Core Gamer - Das Rückgrat der Industrie?

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(Denis W.) Videospiele waren noch nie so beliebt wie heute. Der spaßige Zeitvertreib am Fernsehen und PC ist inzwischen in der Gesellschaft angekommen und wurde sogar zum Kulturgut erklärt. In den meisten Köpfen haben Videospiele bereits stattgefunden, und man kommt allmählich aus dem Kellerkind-Klischee heraus.

Core Gamer - Das Rückgrat der Industrie?

Das liegt nicht zuletzt an geschicktem Marketing, und der Erschließung neuer Märkte. Unlängst sind nicht nur Jungs im jugendlichen Alter ziel der Videospielhersteller, sondern das Spektrum erweitert sich auf die gesamte Gesellschaft: Auch Menschen die noch nie mit Videospielen in Berührung gekommen sind finden inzwischen ihre Nische. “Dr. Kawashimas Gehirnjogging”, “Singstar” oder “Wii-Sports gehen längst weiter als 4-stündige einsame Ballersessions.

Man nennt diese Zielgruppe, die sich ab und zu vor einem Videospiel setzen “Casual Gamer”. In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass bei dieser Spielergattung viel Potential liegt, somit haben sich in letzter Zeit auch die Spiele stark in Richtung “Casual” gewandelt. Die leichte Zugänglichkeit zu den Spielen ist ein entscheidendes Merkmal.

In einem “Prince of Persia” zum beispiel, einem Big-Budget-Spiel, kann man erst gar nicht sterben. Kritiker loben zwar, dass es schön anzuschauen ist, jedoch wird das Spiel für “echte” Zocker gemeinhin als zu leicht und anspruchslos befunden.

Jedoch ist laut einem Bericht von SouthCoastToday die Zielgruppe der “Casuals” keine krisensichere Bank. Die sogenannten “Core Gamer”, Spieler die stundenlang in der Warteschlange stehen und die sich im Jahr haufenweise Spiele kaufen, die ihre Freizeit am liebsten mit Videospielen füllen, sind diejenigen die laut der Zeitung das wahre Rückgrat der Industrie bilden. Diese wollen sich nicht auf Tanzmatten oder mit “leichter Kost” abgeben, sondern knackige Spiele mit Anspruch, in denen sie Aufgehen können.

Diese Tatsache erscheint im ersten Moment widersprüchlich, denn die die Absatzzahlen bekommen vor allem einen Schub durch Inhalte für Familien, Frauen und junge Mädchen. Durch die Bank haben alle großen Publisher viel Geld darin investiert, ihre Produkte dem Mainstream zugänglich zu machen. Die Wii ist das Paradebeispiel für Casual-Gaming: Weltweit führt Nintendos Konsole die Charts an, mit nie bisher noch nie erreichten Verkaufszahlen.

Laut SouthCoastToday sind einige Analysten der Meinung, dass “Core Gamer” mindestens 50% der verkauften Videospiele stemmen. Außerdem werden demnach auch in krisengeschüttelten Zeiten “Core Gamer” Videospiele kaufen, bevor sie sich etwas anderes leisten. Damit sind sie diejenigen, die die Verkaufszahlen im positiven Bereich halten. Casuals hingegen, streichen das Spielebudget, da sie ihren Fokus hauptsächlich auf andere Dinge richten.

Damit stellen sich natürlich die Fragen, ob man in der nächsten Zeit wieder mehr sogenannte “Core Games” erwarten darf? Ist der starke Fokus auf “Casual Gaming” langfristig eine Sackgasse? Ist durch die Untersützung der Core Gamer die Videospielebranche eine relativ krisensichere Sache? Geben die Core Gamer wirklich ihr letztes Hemd für ein geniales Spiel?

Zu diesen und weiteren Fragen werden wir mit Oskar Walter sprechen, der mit Soundcheck nicht nur Vertreter des Handels ist, sondern auch mit seiner Kundschaft in Kontakt kommt. Verpasst also heute nicht “The Show”, wenn Eddy und Nils dem Gamern auf den Grund gehen werden!

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