Hunted - Die Schmiede der Finsternis - Hirntot - Spiele als Hindernis: Warum ihr diesen Titel übersehen dürft

Tobias Heidemann
2

Wenn zwei befreundete Söldner in ein Netz aus Intrigen, Wirrungen und feindlichen Streitkräften mit einer Superwaffe geraten, dann ist das die ideale Vorlage für ein typisches Buddy-Movie. Hievt man diese Prämisse mit Third-Person-Perspektive auf eine Konsole und baut jede Menge Koop-Action ein, dann erhält man das durchaus unterhaltsame “Army of Two”. Und wenn man die ganze Nummer in ein Sword & Sorcery Fantasy Szenario verfrachtet?

Hunted - Die Schmiede der Finsternis  - Hirntot - Spiele als Hindernis: Warum ihr diesen Titel übersehen dürft

Glückwunsch, ihr habt soeben gedanklich “Hunted – Die Schmiede der Finsternis” erschaffen. Also spielen wir in dem aktuellen Action-Adventure nicht die rüpelnden Partygemüter Rios und Salem, sondern die mit einem Bogen bewehrte Elfendame E’lara (Apostrophe sind die Hipster-Brillen der Fantasywelt) und den Vin Diesel Verschnitt Caddoc.

Die beiden begegnen bei einem Auftrag der blassen Seraphine, einer magiebegabten Gruftie-Dame, die Caddoc bereits zuvor in einem prophetischen Traum erschien. Das wandelnde Dekolleté ist die Tochter des Oberbürgermeisters des nahegelegenen Dorfes Dyfed und schickt das ungleiche Paar auch prompt in selbiges, um ihren Vater zu kontaktieren – als Belohnung für diese einfache Aufgabe winken Macht und Reichtum. Auf dem Weg werden die Haudegen jedoch angegriffen von den Wargar bzw. den Orks bzw. der dunklen Brut, einer Rasse blutrünstiger Monster, die auch noch eine Art Supertrank besitzen, der ihnen große Macht verleiht. Von nun an geht es nur noch bergab…

Es gibt so Storys, die passieren eben mal nebenbei, die von Hunted ist so eine. “Zwei Söldner geraten bei einem Auftrag in eine größere Verwicklung”, japp, das kennen wir. Im Grunde ist bereits das Spielecover die Zusammenfassung der Handlung: E’lara und Caddoc kämpfen sich durch Zeugs. Diese Prämisse funktioniert hier genauso gut bzw. schlecht wie überall sonst, aber bereits nach kurzer Zeit gerät das ungleiche Paar von einer Verwicklung in die nächste und bald hat man vergessen, worum es überhaupt ging. Irgendwas mit Hexen, Zaubertränken und Elfen. Charmed trifft auf Asterix trifft auf Peter Pan oder so.

Spielerisch ist Hunted zwar ein zweischneidiges Schwert, aber beide Schneiden sind stumpf. Caddoc ist tendenziell eher ein Nahkämpfer, E’lara natürlich eine Bogenelfe. Allerdings können beide Recken auf Knopfdruck jeweils die entgegengesetzte Rolle übernehmen, Caddoc hat dann eine Armbrust, E’lara ein Schwert. Zaubern können sie beide und je nach angenommener Rolle werden in größtenteils linearen Leveln Wargar, Skelette, Riesenkäfer und andere Stereotype zerschnetzelt.


Der Nahkampf ist dabei so monoton wie nur irgendetwas, ein beständiger Rhythmus aus Schlagen und Blocken führt zum Erfolg und lädt einen Balken auf, der dann einen stärkeren Schlag ermöglicht, tausendmal gesehen. E’laras Bogen wird von einem sehr großzügigen Auto-Aiming geführt, die einzige Abwechslung hier ist, dass sich die fesche Elfe in Feuergefechten gegen andere Bogenschützen hin und wieder hinter hüfthohen Blockaden ducken muss, so dass das Spiel dann ein deckungsbasierter Shooter wird. Hin und wieder sinkt eines der Monster auf die Knie und darf mit einem (sich leider oft in der Animation wiederholenden) Finisher auf die Bretter gelegt werden. Das sieht zwar ganz nett aus, ist aber, da die Welt dabei nicht angehalten wird, eher hinderlich und gefährlich.

Und das war’s im Wesentlichen. Beide Kämpfer finden in den zumeist zappendusteren Leveln Kristalle, die ihnen in regelmäßigen Abständen erlauben, neue Fähigkeiten und Zauber zu lernen. Diese Fähigkeiten sind ausnahmslos offensiver Natur und da die Gegner sich in aller Regel durch Angriffs-Spam zerlegen lassen und sich alle Skills dieselbe Kraft- bzw. Manaleiste teilen, die bei Verwendung geleert wird, ergibt es kaum Sinn, mehr als eine Fähigkeit zu lernen. Durch bestimmte Taten, etwa das Erlegen von Gegnern und das Einsetzen von Zaubern, werden passive Boni freigeschaltet. Diese reichen von mehr Plätzen zum Tragen von Tränken bis zu permanenten Schadensboni. Das ist immerhin ganz unterhaltsam und nach einer Weile sind die ungleichen Söldner fühlbar mächtiger als noch zu Beginn.

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz