Datenklau bei Sony - Kolumne: Das Playstation Network wird derzeit gehackt

Tobias Heidemann
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Der Datendiebstahl beim Weltkonzern Sony zieht immer weitere Kreise. Von den knapp 100 Millionen gestohlenen Kundendaten sind einige kurzzeitig im Internet aufgetaucht. Drei Wochen nach einem der größten Datenhacks in der Geschichte wird damit immer deutlicher: Sony hat nicht nur schwerwiegende Fehler gemacht – das japanische Unternehmen hat auch längst jede Kontrolle über die Konsequenzen des Angriffs verloren.

Datenklau bei Sony - Kolumne: Das Playstation Network wird derzeit gehackt

“Das Playstation Network wird derzeit gewartet”. Mit dieser schlichten Statusmeldung werden die ergebnislosen Login-Versuche der PSN-User derzeit noch quittiert. Vor dem Hintergrund der jüngsten Geschehnisse um Sonys massives Datenleck klingt dieser Satz wie ein bitteres Understatement. Statt langsam zur Normalität zurückkehren zu können, sieht sich der Elektronikhersteller mit immer neuen Hiobsbotschaften konfrontiert.


In der vergangenen Woche überschlugen sich die Ergebnisse: Der Hacker-Angriff auf die Datenbänke des Weltkonzern Sony beschränkt sich nicht allein auf das PSN und den Musik- und Videodienst Qriocity – auch die gespeicherten Nutzerinformationen von Sony Online Entertainment (SOE) sind betroffen. Es geht um 12.700 Kreditkarten-Informationen und 10.700 Bankkonten-Daten aus den Niederlanden, Österreich und Deutschland.

Doch damit nicht genug. Kurz nachdem Sony die Zahl der betroffenen Nutzerzahlen von 77 Millionen auf nunmehr 100 Millionen korrigieren musste, kam es noch schlimmer. Etwa 2500 der gestohlenen Kundendaten waren vorrübergehend im Internet für jedermann frei zugänglich. Es handelt sich um Namen und Adressen, die Sony im Rahmen eines Wettbewerbs aus dem Jahr 2001 gesammelt hatte.

Der Missbrauch der gestohlenen Daten ist wahrscheinlich

Zwar regierte Sony schnell und ließ die Website umgehend sperren; die Veröffentlichung der Personendaten verdeutlichte aber vor allem eines: Sony hat keinerlei Kontrolle über die Konsequenzen des Diebstahls. Experten gehen davon aus, dass weitere User-Daten im Netz auftauchen werden. Sollte dies der Fall sein, ist ihr Missbrauch wahrscheinlich.
Prinzipiell ist es jedem Internetnutzer mit ein paar Klicks möglich, aus den gestohlenen Daten Bares zu machen.


Erst kürzlich ergab die Recherche eines Journalisten von “Die Zeit” Erstaunliches: Ausgestattet mit Suchbegriffen wie “dumps”, “fullz” oder “CVV” kann sich jeder in den einschlägigen Foren und auf den Hackerportalen nach einem geeigneten Absatzmarkt für das digitale Diebesgut umsehen. Die Betreiber solcher Seiten sitzen meist in Ländern, in denen sie keine strafrechtliche Verfolgung fürchten müssen. Kreditkartennummern, Passwörter, Adressen und Geheimnummern – der kriminelle Datenhandel floriert und wird mittlerweile mit einer beängstigenden Professionalität betrieben.

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