PSN-Hack: Viele Kläger, wenig Kohle

Flavio Trillo
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Seit dem Datenklau bei Sony und dem Angriff unbekannter Hacker auf das PlayStation Network (PSN) versammeln sich jetzt die Opfer. In den USA wurden bereits über 25 Prozesse angestrengt, allesamt wegen Datendiebstahls. Dabei ist trotz potentem Gegner und unstrittigem Datenverlust bei den Klägern noch nicht einmal sicher, dass die Sammelklage sonderlich ertragreich sein wird. 

Wegen fahrlässiger Pflichtverletzung und Vertragsbruch soll Sony verurteilt werden – die laxen Sicherheitsvorkehrungen hätten dazu geführt, dass die persönlichen Daten von 100 Millionen Anwendern entwendet werden konnten. Das Problem dabei ist nicht, zu beweisen dass die Informationen abhanden gekommen sind. Darüber sind sich alle einig.

Dem Unternehmen wird zudem vorgeworfen, nach dem Vorfall zu lange mit einer Information an die Kunden gewartet zu haben. Auch das wird kaum jemand ernsthaft anzweifeln können. Schwierig wird es nur, die stets zentrale Frage nach dem entstandenen Schaden zu beantworten, wie die Agentur Reuters berichtet.

Ob allein das Abhandenkommen persönlicher Daten bereits eine Ersatzpflicht auslöst oder ob darüber hinaus konkrete Schadenspositionen geltend gemacht werden müssen, wird gerade erst von den Gerichten untersucht. Dabei kommen die Richter zu unterschiedlichen Ergebnissen – zwar werden Hauptverhandlungen eröffnet, meist müssen die Kläger aber einen Schaden erst noch beziffern, der ihnen durch den Datenklau entstanden ist.

Seit Januar 2011 gab es laut Aufzeichnungen der OpenSecurityFoundation bereits 215 Fälle von Datendiebstahl. Das ganze Jahr 2005 sah nur 142 solcher Vorkommnisse. Mit steigender Popularität von Cloud-Diensten und der immer größeren Menge persönlicher Daten im Internet werden auch die Auswirkungen von Hacker-Attacken gravierender. Daraus entwickele sich eine wahre Klage-Kultur und die ersten großen renommierten Kanzleien widmen sich verstärkt den Online-Sammelklagen.

Noch sind auch die Erträge für die Anwälte vergleichsweise gering. “Nur” 7 bis 8 Millionen US-Dollar fallen für den Rechtsbeistand in Fällen von Datendiebstahl ab, so Anwalt Jay Edelson gegenüber Reuters. Größere Betrugsfälle bringen schonmal Honorare in neunstelliger Höhe. Sony habe sich derweil bereit erklärt, den Opfern kostenlose Schutzprogramme gegen Identitätsdiebstahl anzubieten.

Solche Programme versprechen umfassenden Schutz gegen den Klau von Kreditkarten- und anderen persönlichen Daten. Ob die Kläger sich von solchen Angeboten beschwichtigen lassen, bleibt abzuwarten.

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