Interview mit den Veranstaltern

Jens Brinkmann, einer der drei Hauptverantwortlichen hinter der Retro-Börse, war so freundlich, uns noch ein paar Fragen zu beantworten:

Wie und wann kam es zu der Idee, eine Retro-Börse zu veranstalten? Gab es Schwierigkeiten auf dem Weg zur Umsetzung?

Jens: Die Idee, eine Retrobörse im Ruhrgebiet zu veranstalten, gibt es schon länger, den ersten Versuch haben wir 2005 gewagt, als wir an der Reihe waren, die Eurocon auszurichten. Traditionell findet dabei Samstags eine Tauschbörse statt und diese haben wir dann als Börse angekündigt. Das ganze hat erste kleine Kreise in verschiedenen Foren gezogen und wir konnten 70 Besucher begrüßen. Da die Resonanz überwiegend positiv war, haben wir 2006 die Börse zu einer eigenständigen Veranstaltung gemacht und diese kann spätestens ab 2008 als etabliert gelten. Schwierigkeiten gibt es jetzt eigentlich keine mehr, am Anfang war es natürlich nicht einfach, genügend Aussteller zu finden und wir mussten uns mächtig ins Zeug legen, die Besucher zu erreichen. Da wir von Anfang an E-Mail-Adressen gesammelt haben und nun wissen, an welchen Stellen wir die Termine ankündigen müssen, ist dies aber mittlerweile ein Selbstläufer geworden. Die größte Schwierigkeit bleibt, das normale Leben und die Organisation im Vorfeld unter einen Hut zu bringen…

Die Retro-Börse fand nun schon zum vierten mal in Bochum statt, aber auch Karlsruhe wurde schon “beglückt” und dieses Jahr soll eine weitere Börse in Wien stattfinden. Veranstaltet ihr das alles selbst oder habt ihr regionale Partner, die sich darum kümmern?

Jens: Die Börse in Karlsruhe haben wir zusammen mit dem Retrogames e.V. veranstaltet. Mit einigen der Mitglieder sind wir seit Jahren befreundet und so bot es sich an, unser Konzept auf Karlsruhe zu übertragen. Eventuell werden wir das auch dieses Jahr wiederholen. In Österreich gibt es einen kleinen Zusammenschluss befreundeter Sammler, der sich Austrocon nennt, und denen wollen wir bei der Ausrichtung ihrer Börse natürlich behilflich sein. Die Wiener Börse findet, wie schon die erste Bochumer Börse, im Rahmen der Eurocon statt und wir sind schon sehr gespannt auf die österreichische Szene.

Ihr bietet regelmäßig Ausstellungen und Vorlesungen mit an, um ein Rahmenprogramm für die Börse zu bieten. Dieses Jahr konnten die Besucher u.a. Hand an Videospiele anlegen, die sich dem Bergbau widmen. Wie kommt so etwas zustande? Werden diese Zusatzangebote gut angenommen?

Jens: Nach der ersten Börse haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, was uns bei der Veranstaltung gefehlt hat und wir waren alle drei der Meinung, dass es etwas geben muss, das über eine reine Tausch- und Verkaufsbörse hinausgeht. Die Idee war, den Besuchern in kleinen Bereichen eine Gelegenheit zum Zocken zu geben. Unsere Ausstellungen in den Vorjahren zeigten z.B. alle Mario Kart-Spiele oder eine große Auswahl an 3-D Brillen für Videospiele. Dieses Jahr kam uns die Idee, uns mit dem Thema Bergbau im Videospiel zu beschäftigen. Nach der Idee muss man bei so einem Thema zunächst überlegen, was genau man zeigen will und dann schauen, was davon sich in den eigenen Sammlungen befindet. Der nächste Schritt war es, Sachen die fehlen, zu kaufen oder zu leihen und kurze Artikel zu den einzelnen Spielen zu schreiben. Insgesamt waren wir drei sicher 20 Abende mit der Vorbereitung beschäftigt. Die Zusatzangebote werden gut angenommen und sind meiner Meinung nach wichtig für den Charakter der Veranstaltung.

Am Samstag gab es erneut mehr Besucher als beim letzten mal, auch die Aussteller nehmen mittlerweile schon zwei Stockwerke ein und als Besucher muss man sich des öfteren durchdrängeln. Wird das Jugendzentrum in Bochum vielleicht bald zu klein?

Jens: Ja, der Platz ist sicher ein Problem, allerdings stimmt das Gesamtpaket: Preis, Lage, Erreichbarkeit mit dem ÖPNV, Kontakt mit den Leuten vor Ort, etc. Sollten wir einen jetzt etablierten Ort wechseln, müsste der neue Ort außer dem Platz auch einige andere Vorteile bringen. Ein anderes Problem ist, wenn 400 Besucher an 37 Ständen gucken wollen ist es immer eng, egal wie groß der Saal ist…

Persönliche Lieblingsspiele?

Jens: Unser Michael ist großer Pitfall-Fan, der andere Jens mag Rollenspiele und meine Lieblingsspiele sind die Donkey Kong Country-Reihe fürs SNES.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview und wünschen den Dreien natürlich weiterhin viel Erfolg bei ihren zukünftigen Projekten!