Die neue Konsolen-Generation – Was kommt 2012? Teil I: Nintendos WiiU

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Die neue Konsolen-Generation – Was kommt 2012? Teil I: Nintendos WiiU

Wir wagen den Blick in die Glaskugel und tragen die wichtigsten Fakten zusammen. Den Anfang macht Nintendos Wii U.

Im Poker um die Konsolen-Zukunft ließ sich Nintendo als erstes in die Karten schauen. Auf der diesjährigen E3 2011 präsentierte das Unternehmen seine Wii U. Ein Vorstoß mit welchem das große N erneut seinem Ruf als Innovator der Branche gerecht werden wollte. Doch nachdem die Vorhänge der etwas hüftsteifen Veranstaltung rund um Präsident Satoru Iwata und seinem amerikanischen Pendant Reggie Fils-Aime wieder gefallen waren, bekam Nintendo zum ersten Mal die Nachteile dieser Position zu spüren. Bei der Fachpresse stieß die Wii U auf eher gemischte Gefühle. Der Hype blieb aus. In der Folge korrigierten die Finanz-Analysten ihre Prognosen und die Kurse setzten erst mal zur Talfahrt an.

Das Wii-Wunder lässt sich also nicht ohne weiteres wiederholen. Mit dem Motion Controller hatte Nintendo 2006 den größten Coup der letzten Jahre gelandet. Sony und Microsoft laufen diesem Erfolg bis heute hinterher. Move und Kinect sind nur Weiterentwicklungen einer genialen Idee, die Nintendo phänomenale 90 Millionen verkaufte Exemplare bescherte. Die Konkurrenz hat lange gebraucht, um sich von diesem innovativen Schlag zu erholen.

Mit der Wii U stehen die Dinge nun anders – ganz anders. Die Stoßrichtung der Wii war damals für jedermann sofort ersichtlich. Nintendo befreite das Videospiel aus den Zwängen der entspannten Sitzhaltung und brachte Bewegung ins Spiel. Menschen, die nicht mal eine E-Mail schreiben konnten, waren plötzlich in der Lage, ein komplexes Videogame zu bedienen, ohne erst seitenlange Anleitungen lesen zu müssen. Mit dieser historischen Öffnung der Spielewelten lud Nintendo die gesamte Familie ein – und die nahm dieses Geschenk dankend an.

Die Richtung der Wii U scheint hingegen weniger klar. Die HD-Fähigkeit (AMD Radeon Grafik-Chip und Multi-Core Prozessor von IBM) der neuen Hardware richtet sich genauso wie die neuen Deals mit den Publishern (Ubisoft, Sega, Namco Bandai und EA) eher an die Zielgruppe der Hardcore-Gamer. Titel wie Army of Two, Battlefield, Metro, Batman Arkham City, Darksiders II oder Assassin’s Creed sprechen das Kernpublikum der Xbox360 und der PS3 an. Spiele dieser Art dürften im Wohnzimmer eher für Streit als für eine friedliche Familienzusammenkunft sorgen. Hat Nintendo die Familie bei der Konzeption der Wii U etwa vergessen?

Nintendo behauptet das Gegenteil. Mit dem neuen Controller der Wii U wolle man das bewährte Familienmodell sogar entscheidend erweitern. Eine Erklärung dazu, wie das genau funktionieren soll, blieben uns die Verantwortlichen aber bisher schuldig. Abgesehen von den üblichen pressetauglichen Allgemeinplätzen – die Wii U wird die Art, wie wir spielen – gibt man in Interviews kaum Handfestes preis und schiebt die Antwort auf diese Frage in Richtung Spiele-Entwickler. Doch auch die versprachen nur clevere Idee – gezeigt wurde uns davon bisher nichts.

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