Lenovo Yoga 910 im Test: Convertible-Pionier punktet

Peter Hryciuk
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Mit dem Lenovo Yoga 910 haben wir uns im Test den neuesten Sprössling der High-End-Yoga-Serie angeschaut, das in puncto Performance, Design und Laufzeit neue Maßstäbe setzen möchte. Viele der Kritikpunkte, die wir beim Test des Yoga 900 noch hatten, wurden erfreulicherweise behoben. Es gibt aber noch einige Bereiche, die immer noch nicht perfekt sind – und teilweise sogar verschlechtert wurden. Ob das teure Yoga 910 unseren Ansprüchen dieses Mal genügt, erfahrt ihr im nachfolgenden Testbericht.

Lenovo Yoga 910 im Test: Convertible-Pionier punktet

Das Lenovo Yoga 910 ist mehr Evolution als Revolution im Vergleich zum Yoga 900. Deswegen konzentrieren wir uns in diesem Test auf die Unterschiede zum Vorgänger und die Neuheiten. Es handelt sich weiterhin um das Flaggschiff-Convertible des chinesischen Herstellers, das zu Preisen ab 1.299 Euro verkauft wird:

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Lenovo Yoga 910: High-End-Convertible ausprobiert

Dafür bekommt man ein echtes Premium-Produkt des Convertible-Pioniers mit hochwertigem Gehäuse aus Metall, dem Gliederscharnier aus über 800 Einzelteilen, das sich schon bei den Vorgängern bewährt hat, und absolute High-End-Spezifikationen. Zum Test haben wir das Lenovo Yoga 910 mit Full-HD-Display erhalten. Optional gibt es noch ein Modell mit 4K-Auflösung. Im Hinblick auf die Laufzeit und Performance ist man mit der Full-HD-Version aber extrem gut aufgestellt, wie unser Test des Yoga 910 ergeben hat.

Lenovo Yoga 910 geht optisch mit der Zeit

Wie viele andere Hersteller hat auch Lenovo dem Yoga 910 eine Frischzellenkur in Form von schlanken Displayrändern verpasst. Das Unternehmen hat aber nicht nur einfach die Ränder um das Display verkleinert, sondern setzt nun auf ein 14 Zoll in der Diagonale messendes IPS-Display – zuvor waren es 13,3 Zoll. Die dünnen Ränder an der rechten, linken und Oberseite haben aber einen Nachteil: Die 720p-Kamera sitzt nun unter dem Display. Der Blickwinkel könnte beim Videotelefonieren also recht ungünstig sein. Die zwei Mikrofone sind weiterhin neben der Kamera angebracht.

Lenovo spendiert den Käufern des Lenovo Yoga 910 also ein etwas größeres Display und hat dabei die Außenmaße des Convertibles sogar noch verkleinert. Das Yoga 910 mit 14-Zoll-Panel kommt auf 323 x 224,5 x 14,3 mm, während das Yoga 900 mit 13,3-Zoll-Display auf 324 x 225 x 14,9 mm kam. Mit 1.400 Gramm ist es aber auch etwas schwer, was am größeren Akku liegt. Das Yoga 900 war mit einem 66-Wh-Akku ausgestattet, das neue Yoga 910 besitzt einen 78-Wh-Energiespeicher.

Die an der Unterseite angebrachten JBL-Lautsprecher liefern einen guten Klang. Verwendet man das Yoga 910 aber auf einem weichen Untergrund, wird der Ton deutlich gedämmt.

Unser Lenovo Yoga 910 hat eine schwarze Oberfläche, die zwar ein mattes Finish besitzt, aber trotzdem recht schmutzempfindlich ist. Fingerabdrücke oder andere Schmutzpartikel sind auf der Oberfläche schnell sichtbar, lassen sich aber relativ leicht entfernen. Das spiegelnde Display muss regelmäßig gereinigt werden, da sich dort auch schnell Abdrücke sammeln, wenn man den Touchscreen verwendet.

Höhere Laufzeit dank größerem Akku

Der größere Energiespeicher zeigt sich auch deutlich in der erreichten Akkulaufzeit. Beim Yoga 900 waren es noch 9,5 Stunden (QHD+Modell), beim Yoga 910 haben wir 11 Stunden und 45 Minuten dauerhafte Wiedergabe eines Videos bei voller Helligkeit des Displays erreicht. Belastet man den Core-i7-Prozessor unseres Testgeräts aber dauerhaft, sinkt die Laufzeit spürbar. Dann waren nur noch knapp unter 4 Stunden drin. Unter Volllast wird der Prozessor aber auch spürbar in der Leistung limitiert. Das Throttling ist in Benchmarks wie Cinebench zu sehen – aber auch zu hören am Lüfter. Bei der Dauerbelastung wird das Yoga 910 zunächst recht laut mit den voll aufdrehenden Lüftern, mit der Zeit normalisiert sich die Lautstärke. Dann wird der Turbo und Maximaltakt des Prozessors nicht mehr dauerhaft ausgenutzt.

Zum Einsatzgebiet eines solch dünnen und mobilen Convertibles gehören aber auch keine umfangreichen Berechnungen oder Gaming. Ab und zu ein Bild bearbeiten, Video schneiden und Casual-Games spielen ist kein Problem. Die SSD ist schnell, es gibt viel Arbeitsspeicher und einen leistungsstarken mobilen Prozessor.

Lenovo Yoga 910 mit größerem Display

Die Helligkeit des 14-Zoll-Displays ist ausreichend hoch. Durch die spiegelnde Oberfläche muss man aber fast in jeder Situation die volle Helligkeit nutzen, um den Reflexionen entgegenzuwirken. Ein mattes Display wäre wünschenswert, ist aber weiterhin bei kaum einem Hersteller zu bekommen. Die Farbdarstellung des Displays ist recht warm kalibriert, was für einen leicht verfälschten Weißwert sorgt. Die Schärfe des Full-HD-Displays mit 1.920 x 1.080 Pixeln ist gut. Es sind keine Unterschiede zum Vorgänger zu erkennen.

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Lenovo Yoga 910
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83 von 100 Punkten
(13. Juni 2017)

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