Hyperdimension Neptunia - Producing Perfection Test: Datet einen Star!

Annika Schumann
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Es gibt einen neuen Part in der Hyperdimension Neptunia-Reihe, in der die Protagonistinnen und ihre Welten Anspielungen an bestimmte, real existierende Konsolen darstellen. Der neue Teil verspricht euch jede Menge Japano-Musik-Unterhaltung für eure PlayStation Vita, denn dieses Mal müsst ihr die Mädchen nicht zu starken Kämpferinnen, sondern zu berühmten Idols ausbilden - samt freizügigen Kostümen und Dating-Funktion. Ob das Prinzip funktioniert, lest ihr in meinem Test zu Hyperdimension Neptunia: Producing Perfection.

Hyperdimension Neptunia - Producing Perfection Test: Datet einen Star!
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Hyperdimension Neptunia Producing Perfection

Interessante Grundgeschichte - platt umgesetzt

Die Geschichte von Hyperdimension Neptunia: Producing Perfection ist rasch erzählt. Es geht darum, dass die vier Göttinnen – sogenannte Console Patron Units (kurz CPUs) – der Welt Gamindustri das Vertrauen der Bewohner verlieren, weil eine bestimmte Idol Group namens MOB48 mittlerweile absolut beliebt ist unter den Bürgern. Durch die fehlende Popularität besitzen die vier Göttinnen nicht mehr genug Kraft, um ihre jeweiligen Nationen zu beschützen, also entschließen sie sich kurzerhand ebenfalls in das Showgeschäft einzusteigen, obwohl sie sich sonst immer bekriegen. Um jedoch Erfolg zu haben, brauchen sie einen Producer – da kommt ihr ins Spiel. Eigentlich bereitet ihr euch auf die Ferien und einen absoluten Gaming-Marathon vor als die vier CPUs euch jedoch nach Gamindustri beschwören und ihr dort den Producerposten bereitwillig annehmt.

Denn was gibt es schöneres als für vier hübsche Mädchen zuständig zu sein – die auch noch allesamt Personifikationen von bestimmten Konsolen darstellen sollen. Neptunia, die über Planeptune wacht, stellt eine fiktive Next-Gen-Konsole von SEGA dar, Noire, die Herrscherin über Lastation, ist die personifizierte PlayStation, die offenherzige Vert aus Leanbox ist die Xbox und zuletzt Blanc aus Lowee, die die Wii darstellt. Doch das ist nicht alles. Jede von ihnen hat eine erwachsenere und noch viel freizügigere Verwandlungsform namens HDD, in die sie wechseln können und durch die sich auch ihr Charakter verändert. Auch haben alle von ihnen Schwestern, die die Handheld-Versionen der jeweiligen Konsolen personifizieren. Daher hat Blanc auch zwei Geschwister namens Ram und Rom, die die zwei Bildschirme des 3DS darstellen.

Ihr könnt, nachdem ihr euch etwas mit den Mädchen vertraut gemacht habt, dann eine bestimmte von ihnen aussuchen und sie fortan coachen. Im Laufe des Spiels könnt ihr jedoch auch andere dazu holen und euren Idol-Harem erweitern. Ich habe mich für Vert entschieden, weil sie blond ist und ich immer blonde Charaktere spiele, wenn ich es mir aussuchen kann. Nach kurzer Zeit habe ich meine Wahl jedoch bereut, weil sie sehr oft auf platte Art und Weise über ihre zwei Vorzüge spricht. Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass ausgerechnet ihre HDD-Form die meiste Haut zeigt.


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Habt ihr euch nun für die Frau eurer Träume entschieden, ist es dann an euch, ihren Tagesplan zu bestimmen. Ihr könnt sie entweder zur Arbeit schicken, sodass sie durch öffentliche Auftritte mehr Fans erhält oder ihr lasst sie bestimmte Aktionen lernen, sodass sich ihre Stats erhöhen. Auch könnt ihr eurem Idol Freizeit verordnen – was auch sehr wichtig ist. Durch bestimmte Aktionen oder schlechte Chart-Ergebnisse, steigt der Stress bei eurem Schützling. Sobald der Wert 100 erreicht hat, ist das Spiel vorbei. Daher müsst ihr dafür sorgen, dass sie stets gut gelaunt ist. Ferner könnt ihr mit den anderen CPUs Meetings vereinbaren, sodass die Mädchen eine bessere Freundschaft aufbauen oder verbringt alleine Zeit mit eurem Idol, um eine sehr enge Beziehung zu ihr aufzubauen. Diese Aktivität ist mit einem Herz im Menü dargestellt, sodass direkt klar ist, worum es sich dabei handelt.

Am wichtigsten sind vor allem die Konzerte, die nur in bestimmten Abständen stattfinden können. Dort ist es dann an euch, euren Schützling zu pushen und das Publikum zu begeistern. Wer jetzt nun auf spannende Rhythmus-Spiel-Elemente hofft, der wird bitterlich enttäuscht sein. Ihr könnt die Stage, den Song, das Kostüm und die Effekte selbst vor Beginn auswählen, doch diese Dinge beeinflussen nicht die Punkte, die ihr erhalten könnt. Es geht nur darum, dass ihr während des Songs verschiedene Kameraperspektiven benutzt und aus drei Bühnen-Effekten wählen könnt. Welcher Winkel und welche Perspektive nun jedoch genau wie viele Punkte einbringt, wechselt scheinbar zufällig von Konzert zu Konzert, weshalb diese in purem, stumpfem Button-Mashing enden. Das verursacht zwar keinen Frust, aber wirklicher Spielspaß kommt dabei auch nicht auf und wird spielerisch rasch öde. Elemente aus Titeln wie Project Diva F wären zum Beispiel toll gewesen, doch diese sucht ihr vergeblich. Doch wie auch die Dialoge zum Großteil zeigen, geht es ohnehin mehr um die Idols an sich und den Eindruck, den sie bei euch hinterlassen sollen.

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Keine Herausforderung, dafür verschiedene Spielmodi

Das Spiel bietet leider nur eine Handvoll an Titeln, die eure Idols singen können. Dafür variieren diese, wenn ihr weitere Sängerinnen dazu bringt, um so für mehr Abwechslung zu sorgen. Alle Titel sind sehr eingängig und man hört sie sich gerne an, auf Dauer und wenn man das Spiel mehrmals mit jeweils anderen Idols als Hauptperson durchspielt, sind es jedoch einfach zu wenige.

Ebenso wird schnell deutlich, dass das Spiel keine Herausforderung für euch darstellen soll. Ihr habt im Producer-Modus 180 Tage Zeit, um die meisten Shares – also den Glauben der Bewohner – zurückzuerlangen. Dies ist jedoch so einfach, dass ihr dieses Ziel rasch erreicht habt und euch dann voll und ganz auf die Dating-Funktionen des Spiels konzentrieren könnt. Wie schon erwähnt, gibt es verschiedene Modi, die ihr auswählen könnt. Im Producer-Modus müsst ihr wie gesagt euer Idol ausbilden, dann gibt es aber auch noch den Unlimited Concert-Modus, bei dem ihr verschiedene Konzerte ausrichten könnt. Am sinnlosesten – vielleicht aber auch Geschmackssache – ist der Viewer-Modus. Dort wird euch eines der Mädchen präsentiert – natürlich könnt ihr aussuchen welches – und könnt sie dann in verschiedene Kostüme hüllen und sie anfassen. Je nachdem, wo an ihrem Körper ihr sie auf dem Touchscreen berührt, erfahrt ihr eine andere Reaktion von ihr. Am Anfang des Modus begrüßt sie euch – Vert in der englischen Sprachfassung mit einem “Use me wisely”. Nun ja.

Außerdem tauchen am Ende des Tages - das bereits nach einer Aktion erreicht ist – während des Producer-Modus immer die gleichen Dialoge auf. Ihr und euer Idol wollt am nächsten Tag noch härter arbeiten als zuvor, immer und immer wieder. Ebenso wiederholen sich Dialoge auch in einigen anderen Bereichen, doch nach den Aktionen am Ende des Tages fällt dies am meisten auf. Zum Glück gibt es eine Skip-Funktion. Trotz der bereits angesprochenen Flachheit, hat das Spiel aber auch seine lustigen Momente und besonders die Schwestern der Idols sorgen für noch mehr Auflockerung. Auch ist die Gestaltung des ganzen Titels sehr bunt und niedlich, was mir sehr gut gefallen hat.

Bildergalerie Hyperdimension Neptunia Producing Perfection

Fazit

Hyperdimension Neptunia: Producing Perfection bietet mit den Personifikationen der Konsolen eine interessante Grundidee, die bereits im Action-Titel für die PS3 zu erleben war. Auf der PS Vita als Idol-Game funktioniert es spielerisch jedoch kaum. Nur Spieler, die auf pure und flache Dating-Action aus sind und ein paar japanische Songs hören möchten, während ihr Favorit für sie tanzt, werden absolut glücklich mit dem Spiel.

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Wertung

5/10
Getestet von Annika

Wenn ihr Lust auf viele gleiche oder ähnliche Dialoge habt und euer Fokus ohnehin mehr darauf liegt, dass ihr mit hübschen virtuellen Mädchen interagieren und flirten könnt, dann ist Hyperdimension Neptunia: Producing Perfection genau das Richtige für euch. Alle anderen werden durch die fehlende Herausforderung und die simple Story rasch die Lust verlieren und sich wahrscheinlich sogar ärgern, dafür Geld ausgegeben zu haben.

Weitere Themen: Sony PlayStation, Sony

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