Die 10 besten Wii-Spiele: Wir nehmen Abschied – Goodbye, Wii

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Am 30. November erscheint die Wii U in Deutschland. Im Rummel um den Verkaufsstart droht der Abschied einer alten Weggefährtin in Vergessenheit zu geraten. Die Generation Wii ist vorbei. Das Erfolgsmodell wird still und heimlich ausgemustert. Doch bevor die Wii in den Regalen von Liebhabern den Staub der Spiele-Geschichte sammelt, wollen wir einen kurzen Moment innehalten und ihr unseren Respekt erweisen. Wir blicken zurück auf sechs Jahre Konsolengeschichte und küren unsere absoluten Lieblinge unter den Wii-Spielen.

Die 10 besten Wii-Spiele: Wir nehmen Abschied – Goodbye, Wii

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie, in der E3 Pre-Shows noch richtig aufregend waren. Wir schreiben das Jahr 2004 und ein gewisser Satoru Iwata, seines Zeichens Präsident von Nintendo, betritt soeben die Bühne. Die versammelte Presse erwartet eine unspektakuläre Unternehmensrede. Nintendo dümpelt mit dem noch jungen GameCube vor sich hin. Business as usual also. Doch es kam erstens anders und zweitens als alle dachten.

Die 10 besten Wii-Spiele aller Zeiten

Iwata sprach urplötzlich von der »Definition einer neuen Maschine«, von einer vollkommen anderen Spielerfahrung und dann – nur zwei Jahre nachdem der GameCube erschienen war –  gibt er einen Satz zum Besten, der in die Games-Geschichte eingehen sollte: »Nintendo arbeitet an unserem neuen System und dieses System wird eine Gaming-Revolution erschaffen«. Die Kinnladen klappten auf einen historischen Tiefstand.

Heute sind uns die Hintergründe für diesen überraschenden Vorstoß bestens bekannt. Sonys Playstation 2 hatte den GameCube deutlich abgehängt und auch Microsofts erste Xbox hatte den klobigen Würfel bereits überholen können.  Nintendo musste handeln. Iwata tat genau das und lehnte sich dafür so weit aus dem Fenster, dass Nintendo zu stürzen drohte.

Es folgte ein Jahr voller wilder Gerüchte und Spekulationen – die von Nintendo geschickt genährt wurden. Immerhin gaben die Japaner ihrer siebten Konsolen-Generation den bescheidenen Codenamen „Revolution“. Doch hinter diesem bemerkenswerten Selbstbewusstsein des kriselnden Unternehmens lag allerdings mehr als nur heiße Marketingluft. Iwata und die seinen wussten, dass sie einen echten Trumpf auf Tasche hatten.

In einem Interview aus dem Jahr 2007 brachte Entwicklerlegende Shigeru Miyamoto die große Idee hinter dieser Konsole auf den Punkt: »Der Konsens in der Firma war, dass Leistung für eine Konsole nicht alles ist. Zu viele leistungsstarke Konsolen können auf Dauer nicht koexistieren. Wie fleischfressende Dinosaurier, die miteinander kämpfen und ihr eigenes Aussterben beschleunigen«.

Bereits 2001 hatte Nintendo auf der Grundlage dieser sogenannten „Blue Ocean Strategy“ mit der Arbeit an der Wii begonnen. Anstatt die direkte Konfrontation mit Microsoft und Sony zu suchen, entschied man sich, eine ganz neue Nische zu suchen, in unbekannte Gewässer vorzustoßen, aufs offene Meer, denn dort würde man praktisch konkurrenzlos sein.

Das große Unbekannte, etwas vollkommen Neues, die Revolution würde also kommen. Als 2005 die nächste E3 anstand, hatte der Hype um die noch namenlose Wii seinen Siedepunkt erreicht. Es rauschte wie selten zuvor im Blätterwald. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als Nintendo auf der E3 lediglich einen schnöden Prototypen der kleinen, schwarzen Konsole präsentierte. Eine Revolution sieht anders aus.

Hinter den Kulissen rumorte es gewaltig

Hinter den Kulissen rumorte es gewaltig. Die Techniker hatten mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Das Herzstück der geplanten Revolution – Nintendos neuer Controller – war noch nicht bereit für die Präsentation gewesen. Erst auf der Tokyo Game Show 2005 war es dann endlich soweit. Die schlimmsten Fehler waren ausgebügelt und Nintendo offenbarte sein großes Geheimnis: Den Motion-Controller.

Heute ist die Wii Remote das Objekt einer Grundsatzdiskussion. Für die einen ist es ein albernes Casual-Spielzeug, welches substanzlosen Mini-Spielen Vorschub leistete und gleichzeitig Nintendos Traditionsbestand marginalisierte.  Für die anderen ist die Wii Remote der wohl eindrucksvollste Beleg für die Innovationskräfte des japanischen Unternehmens. Damals allerdings, im Jahr ihrer ersten Präsentation, war die Wii Remote nicht weniger als das von Nintendo Versprochene: Eine Revolution.

Die überwiegende Mehrheit der Fachpresse feierte die neue Technologie im Anschluss an die TGS 2005 als Sensation. Doch sie sorgte auch jenseits der informierten Kreise für großes Aufsehen. Wie kaum eine andere Gaming-Hardware vor ihr erfuhr der Motion-Sensor-Controller breite mediale Aufmerksamkeit. Die Wii Remote war in aller Munde. Ein erstes Vorzeichen für den Eroberungsfeldzug, den Nintendo im bis dato unerforschten Land der Nicht-Spieler plante.

Man kann zu den Konsequenzen dieser Technologie stehen wie man will – Nintendos cleverer Unternehmensstrategie gebührt zweifelsohne Respekt.
Die Wii sollte als eine der drei erfolgreichsten Konsolen aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Der Preis des Erfolges

Doch zu welchem Preis? Ein paar Monate später wurde den Hardcore-Fans langsam bewusst, was sie da eigentlich bei der Tokyo Game Show gefeiert hatten. Am 27. April 2006 stellte Nintendo nicht nur den offiziellen Namen der neuen Konsole vor, sondern formulierte ganz nebenbei auch die Neuausrichtung des Unternehmens: »Die Wii wird die Mauer einreißen, die Gamer von allen anderen Menschen trennt. Wii klingt wie „wir“ und das unterstreicht: Diese Konsole ist für Jedermann«.

Es folgte einer der schlimmsten Shitstorms der Videospiel-Geschichte. Die Reaktionen auf Nintendos offizielles Statement kamen einer Naturkatastrophe gleich. In den Augen der Fans betrieb Nintendo den Ausverkauf der eigenen Markenphilosophie. Die Fans wollten mit Mario, Link & Co unter sich bleiben. Die Angst vor der Zukunft dieser Spielekultur und der Ärger über die Neuausrichtung flossen in der massiven Kritik am Konsolen-Namen zusammen. „Wii“ wollte einfach nicht gefallen.

Ende 2006 begann der offizielle Verkauf der Wii und mit dem zum Start vertretenen „The Legend of Zelda: Twilight Princess“ auch ein langer, schwerer Versöhnungsprozess für die Hardcore-Fans. Rückblickend behielten sowohl die Kritiker als auch die Loyalisten Recht. Die Wii öffnete die Tore zur Casual-Hölle und bescherte uns dennoch ein paar jener zeitlosen Klassiker, für die wir Nintendo so lieben.

Gewinnspiel: Abschiedssatz posten und Wii gewinnen!

Damit die Wii auch gebührend in die ewigen Konsolen-Jagdgründe geschickt wird, sollten wir ihr alle etwas mit auf den Weg geben. Einen letzten Abschiedssatz, ein paar persönliche Worte, ein kurzes Goodbye. Welchen Inhalt euer Kommentar hat, bleibt natürlich vollkommen euch überlassen. Ihr könnt der Wii also zum Beispiel für sechs schöne Jahre danken oder sie ein letztes Mal verfluchen. Hauptsache ihr postet, denn dann nehmt ihr automatisch an der Verlosung des Krombacher-Gewinnspiels teil.

 

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