Steam Box – Baut Valve die Mutter aller Spielekonsolen?

Das Schöne an Internetgerüchten ist ja, dass sie hin und wieder auch mal zu Tatsachen werden. Das geheime Konsolen-Projekt aus dem Hause Valve scheint so ein seltener Fall zu sein. Nachdem Valve Firmenchef Gabe Newell sich bereits gegenüber dem Spieleblog Penny Arcade überraschend konkret zu einen möglichen Xbox 360- und Playstation 3-Konkurrenten geäußert hatte, legte The Verge nun am Wochenende mit exklusiven Informationen zur „Steam Box“ betitelten Konsole nach. Sollten sich diese bewahrheiten, dann bastelt Valve gerade an etwas wirklich Großem. 

Steam Box – Baut Valve die Mutter aller Spielekonsolen?

Nimmt man die bisherigen Gerüchte einmal zusammen, dann hat die Steam Box das Zeug dazu, den gesamten Konsolen-Markt nachhaltig zu verändern. Mit der angeblichen Hardware-Ausstattung der Steam Box hat das enorme Potential dabei noch am wenigsten zu tun – wenngleich diese sich durchaus sehen lassen kann.

 

Glaubt man den Informationen, die von The Verge in Umlauf gebracht wurden, dann wird die Steam Box dem Alienware X51 nicht unähnlich sein und über einen Core i7, 8 GByte Arbeitsspeicher und eine GPU von Nvidia verfügen. Auch die großzügige Kompatibilität der Valve-Konsole in Bezug auf USB-Schnittstellen und das sehr interessante Design eines hauseigenen Kontrollers, der sich je nach Spielsituation konfigurieren lässt, machen die Steam Box noch nicht zur Wunderkiste.

Es ist vielmehr das clevere Geschäftsmodell hinter der Steam Box, welches uns an eine rosige Zukunft des Newcomers glauben lässt. Wenn Valve hier alles richtig macht – und danach sieht es nach den neusten Informationen aus – dann wird die Steam Box zwei der aktuell vielversprechendsten Unternehmensstrategien in sich vereinen.

Mit der Offenheit der Android-Plattform auf der einen und dem derzeit deutlich spürbaren Trend zu einem Multimedia-Allesskönner für das Wohnzimmer auf der anderen, müssen sich Nintendo, Microsoft und Sony vor der Steam Box tatsächlich in Acht nehmen.

Noch nicht überzeugt? Vielleicht hilft es, wenn man sich das Gerät der „Half-Life“ Erfinder einmal als eine Next-Gen-Version des Android Markets vorstellt. 35 Millionen bestens vernetzter Spieler greifen komfortabel und integriert auf weit über 1000 unterschiedlichste Spiele zu und können dabei auf zahlreiche erprobte Community- und Games-Feature zugreifen. PSN, Xbox LIVE und Nintendo Network haben in den vergangenen Jahren zwar versucht, die qualitativen und quantitativen Lücken zum Steam-Client zu schließen, einholen konnte man Valve aber bisher noch nicht. Aus marktwirtschaftlicher Perspektive ist der Schritt zur Steam-Konsole also nur logisch.

Was die Online-Plattform vor vielen Jahren erfolgreich begonnen hat, könnte sich deshalb nun durch neue Kooperationen mit weiteren Vertriebsplattformen wie EA Origin, eine entwicklerfreundliche Vertriebs-Philosophie  und die traditionell starke Nähe zur Games Community zu einem überaus vitalen Nexus der Spielewelt weiterentwickeln.

 

Mit einem möglichen Verzicht auf teure Vertriebs-Lizenzen, hätte man zudem einen weiteren Hebel, um die meisten Publisher für die Steam Box zu gewonnen. Folgt man bei Valve dem Android-Modell, stehen lediglich eine einmalige Registrierungsgebühr und die obligatorische Beteiligung am Verkaufspreis auf dem Plan. Auf ein rigides Prüfungsverfahren wie bei Apple (App Store) wird man indes verzichten.

Dass Valve mit „Half-Life 3“, „Portal 3“ oder auch „Left 4 Dead 3“ über sehr attraktive Exklusivtitel verfügt, sei hier nur am Rande erwähnt. Viel interessanter ist da schon die Tatsache, dass Newell und die seinen auch auf Apples spieleaffine Kundschaft zu schielen scheinen. Steve Jobs hatte seinerzeit mit zwei Generationen Apple TV erste Argumente für eine multimediale Wohnzimmer-Box geliefert. Valve könnte dieses Projekt mit der Steam Box zur vollen Entfaltung bringen.

 

Bleibt die Frage nach Kaufbereitschaft der PC-User. Wer Steam auf seinem Rechner installiert hat, wird sich sicher zu Recht fragen, warum er sich einen zusätzlichen Mini-PC neben den Fernseher stellen sollte. Für die Beantwortung dieser Frage ist es allerdings noch zu früh. Erste Antworten und hoffentlich überzeugende Argumente können wir im Laufe der Woche auf Game Developers Conference erwarten. Sollte man sich hier bedeckt halten, könnte die E3 2012 Aufschluss geben.

Bis dahin darf fröhlich spekuliert und diskutiert werden. Was haltet ihr vor der Steam Box?

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