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Lenovo Yoga 900 im Test: Endlich mehr Leistung

Peter Hryciuk
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Das Lenovo Yoga 900 tritt die Nachfolge des beliebten Yoga 3 Pro an und wurde in vielen Punkten sinnvoll verbessert: Es ist das aktuell dünnste Convertible mit leistungsstarkem Intel Core i7 Prozessor der 6. Generation. Im Vergleich zum Vorgänger steht somit endlich eine deutlich höhere Leistung zur Verfügung, gleichzeitig muss aber nicht auf das schicke Design und die hohen Laufzeiten verzichtet werden. Ob das Lenovo Yoga 900 damit im Alltag überzeugen konnte, beantworten wir in diesem Test.

Bekanntes Design mit mehr Leistung

Das Lenovo Yoga 900 und das Yoga 3 Pro sind sich in vielen Punkten ähnlich, während beim Vorgänger aber noch der schwächere Intel Core M-Prozessor zum Einsatz kam, hat Lenovo sich die Kritik der Nutzer zu Herzen genommen und in der neuen Generation einen deutlich leistungsstärkeren Prozessor verbaut: In unserem Testgerät arbeitet nun ein brandneuer Intel Core i7-6500U Skylake-Prozessor der 6. Generation, dem 16 GB RAM und 256 GB SSD-Speicher zur Seite stehen. Diese Konfiguration kostet aktuell 1499 Euro, für 200 Euro mehr wird der interne Speicher auf 512 GB verdoppelt. Weitere Unterschiede gibt es nicht. Zur Wahl stehen mit Silber, Gold und Orange drei Farben, unser Testgerät war silbern.

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Übrigens: Wer den Speicher des 900 im Nachhinein erweitern möchte, kann das auch tun: Die Unterseite ist lediglich mit 10 Torx Schrauben befestigt. Hat man diese entfernt, bekommt man Zugriff auf die M.2-SSD und kann bei Bedarf sogar eine 1 TB-SSD verbauen. Außerdme liegen nach Demontage der Unterseite auch der 66-Wh-Akku und das WiFi-Modul frei – trotz der sehr kompakten Bauweise mit nur 14,9 mm Dicke ist das Yoga 900 damit sehr wartungsfreundlich.

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Stichwort Akku: Die Laufzeit ist ebenfalls erfreulich hoch. Spielt man ein Video mit voller Helligkeit und WiFi-Verbindung ab, kommt man auf 9,5 Stunden, im normalen Betrieb haben wir die von Lenovo angegeben 9 Stunden damit sogar übertrumpft. Belastet man das System stärker, sinkt die Laufzeit aber auf 6 bis 7 Stunden. Im Vergleich zum Vorgänger bedeutet das also mehr Leistung und trotzdem kaum kürzere Laufzeiten. Der einzige Nachteil des leistungsstärkeren Prozessor sind die zwei verbauten Lüfter, die Lenovo aber dahingehend optimiert hat, nicht allzu störend zu wirken.

Bildergalerie Lenovo Yoga 900 Hardware

Gliederscharnier schafft hohe Stabilität

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Das edle Design wird nicht nur durch das Gliederscharnier aus 813 Einzelteilen bestimmt, sondern auch durch die äußeren Bereiche aus Metall. Diese fühlen sich nicht nur gut an, sondern schaffen auch eine sehr hohe Stabilität und Verwindungssteifigkeit beim Display – bei einer so dünnen Bauform ist das essenziell. Das Scharnier sieht derweil nicht nur gut aus, es öffnet sich auch sehr angehen und hält das Display in jedem Winkel straff in Position, ein Nachwippen des Displays gibt es mit dieser Konstruktion kaum. Ein wirklich großer Vorteil, wenn man zwischendurch den Touchscreen nutzt.

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Es handelt sich dabei zudem um ein 360-Grad-Scharnier, welches in verschiedenste Positionen gebracht werden kann: Klappt man das Display komplett um, lässt es sich als Tablet nutzen, im Präsentationsmodus lassen sich z.B. Filme sehr gut schauen. Die Variabilität ist enorm hoch, das Gewicht mit 1290 Gramm bei einer Größe von 13,3 Zoll aber angenehm leicht. Ein guter Kompromiss, wenn man sein Gerät ab und zu auch als Tablet nutzen möchte.

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Lenovo bringt im Scharnier die Schlitze der zwei aktiven Lüfter unter. Im Gegensatz zur Konkurrenz sind an der Unterseite somit keine zusätzlichen Öffnungen mehr zu finden, wodurch man das Gerät auch problemlos auf z.B. einer Decke nutzen kann. Das Lüftergeräusch ist sehr angenehm und zurückhaltend. Im normalen Betrieb hört man den Lüfter fast nie. Bei kleineren Belastungen wird der Lüfter aktiv, schaltet sich dann aber auch wieder aus. Bei höheren Belastungen, wie z.B. Benchmarks oder Spielen, ist der Lüfter schon deutlicher zu hören, das Geräusch ist aber nicht wirklich störend. Warm wird das 900 nur bei voller Belastung – warm, aber nicht heiß.

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USB Typ C Anschluss mit USB 3.1

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Das Lenovo Yoga 900 besitzt erstmals einen USB Typ C-Anschluss mit USB 3.1. Damit lassen sich diverse neue USB Typ C-Geräte, wie z.B. das Lumia 950 XL, direkt anschließen. Ansonsten bleibt es bei zwei USB 3.0-Ports und einem Netzanschluss, der optional auch als USB 2.0-Anschluss genutzt werden kann, wenn das Convertible nicht aufgeladen wird. Externe Monitore können nur noch über den USB Typ C-Anschluss verbunden werden, Adapter dafür müssen extra gekauft werden. Durch den vollwertigen SD-Kartenslot lässt sich eine Speicherkarte aus zum Beispiel einer Kamera direkt einstecken – die versinkt aber nicht komplett im Gehäuse, sondern steht noch zur Hälfte heraus.

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13,3-Zoll-Display mit 3200 x 1800 Pixel

Das IPS-Display löst mit sagenhaften 3.200 x 1.800 Pixeln auf, das sorgt für eine sehr scharfe Darstellung. Windows 10 muss dann aber mit 225% skalieren, damit Inhalte überhaupt anständig gelesen werden können – wenn Programme nicht für eine solche Skalierung optimiert sind, wird die Bedienung sehr schwer. Die Oberfläche des Displays spiegelt und die Helligkeit muss fast immer bei 70% bis 100% eingestellt werden, ist damit dann aber in den meisten Situationen ausreichend hoch. Im Freien sollte man sich dennoch einen schattigen Platz suchen, um zu starke Spiegelungen zu vermeiden. Einen Digitizer hat Lenovo leider nicht verbaut, demnach lassen sich auch keine handschriftlichen Eingaben umsetzen.

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Unter dem Display findet sich ein Windows-Logo, welches nicht beleuchtet ist, aber als sensitiven Touchknopf doppelt – darüber wird das Startmenü geöffnet. Weiterhin gibt es Lenovo-, 900- und Yoga-Logos. Ein Intel Core i7-Aufkleber darf natürlich auch nicht fehlen.

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Über dem Display ist eine 720p-Webcam verbaut, die von Array-Digitalmikrofonen unterstützt wird – Videotelefonate funktionieren damit gut, eine höhere Auflösung und eine Windows Hello-Funktion wären aber wünschenswert gewesen. Das sollte bei dem Preis des 900 eigentlich zur Ausstattung gehören und würde das Convertible deutlich aufwerten.

Flache Tasten und falsch positioniertes Trackpad

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Die Tastatur ist von Kunststoff umgeben, welcher eine leichte Struktur besitzt. Das fühlt sich sehr angenehm an und erinnert fast schon an Leder. Besonders erfreulich ist aber, dass dort überhaupt keine Gebrauchsspuren zu sehen sind. Wir haben den Lenovo Yoga 900-Test und den Microsoft Lumia 950 XL-Test auf diesem Convertible geschrieben – und bisher sind keinerlei Abnutzungserscheinungen zu erkennen. Beim Touchpad sieht das ganz anders aus: Dort sieht man die Gebrauchsspuren sofort. Ein Touchpad aus Glas würde nicht nur die Bedienung verbessern, sondern auch einen hochwertigeren Eindruck schaffen. Die Eingaben selbst werden aber gut umgesetzt.

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Negativ aufgefallen ist dafür die exakt mittige Position des Touchpads: Da die Tastatur durch die seitlichen Sondertasten etwas nach links gerutscht ist, ist es uns häufiger passiert, dass wir mit dem Ballen der rechten Hand aus Versehen Mausaktionen ausgeführt haben. Hätte Lenovo das Touchpad nur 1 cm weiter links platziert, würde das nicht passieren.

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Die Tastatur bietet viele Sondertasten und kann in zwei Helligkeitsstufen weiß beleuchtet werden. Der Hub der Tasten ist gut, auch wenn er recht kurz ausfällt. Die Tasten sind nämlich sehr flach, woran man sich zunächst gewöhnen muss, um fehlerfrei schreiben zu können. Nach einiger Zeit klappt das aber sehr gut. Durch die flache Bauweise des Yoga 900 konnten wohl keine höheren oder gewölbten Tasten verbaut werden, wie man es von den bisherigen AccuType-Tastaturen des Herstellers kennt – hier ging Design etwas vor Funktion. Die Tasten mit den zusätzlichen Funktionen sind selbsterklärend, die Strg- und Fn-Tasten zum Glück korrekt angeordnet.

Performance: Deutlich mehr Leistung als beim Vorgänger

Der Intel Core i7-6500U Dual-Core-Prozessor bietet in allen Situationen sehr viel Leistung. Dazu gibt es 16 GB RAM und eine 256 GB große SSD. Diese erreicht Lese- und Schreibwerte von 473 MB/s und 291 MB/s. Unter Windows 10 ist die Performance entsprechend hoch: Es gibt im normalen Betrieb überhaupt keine Verzögerungen und auch das Bearbeiten von Fotos und Videos klappt gut. Noch besser wäre das Yoga 900 freilich, wenn eine NVMe-SSD verbaut wäre, wie es z.B. beim Surface Pro 4 der Fall ist.

 

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Im Vergleich zur vorherigen Prozessor-Generation von Intel hat die HD Graphics 520-GPU etwas mehr Leistung: Selbst Spiele wie Diablo 3 laufen mit normalen Details. Schwer wird es für das Convertible nur bei vielen Gegnern, zu vielen Effekten und wenn man die native Auflösung nutzen möchte. 3.200 x 1.800 Pixel sind halt schon eine Hausnummer, die selbst mit einer dedizierten GPU oft schwer zu schaffen stemmen ist. Spiele aus dem Windows Store sind natürlich absolut kein Problem.

Benchmarks

Das Lenovo Yoga 900 ist zwar mit einem Intel Core i7-Prozessor ausgestattet und kommt auch mit 16 GB RAM, durch die langsamere SSD von Samsung ist das Convertible in Benchmarks trotzdem langsamer als das Surface Pro 4 mit Core i5 und NVMe-Speicher – ob die Leistung der CPU hier durch die kompakte Bauform beschränkt wird, lässt sich nicht eindeutig sagen. Es wäre aber eine Erklärung für die teilweise geringen Werte. Insgesamt ist die Performance des Systems aber sehr hoch, erst bei größeren Berechnungen könnte sich die Leistung im Vergleich zum Surface Pro 4 etwas schlechter darstellen.

Benchmark Lenovo Yoga 900 (Core i7, 16 GB RAM, 256 GB SSD) Surface Pro 4 (Core i5, 8 GB RAM, 256 GB SSD)
Valley Basic 411 (9,8 FPS) 763 (18,2 FPS)
Valley Extreme HD 113 (2.7 FPS) 175 (4,2 FPS)
Cinebench R15 (CPU / Open GL) 298 / 39,07 306 / 37,43
PCMark 08 (Home) 2291 2828
3D Mark (Skydiver) 3293 3602
3D Mark (Firestrike) 799 851

Windows 10 und Lenovo-Software

Lenovo hat wie auf all seinen Geräten auch beim Yoga 900 diverse Software vorinstalliert und liefert das Convertible direkt mit Windows 10 Home aus. Als Antivirenprogramm gibt es die Suite von McAffee, ansonsten noch Programme wie Lenovo Companion, -Settings und ähnliche – alles kleinere Helferlein, die das System optimieren und auf dem neusten Stand halten sollen. Ob man diese wirklich benötigt, ist natürlich eine andere Frage. Allein die Recovery-Funktion ist definitiv sinnvoll, wenn man das System sichern und wiederherstellen möchte. Allgemein ist weniger in unseren Augen bei zusätzlicher Software aber immer mehr.

Lenovo OneKey Recovery

Die Stabilität von Windows 10 ist auf dem Yoga 900 sehr hoch. Das Notebook arbeitete in den zwei Wochen des Testzeitraums absolut zuverlässig und hat sich keinen Absturz oder Aussetzer erlaubt. Es standen einige Aktualisierungen zur Verfügung, die ohne Probleme installiert werden konnten. Danach funktioniert auch die Darstellung des Akkustands in Prozent in der Taskleiste. Lenovo hat auch dafür eine zusätzliche Software vorinstalliert. Klickt man auf das Symbol, dann kommen viele zusätzliche Einstellungen zum Vorschein, die man so noch schneller erreichen kann.

lenovo akku settings

Der Wechsel in den Ruhemodus funktioniert, wie man sich das wünscht. Man klappt das Laptop einfach zu und beim Aufklappen wacht es wieder auf. Der Bootvorgang ist durch die SSD und schnelle CPU sehr kurz. Innerhalb von wenigen Sekunden steht das System zur Verfügung und es kann losgelegt werden. Klappt man das Display komplett um, macht sich Continuum bemerkbar und möchte in den Tablet-Modus wechseln. Der Wechsel funktioniert zwar, verläuft aber nicht ganz so flüssig. Das liegt allerdings eher an Windows 10 als an der zur Verfügung stehenden Leistung. Microsoft wird die Continuum-Funktion mit dem kommenden Redstone-Update aber sicher noch weiter verfeinern.

Fazit: Immer noch viel Verbesserungspotenzial

Lenovo Yoga 900 Test_01

Das Lenovo Yoga 900 wurde im Vergleich zum Vorgänger an vielen Stellen verbessert. Es gibt mehr Leistung, eine bessere Kühlung, eine überarbeitete Tastatur und trotzdem sehr hohe Laufzeiten. Das Gliederscharnier sieht zudem nicht nur schick aus, sondern ist auch deutlich stabiler und versteckt gekonnt die Lüfterschlitze. Das Convertbile ist sehr dünn und leicht – und damit auch die perfekte Kombination zwischen Ultrabook und Convertible mit 360-Grad-Scharnier.

Es gibt trotzdem einige Punkte, die nicht zur Preisklasse passen: So sitzt das Trackpad etwas zu weit rechts und dürfte durchaus aus Glas bestehen. Das Display könnte etwas heller sein und eine 3D-Kamera für Windows Hello wäre wünschenswert. Es fehlt außerdem ein Digitizer für seinen Stylus.

Unsere Test-Wertung zum Lenovo Yoga 900

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 4/5
  • Tastatur / Trackpad: 3/5
  • Konnektivität: 4/5
  • Akku und Alltag: 4/5

Gesamt: 77%

Pro

  • Gute Verarbeitung & Stabilität
  • Akkulaufzeit
  • Gliederscharnier
  • Variabilität
  • USB Typ C
  • Wartungsfreundlich
  • Dünn & leicht

Kontra

  • Position des Trackpads
  • Skalierung von nicht optimierten Programmen
  • Relativ teuer

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