Valves Steam Box kommt wirklich! Gestatten: Bigfoot und Littlefoot

Es gibt sie nun offiziell und plötzlich redet er auch darüber. Valve-Mitgründer und Geschäftsführer Gabe Newell hat sich auf der aktuellen CES 2013 in einem exklusiven Interview mit The Verge überraschend ausführlich zur ominösen Steam Box geäußert. Nachdem am Montag bereits die Zusammenarbeit mit dem Hardware-Hersteller Xi3 bekannt geworden war, enthüllte Newell nun gegenüber The Verge die konkreten Pläne für eine hauseigene Steam-Konsole. Und die haben es in sich.

Valves Steam Box kommt wirklich! Gestatten: Bigfoot und Littlefoot

Offenbar sah Newell sich aufgrund zahlreicher Missverständnisse um das Piston-Projekt nun genötigt, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Zunächst einmal: Piston ist nur einer von zahlreichen Prototypen, die auf der CES 2013 vorgestellt werden. Newell legte offen, dass es Verhandlungen mit knapp zwanzig anderen Hardware-Herstellern gebe, die alle an ihrer ganz eigenen Version eines steambasierten Mini-PCs basteln wollen. Der Schlüssel dafür ist der Big Picture-Modus von Steam.

Valve legt den Herstellern bei dessen Nutzung keinerlei Restriktionen auf. Im Gegenteil: Newell unterstrich, dass Valve eigene Ideen und Hardware-Spezifikationen seitens der Hersteller unterstütze. Diese überraschende Offenheit geht so weit, dass Hersteller sich offenbar auch den Namen Steam Box mit einkaufen können.

Steam Box Bigfoot

Und jetzt wird es richtig interessant. Im Gespräch mit den Kollegen von The Verge sprach Newell von „Valves hauseigener Steam Box“. Diese wird auf einem Linux-System (!) laufen (eine Installation von Windows ist aber optional) und grundsätzlich offen für Upgrades und Komponenten-Nachrüstung sein. Newell und die seinen wollen offenbar weg von einem hermetisch geschlossen Konsolen-System wie es Sony, Microsoft und Nintendo anbieten und die Komponenten-Vorteile des PCs mit der Einfachheit einer Spiele-Konsole verbinden.

In Bezug auf Windows 8 äußerte sich Newell bemerkenswert kritisch. Der Valve Chef ist vom neuen Betriebssystem sehr enttäuscht: „Windows 8 war einfach nur traurig. Es tut jedem im PC-Business weh. Anstatt, dass die Leute erwartungsvoll losrennen und einen PC und neue Software dafür kaufen gehen, hatten wir es mit 20 % Verlusten beim Absatz von PC-Systemen zu tun. Ich meine, verdammt, das ist nicht das, was man von der neuen Generation des Betriebssystems erwartet. Da sollte es 40% Zuwachs geben, nicht 20% Verlust und genau das macht mir Angst.“

Des Weiteren erteilte Newell Bewegungssteuerungen wie Motion, Kinect oder Move eine komplette Absage. „Vielleich fehlt uns für diesen Bewegungskram einfach die Vorstellungskraft, jedenfalls finden wir Biometrik als Eingabemethode sehr viel spannender“. Zum Mitschreiben: Die Steam Box wird keinen Motion-Controller beinhalten, sondern eine noch unbekannte Form von biometrischem Eingabegerät. Auch über das Prinzip der Blickverfolgung (Eye-Tracking) äußerte sich Newell positiv.

Schließlich gab Newell noch bekannt, dass die Steam Box nicht allein als Mini-PC-System ausgeliefert werden wird, sondern auch als Sever fungieren könne. Newell fabulierte von „einem PC, acht Fernsehern, acht Controllern und einer großartigen Performance“ für alle Beteiligten.

Einen Projektnamen für Valves eigene Steam Box gab Newell auch zum besten. Intern kursiert das Gerät unter der Bezeichnung Bigfoot. Allerdings sei bereits ein kleiner Bruder mit dem Namen Littlefoot in der Entwicklung. Mit diesem wolle man sich in Zukunft um den mobilen Markt kümmern!

Die Zukunft des Steam Stores

Abschließend äußerte sich Newell auch noch über die Zukunft des Steam Stores. Hier stehen uns interessante Entwicklungen in Bezug auf die Bedeutung User-generierter Inhalte auf der Internet-Vertriebsplattform ins Haus. Newell sagte dazu: „Momentan gibt es nur einen Steam Store. Wir denken aber, dass es viel mehr um User-generierter Inhalte gehen sollte. Jeder sollte in der Lage sein, seinen eigenen Store zu eröffnen .

Unsere Sicht der Dinge ist, dass in einem Multiplayer-Spiel der User neben dir entscheidend für deinen Spaß an dem Spiel ist und deshalb müssen wir (auf Steam generell – Anm. d. Red.) einen Weg finden, wie wir den Leuten dabei helfen können, genau die User zu finden, die ihre Spiel-Erfahrung besser machen können“.

Newell bezieht sich hier zum einen auf die wachsende Popularität der Mod-Inhalte im Steam Workshop sowie auf den gelungen Start von Steam Greenlight, gleichzeitig zeigt er aber auch neue Wege für einen individualisierten Vertrieb von kommerziellen und kostenlosen Inhalten über Steam auf. Genauso wie es nicht kommerziellen Anbieter möglich sein soll, eigene Stores beispielsweise mit den besten Rollenspielen auf Steam zusammenzustellen, soll es in Zukunft zum Beispiel auch Sony ermöglicht werden, einen Store auf Steam zu betreiben.

Quellen:

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