Wie ging es los?

Da ich nach der Grundschule sowieso jeden Tag die Nachmittags-Cartoons von RTL 2 geschaut habe, ging natürlich auch Pokémon nicht an mir vorbei. So war es schnell um mich geschehen – die Serie wurde zum täglichen Pflichtprogramm, parallel dazu musste natürlich auch das Spiel her: Pokémon: Blaue Edition für meinen halbdurchsichtigen Gameboy Pocket. Wann immer die Zeit es erlaubte, wurde gezockt: Ob zu Haus auf dem Sofa während mich die “Kickers” oder “Dragonball” aus dem Fernseher beschallen oder während den Pausen auf dem Schulhof.

Was ich geliebt habe?

Mein unbesiegbares Pokémon-Team, was sonst? Das waren Dragoran, Glurak, Zapdos, Mewtu, Gengar und Simsala, sofern mich meine Erinnerung nicht täuscht. Sich sein eigenes Team hochzuzüchten und zu experimentieren hat einfach unheimlich viel Spaß gemacht – irgendwann war ich dann so stark, dass kein Trainer in der gesamten Kanto-Region auch nur den Hauch einer Chance gegen mich hatte. Wie auch, wenn über die Hälfte meines Teams auf Level 100 war, dem Maximallevel. Wer das Spiel kennt, kann sich jetzt ungefähr vorstellen, wieviele Stunden ich in das Spiel versenkt habe…

Was ich gehasst habe?

Zufallsbegegnungen! Höhlen! Zubats! Kangama! Man, das hat genervt: Alle zwei Schritte wurde man von wilden Pokémon angesprungen, musste das viel zu lange Kampfintro über sich ergehen lassen und dann entweder fliehen oder gegen das Vieh kämpfen.

Und dann war da noch die Safari-Zone, die mich mit dem super-seltenen und unglaublich scheuen Kangama zur Weißglut getrieben hat – schlussendlich konnte ich das Pokémon-Känguru aber fangen und hatte somit alle 150 Pokémon in meinem Besitz. Ebenfalls unschön war die wackelige Balance: Wenn man sich auf ein kleines und somit schneller aufzulevelndes Team konzentrierte, hatte man es in der Regel sehr viel einfacher als mit einer Gruppe aus sechs Pokémon.

FunFact:

Kurz nach dem Release machte bereits das Gerücht die Runde, man könne das legendäre Pokémon Mew im Spiel ergattern. Zuvor hieß es, das begehrte Pocket Monster sei nur auf speziellen Nintendo-Events zu kriegen. Die angeblichen Methoden, an Mew heranzukommen, waren so abgedreht wie erfolglos – lange galt das putzige Psycho-Pokémon als Mythos, dabei gibt es tatsächlich einen Weg, Mew zu fangen. Der ist aber zu komplex und langwierig, um ihn hier zu beschreiben…

Das Erbe:

14 Anime-Staffeln, 14 Kinofilme, fünf Generationen an Handheld-Spielen und diverse Spin-Offs – Pokémon wurde zur absoluten Mega-Franchise, die bis heute ihre Faszination auf Jung und Alt gleichermaßen ausübt. Die Pokémon-Videospiele gehören mit über 200 Millionen verkauften Einheiten zu den erfolgreichsten Games überhaupt. Rot und Blau allein gingen geschätzte 24 Millionen Mal über die Ladentheke und sind somit neben Tetris das zweiterfolgreichste Spiel auf dem Gameboy. Inzwischen gibt es über 600 Pokémon, erst vor ein paar Monaten erschien mit Pokémon Schwarz/Weiß die aktuelle Generation für den Nintendo DS und brach Verkaufsrekorde in Japan. Was sagt uns das? Ganz einfach: Pikachu und Co. werden uns noch für sehr lange Zeit begleiten…