Huawei MateBook X im Test: Die MacBook-Alternative mit Windows 10?

Peter Hryciuk
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Huawei legt mit dem MateBook X direkt ein ansehnliches Debüt hin. Das erste Windows-Notebook des chinesischen Herstellers muss sich vor der Konkurrenz wie dem Surface Laptop von Microsoft oder MacBook von Apple in puncto Design und Verarbeitungsqualität nicht verstecken. Doch kann das MateBook X als ultradünnes und leichtes Notebook tatsächlich in jeglicher Hinsicht überzeugen – oder gibt es Nachteile, die man vor dem Kauf kennen sollte? Das und vieles mehr verraten wir euch im Testbericht des Huawei MateBook X.

Huawei MateBook X im Test: Die MacBook-Alternative mit Windows 10?

Hohe Qualität und eine gute Ausstattung haben ihren Preis – und das trifft auch auf das Huawei MateBook X zu. Das chinesische Unternehmen bietet in Deutschland nur eine Konfiguration des Ultrabooks an und lässt den Interessenten damit keine Wahl bei der Ausstattung. Entweder der Core-i5-Prozessor, die 8 GB RAM und 256 GB große SSD reichen aus – oder man verzichtet auf das MateBook X. Preislich liegt das Notebook bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.399 Euro. Mit der Zeit könnte das Gerät natürlich etwas günstiger werden. Der nachfolgende Preisvergleich zeigt immer den aktuell günstigsten Preis an:

Mit dem hohen Einstiegspreis konkurriert es demnach also direkt mit den oben genannten Premium-Notebooks von Microsoft sowie Apple und besitzt auch gewisse Ähnlichkeiten beim Design – zumindest im Vergleich mit dem MacBook, das wir kürzlich getestet haben:

12 Zoll MacBook und Huawei MateBook X im Vergleich

Huawei MateBook X im Test

Optisch ist das MateBook X ein echter Leckerbissen. Als Vorbild hat man sich unverkennbar das 12-Zoll-MacBook von Apple genommen – was nicht negativ gemeint ist. Es handelt sich nämlich um ein sehr ansprechendes Ultrabook, das mit einem hochwertigen Gehäuse aus Metall ausgestattet ist und das Design von Apple sogar noch verfeinert. Dem aktuellen Trend folgend hat Huawei nämlich sehr schmale Displayränder verbaut, wodurch ein 13,3-Zoll-Display in einem sehr kompakten Gehäuse untergebracht wird. Das IPS-Panel besitzt nicht nur eine hohe Auflösung, sondern auch ein Seitenverhältnis von 3:2, mit dem im Vergleich zu einem 16:9-Display mehr Inhalt auf einmal angezeigt werden kann.

Die Auflösung des IPS-Displays liegt bei 2.160 x 1.440 Pixeln. Die Oberfläche spiegelt recht stark, die Helligkeit ist aber ausreichend hoch, um den Reflexionen entgegenzuwirken. Ein Touchscreen ist nicht verbaut, sodass die Bedienung mit dem Finger wegfällt – gleiches gilt für einen Digitizer und Stylus. Damit folgt Huawei auch hier dem Vorbild Apples, statt wie andere Hersteller von Windows-Geräten auf einen berührungsempfindlichen Bildschirm zu setzen. Dabei muss man sich aber auch zurecht die Frage stellen, wieso überhaupt ein spiegelndes Display verbaut wurde. Das wäre ohne Touchscreen nicht nötig und hätte eine bessere Ablesbarkeit zur Folge – auch wenn die Farben nicht mehr so kräftig wirken würden.

Insgesamt kann das Display des Huawei MateBook X aber überzeugen – auch wenn ich mich oft dabei erwischt habe, an den Bildschirm zu fassen. Das bin ich von meinem HP Spectre x360 einfach gewohnt, selbst wenn ich es nicht im Tablet-Modus verwende. Preislich ist das Spectre x360 als Convertible sogar günstiger zu haben:

Huawei MateBook E als Alternative

Immerhin hat Huawei mit dem ebenfalls neuen MateBook E eine Alternative im Angebot. Es handelt sich dabei um ein 2-in-1-Tablet mit Tastatur-Cover und einem Stylus. Die Unterschiede werden im nachfolgenden Video aufgezeigt:

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Huawei MateBook X und MateBook E vorgestellt

Kompakte Bauform ohne große Kompromisse

Trotz der schmalen Rahmen um das Display hat es Huawei im Vergleich zu anderen Herstellern geschafft, die Webcam des MateBook X an bekannter Position über dem Display zu verbauen. Die Auflösung der Kamera liegt aber nur bei einem Megapixel. Das reicht zwar aus, um bei Videotelefonaten erkannt zu werden, zu viel darf man sich von der Qualität aber nicht erwarten. Unter dem Display ist nur noch das Huawei-Logo untergebracht.

MateBook X mit herausragenden Lautsprechern

Bei einem so dünnen und leichten Ultrabook, die Maße des Huawei MateBook X betragen nur 286 x 211 x 12,5 mm, darf man eigentlich nicht mit guten Lautsprechern rechnen. In Zusammenarbeit mit Dolby hat es das chinesische Unternehmen aber geschafft, einen sehr guten Klang zu realisieren. Die Lautsprecherleiste befindet sich direkt über der Tastatur und gibt den Ton somit direkt zum Nutzer aus. Der Sound wirkt dabei sehr voluminös und laut. Damit lässt sich ohne Probleme ein kompletter Raum beschallen und die Lautsprecher übersteuern dabei auch nicht. Allein an Bass fehlt es.

Fingerabdruckscanner im Powerbutton

Auf einen biometrischen Sensor hat Huawei erfreulicherweise nicht verzichtet. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Powerknopf in der rechten oberen Ecke. Er ist kinderleicht über Windows Hello von Windows 10 einzurichten und erlaubt eine blitzschnelle Anmeldung im Betriebssystem. Neben der Lösung von Microsoft mit der Gesichtserkennung ist das die bisher komfortabelste Lösung in einem Windows-Gerät, die wir jemals zur Anmeldung in Windows 10 verwendet haben. Das Huawei MateBook X ist dank des leistungsstarken Prozessors und der blitzschnellen SSD zudem in wenigen Sekunden hochgefahren und der Benutzer angemeldet. So wünscht man sich das.

Flache Tastatur mit zwei Hintergrund-Helligkeitsstufen

Bei der Tastatur erlaubt sich Huawei wenig Schwächen. Die Tasten des MateBook X sind zwar recht flach geraten, besitzen aber einen angenehmen Druckpunkt und sind in zwei Helligkeitsstufen beleuchtet. Die Beschriftung der Tasten ist gut abzulesen. Wie üblich sind viele F-Tasten mit zusätzlichen Funktionen für das Notebook ausgestattet, um so beispielsweise die Lautstärke, Helligkeit der Tastatur oder die des Displays verändern zu können. Alles wird von Windows 10 voll unterstützt.

Über die F10-Taste erreicht man zudem die „Mein MateBook“-App, in der verschiedene Informationen und Einstellungen vorgenommen werden können, die speziell das MateBook X betreffen. Negativ sind an der Tastatur nur die Pfeiltasten aufgefallen. Die zwei Tasten für nach oben und unten teilen sich die Fläche, die andere Tasten für sich alleine zur Verfügung haben. Das hätte nicht sein müssen. Etwas nach unten versetzte Pfeiltasten wären die Lösung gewesen – hätten die geradlinige Optik aber wohl zerstört.

Touchpad aus Glas

Sehr gut gefallen hat uns das Touchpad, das mit einer Oberfläche aus Glas ausgestattet ist. Das hat den Vorteil, dass die Finger sehr angenehm über die Oberfläche gleiten und die Multi-Touch-Gesten so perfekt genutzt werden können. Das ist wichtig, denn wenn man schon keinen Touchscreen hat, sollte das Scrollen über das Touchpad einwandfrei funktionieren. Die Größe ist sehr angenehm und die Position gut durchdacht – nur die rechte Maustaste funktioniert nicht immer. Während der Bereich zur Erkennung der linken Maustaste fast über die komplette linke Hälfte des Touchpads gut funktioniert, ist es bei der rechten Maustaste nicht der Fall. Um einen rechten Mausklick durchführen zu können, muss man schon recht weit rechts unten drücken.

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