Ouya: Eine 99$-Android-Konsole für Free2Play-Games – Kann das funktionieren?

Das ist doch mal ein ehrgeiziges Projekt für ein kleines Start-Up-Unternehmen. Eine eigene Spielekonsole, die Android als Betriebssystem nutzt und ausschließlich Free2Play-Titel anbietet. Ohne Überwachung darf jeder Entwickler wie er mag, digitale Spiele herausbringen, es gibt keine Querelen mit irgendwelchen Publishern oder den Konsolen-Herstellern. Zu schön um wahr zu sein?

Ouya: Eine 99$-Android-Konsole für Free2Play-Games – Kann das funktionieren?

Normalerweise würde die Ankündigung von Ouya wohl gar keine so großen Kreise ziehen. Was es jedoch so besonders macht, ist das Team, das dahinter steht. Gründerin und CEO von Ouya ist Julie Uhrman, vormals Vize-Chefin von Gamefly und Leiterin des Downloadgeschäfts von IGN. Ed Fries, ehemaliger Vizepräsident für Game Publishing bei Microsoft und “Vater” der Xbox steht als Berater zur Seite und Yves Behar wurde als Designer rekrutiert. Behar ist mit verschiedenen, sehr  ehrgeizigen Projekten bekannt geworden. So rief er etwa das Projekt “One Laptop Per Child” ins Leben, die durch Spenden 500 Millionen Kinder auf der Welt mit Laptops ausstatten will. Dafür haben sie selbst verschiedene, billig zu bauende Laptops konstruiert und hergestellt. Muffi Ghadiali, der als Produktmanager bei im Lab126 gearbeitet hat, ist ebenfalls dabei. Dort wurde etwa das extrem erfolgreiche Amazon Kindle gebaut.

Die Köpfe hinter dem Bau von Laptops, der Xbox, Amazons Kindle und Gamefly haben sich also zusammengefunden, um eine neue Art von Konsole zu bauen. Dass es nur ein Megakonzern mit Nintendo, Sony und Microsoft aufnehmen könnte, wissen sie wohl selbst am besten. Deshalb scheinen sie sich dafür entschieden zu haben, eine komplett neue Herangehensweise zu finden.

Der/Die/Das Ouya scheint auf den ersten Blick so etwas wie ein viereckiges Android-Smartphone fürs Wohnzimmer zu werden. Jederzeit hackbar, mit einer Infrastruktur, auf die jeder Entwickler das schmeißen kann, was er will. Unbegrenzte Möglichkeiten…auch, um unendlich viel Müll zu produzieren.

Ouya zielt eindeutig nicht auf den Mainstream-Markt. Die Gamer, die heute auf “Halo 4” auf der Xbox 360 warten, interessieren sich nicht für irgendeine Homebrew-Maschine. Gerade der heute schon riesige und immer weiter wachsende Indie-Markt könnte jedoch extrem davon profitieren. Auf der Xbox 360 sind Indie-Games etwa recht gut in einem eigenen Bereich versteckt und kaum jemand veröffentlicht dort wirklich gute Sachen. Stattdessen wurde er schnell zum Sammelsorium von schnellen Cashi-Ins und “Massiere das Anime-Girl”-Spielchen.

Was für eine Technik hinter Ouya steckt, wie viele Menschen insgesamt daran arbeiten, wie viele Konsolen hergestellt werden und wann sie herauskommen sollen, all das wissen wir noch nicht. All die Informationen, die wir bisher haben, stammen von einem mittlerweile gelöschten Eintrag auf Angellist. So oder so ist Ouya ein extrem ambitioniertes Projekt, von dem wir gerne mehr hören möchten. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald eine offizielle Ankündigung kommt.

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Ouya

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