt, auf R das Gas, A ist dann die Hupe, der Rest bleibt unverändert.

Grafik

Grafisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Man sieht über die gesammte Strecke, die Autos werfen, wenn auch nur einfach gehaltene Schatten. Für den mittlerweile etwas angestaubten Nintendo DS ist die Qualität schon in der Höheren Liga anzusiedeln. Doch es gibt auch die Schattenseite der Darstellung. Kleinere Dekostücke können plötzlich am Straßenrand aufpoppen und manchmal tauchen Grafikfehler an den Verbindungen zwischen den Dirt-Strecken in Stadium auf, welche etwas irritieren können, aber keinen Einfluss auf das Fahrzeug haben.

Sound

Für TrackMania Turbo, bzw. TrackMania Wii wurden extra neue Musikstücke komponiert. Die Menümusik hat etwas von ?Rennfahrer-VIP-Lounge” und könnte etwas rasanter sein. Stadion bekommt die Melodie aus einen der Wii Trailer, Snow hat natürlich einen asiatischen Einschlag, der ähnlich wie im Ur-TrackMania mit einer E-Gitarre untermalt wird, aber nicht sehr rockig gestaltet wurde. Island bekommt auch eine Trailer Melodie spendiert, also poppig und flippig. Zuletzt noch Coast, sehr schwer zu beschreiben, geht aber in richtung Akustikgitarre mit Synthesizer.

Die Motorgeräusche sind in jeder Umgebung die selben und entspringen aus dem Stadion, schade, hätte auch besser gelöst werden können, denn der Jeep in Snow hört sich jetzt an wie ein Formel 1 Wagen.

Spielphysik

Der erste Versuch des mobilen TrackManias basiert auf der selben Engine wie Turbo, die Octane Engine. Beim durchfahren eines Loopings wurde immer auf eine konstante Geschwindigkeit abgebremst und die Autos sind wie Steine zu Boden gefallen, in Stadium sind Autos nicht von Hängen runtergerollt und es kam öfters vor, dass die Fahrzeuge durch die Strecke fallen und nach dem Sprung ist das Auto beim Aufprall wie ein Flummie weiter gehüpft.

Der zweite versuch (jetzt geht es um TrackMania Turbo), ist da weitaus mehr geglückt. Straßen sind jetzt nicht mehr mit dem Auto zu durchdringen, nur ein einziges Mal ist das Auto bei einer Blockverbindung durchgefallen. Loopings können jetzt auch mit beliebigem Tempo durchfahren werden und die Reifen enthalten weniger Gummi, denn das Springen nach der Landung hat fast aufgehört! Es wurde jeder einzelne Fehler des Vorgängers ausgebessert. Während des Sprungs kann nun das Auto in eine Richtung gedreht werden, Airbrakes, also das Bremsen in der Luft um den Flugweg zu verkürzen sind jetzt leider nicht mehr möglich. Sehr schön ist, das in Island und Coast die Autos wie ein flacher Stein über das Wasser flitzen.

Das Fahrverhalten der Autos ist an die PC Version angelehnt, kommt aber verständlicher weiße nicht ganz an das Vorbild heran. Nach kurzer Eingewöhnung kommt aber jeder damit zurecht. Stadium fährt sich fast wie auf dem PC, in Island muss mit dem Gas gut umgegangen werden, um die Kurve schnellstmöglich zu passieren. Snow hat die direkteste Lenkung und kommt somit um fast jede Kehre mit voller Geschwindigkeit herum. Einzig Coast vermittelt nicht das PC-Gefühl. Das Auto Driftet nicht so extrem weshalb die Kurven mit hoher Geschwindigkeit passiert werden können.

Editor

Der Editor ist das Herzstück des Spiels. Hier können nach Herzenslust Strecken entworfen werden.

Die verfügbaren Blöcke decken fast alle Wünsche ab, Schlammstrecken für Stadium, Wallrides in Island, Gitterröhren in Snow und Rennstreckenteile (breite Fahrbahnen) in Coast. Die Blöcke sind jedoch stark in Untergruppen sortiert und somit verschachtelt, ist aber mit etwas Übung machbar.

Steuern lässt sich der Editor mit Stylus und Steuerkreuz, bzw. A,B,X,Y-Tasten für Linkshänder.

Hier sind leider nicht die Streckenausmaße der PC Teile möglich, aber wer sich geschickt anstellt und oft die Selben Teile in einer Strecke benutzt, kann über 120 Blöcke setzten.

Shop

Auch dieses Mal ist ein Shop enthalten. Hier kann die Virtuelle Währung, die sogenannten Coppers gegen neue Strecken, Streckenbauteile und Skins getauscht werden. Coppers verdient ihr indem Rennen gefahren werden.

Multiplayer

Der Multiplayer von TrackMania DS war der größte Kritikpunkt: Keinen Online Multiplayer! Und gerade dass hat die PC Version ausgemacht. Zum Glück hat Firebrand nicht nochmals den Fehler begonnen. TrackMania Turbo unterstützt Online Spiele und hat eine eigene Rangliste. Auch für Lokale Unterhaltung ist gesorgt:

Multicard Spiele erlauben es jede Strecke auszuwählen, auch eigene Kreationen und im Singlecard Modus alle Strecken aus der Rubrik ?Leicht? und das zu viert. Zudem können Online und im LAN Strecken getauscht werden. Im Hotseat Modus können 8 Spieler an nur einer DS Konsole Spielen. Jeder Spieler hat ein Zeitlimit und es wird abwechselnd gefahren. Die 3 besten Runden werden für andere Spieler als Ghosts angezeigt.

Fazit

TrackMania Turbo ist ein gelungenes Rennspiel und kann fast mit Mario Kart mithalten. Die Probleme aus dem Vorgänger wurden beseitigt und neue Features hinzugefügt. Der Singleplayer bietet gute Unterhaltung und durch das Tauschen von Strecken im Onlinemodus ist immer für Nachschub gesorgt, wobei hier erwähnt werden muss, dass dies nur unter Freunden möglich ist, aber dank der Community sollte der Austausch von Freundescodes kein Problem darstellen. Die Grafik ist für Nintendo DS Verhältnisse sehr gut und die Physik der Fahrzeuge perfekt und war noch nie in dieser Form auf diesem Handheld vertreten.

Das TrackMania-Phänomen ist nun endlich auf den zweiten Anlauf auf Nintendo’s Handheld portiert worden.

Weitere Themen: Nintendo

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz