MacBook Air 2011: SSD-Leistungsschwankungen entdeckt

Flavio Trillo
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Das neue MacBook Air kann mit bis zu 256 Gigabyte Flash-Speicher ausgerüstet werden, sowohl in der 11-Zoll- als auch in der 13-Zoll-Variante. Doch nicht nur die Kapazität ändert sich mit der Konfiguration des gewählten Modells. Wie sich herausstellte, unterscheiden sich die verbauten SSD-Module auch in ihrer Geschwindigkeit.

Man sollte meinen, dass es kaum einen Unterschied macht, von welchem Hersteller nun die Flash-Module stammen. Ob Toshiba oder Samsung, konstante Qualität kann von beiden erwartet werden, dafür sollte Apple gesorgt haben. TechfastLunch&Dinner testete die SSD-Chips aus dem aktuellen MacBook Air und stellte fest, dass sie keineswegs die gleiche Leistung bringen.

Toshibas Flash-Speicher ist um einiges langsamer als die Komponenten des koreanischen Herstellers. Dies ergaben Geschwindigkeitstests, durchgeführt mit Blackmagic Disk Speed Test aus dem Mac App Store. Der Samsung-Speicher (128 GB) erreichte demnach Transferraten von 246 (Schreiben), beziehungsweise 264 Megabyte pro Sekunde (Lesen).

Als TLD den Test erneut auf einem 13-Zoll-MacBook Air mit Toshibas 128 GB-Chip durchführte, kamen nur Werte von 156 (Schreiben), beziehungsweise 208 Megabyte pro Sekunde (Lesen) heraus. Ein Unterschied von fast 100 Megabyte pro Sekunde für Schreibvorgänge und immerhin knapp 60 Megabyte für Lesevorgänge. Das mag im Alltag von Textverarbeitung und Internet-Surfen nicht so sehr auffallen, ist aber dennoch eine bemerkenswerte Diskrepanz.

Es gibt kein eindeutiges Muster, welche SSD für welche Modellvariante zum Einsatz kommt. Angeblich seien jedoch von den “Problem-Chips” aus dem Hause Toshiba hauptsächlich die großen Kleinen betroffen – die 13-Zoll-Geräte. Wer ein 11-Zoll-MacBook Air neuester Bauart erworben hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit über einen schnellen Samsung-Speicher verfügen.

Wer sicher sein will, womit sein Gerät bestückt ist, öffnet am besten das “Über diesen Mac” Infofenster und startet dort über die Schaltfläche “Weitere Informationen…” die Systeminformationen (unter OS X Lion ist nun ein weiterer Klick auf “Systembericht…” vonnöten, alternativ können die Systeminformationen unter dieser Bezeichnung auch direkt über die Spotlight-Suche aufgerufen werden).

Unter dem Eintrag “Serial-ATA” in der Seitenleiste findet man dann die Modellbezeichnung seiner SSD: Lautet diese “Apple SSD TS…”, handelt es sich im einen Toshiba-Chip. “Apple SSD SM…” steht für ein Samsung-Laufwerk.

60 Megabyte hören sich möglicherweise nicht nach viel an. Schließlich bedeutet der Unterschied bei einer Datei von 4 Gigabyte Größe nur einen um etwa 4 Sekunden langsameren Lesezugriff. Für Schreibvorgänge ergeben sich bei derselben Dateigröße jedoch bereits fast 10 Sekunden zusätzliche Wartezeit. Auch das mag, schnelllebige Zeit, terminorientierte Marktwirtschaft hin oder her, erträglich erscheinen. Für ein Unternehmen, dass sich als Qualitäts-Garanten versteht, sind solche Diskrepanzen dennoch eher untypisch.

Apple wollte sich auf Nachfrage durch macnews.de nicht zu der Sache äußern.

Weitere Themen: MacBook, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog

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