Nintendo Switch: Als mobile Konsole eine totale Enttäuschung [Kommentar]

Kaan Gürayer
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Nach Monaten der Gerüchte hat Nintendo gestern endlich seine neue Konsole vorgestellt. Die Nintendo Switch scheint auf den ersten Blick Heim- und Mobilkonsole gekonnt zu vereinen. Gegen die Übermacht der Smartphones hat die Switch aber keine Chance. 

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Nintendo Switch - Ankündigungsvideo

Um Punkt 16:00 Uhr deutscher Zeit war es gestern soweit und die Nintendo Switch wurde in einem Teaser erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Trotz der kurzen Spielzeit von gut 3,5 Minuten ermöglichte das Video einen detaillierten Einblick, was wir von der Switch zu erwarten haben.

Bei der Nintendo Switch, bislang unter dem Codenamen „NX“ bekannt, handelt es sich im Kern um ein Gaming-Tablet, das über ein spezielles Dock mit dem TV verbunden werden kann. Möchte man sein Spiel unterwegs weiter zocken, zieht man die Tablet-Einheit heraus, befestigt die sogenannten „Joy-Con-Controller“ an beide Enden des Geräts – et voilà, schon hat man eine tragbare Spielkonsole, die grafisch mindestens auf dem Niveau der Wii U liegt und mobiles Gaming mit Zelda, Mario und Co. auf ein neues Level hievt.

So glaubt es zumindest Nintendo und hat uns gestern im Teaservideo gezeigt, wie sich das japanische Unternehmen die Videospielzukunft vorstellt. Allein: Zwischen Theorie und Praxis liegt ein großer Unterschied, denn zumindest als mobile Spielekonsole dürfte die Switch wohl einen ziemlich schweren Stand haben.

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Nintendo Switch: Tablet mit mindestens 6-Zoll-Display

Zwar hat sich Nintendo noch nicht zu den Spezifikationen der Tablet-Einheit geäußert – dem Video nach zu urteilen wird der Bildschirm aber mindestens eine Diagonale von 6 Zoll besitzen, wenn nicht gar 7 Zoll. Zum Vergleich: Das Gamepad der Wii U, das von vielen Videospielern bereits als grobschlächtig verschrien wurde, besitzt eine Displaydiagonale von 6 Zoll. Ein iPad Mini ist mit 7,9 Zoll nur unwesentlich größer.

Und dieses Tablet, um einen Augenblick in Nintendos Gedankenwelt zu verbleiben, sollen Gamer in Zukunft also die ganze Zeit mit sich schleppen – im Ernst? Mit den angesteckten Controllern ist die Switch sogar noch viel größer und unhandlicher.

Man reibt sich die Augen und fragt sich verwundert, was der Konzern sich bei der Entwicklung gedacht hat. Immerhin ist Nintendo der wohl größte Pionier, was mobiles Gaming angeht und sollte seit dem Sieg des Gameboy über den Sega Game Gear wissen, dass vor allem Portabilität über Wohl und Weh von Handheld-Konsolen entscheidet. Die Switch ist jedoch viel zu sperrig, um als mobile Spielkonsole durchzugehen. Schaut man sich das Teaservideo aber an, steht genau der mobile Aspekt im Vordergrund, und nicht das Dasein als Heimkonsole.

Nintendo skizziert eine groteske Welt

Im Video skizziert Nintendo eine fast schon groteske Welt, in der Hundebesitzer lieber gebannt auf die Switch starren und Zelda zocken, während der Köter alleine und unbeaufsichtigt seine Runden dreht und sich Partygäste auf einer Dachterrasse anschweigen und gegenseitig beim Videospielen zuschauen, statt miteinander zu reden. Gemeinsam einsam.

Trotz der Ausmaße, die wohl am besten mit dem englischen Wörtchen „bulky“ beschrieben sind, könnte die Nintendo Switch als mobile Konsole wohl ein Erfolg werden – wenn wir im Jahr 2005 leben würden. Wer damals auch unterwegs hat zocken wollen, konnte nur zum Nintendo DS oder der Playstation Portable greifen.

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