MacBook-Air-Produktion gestoppt: Chinesische Behörde ordnet Umweltschutzmaßnahmen an

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“Made in China” lässt uns häufig an miserable Arbeitsbedingungen und unverantwortliche Umweltverschmutzung denken. Auch Apple ist wegen solcher Umstände schon häufig in die Kritik geraten. Nun muss ein Hersteller die Fertigung des MacBook Air und anderer Notebooks vorerst einstellen. Die örtlichen Behörden haben Umweltschutzmaßnahmen angeordnet.

Vielen Schwellenländern in Asien, Afrika und Südamerika ist mehr an industriellem Wachstum gelegen, als an einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt. In einigen Fällen ist dieses Bestreben insoweit nachvollziehbar, als die fortschrittliche “westliche” Welt solche, erst jetzt aufkeimenden Industrienationen über Jahrhunderte hinweg durch Kolonialisierung und systematische Ausbeutung an eigenem Fortschritt gehindert hat.

Auch in China, inzwischen eine Industrienation, ist von staatlicher Seite ein Einschreiten gegen Umweltsünder häufig nicht unbedingt erste Priorität. Vor allem dann nicht, wenn es zur Folge hat, dass die Produktion von Exportgütern gehemmt oder unter Auflagen zu stellen wäre. Jetzt hat sich aber zumindest eine Region entschlossen, etwas zu unternehmen. Einer Meldung der Financial Times zufolge muss “Catcher”, ein eher obskures Unternehmen, dessen Erzeugnisse uns jedoch unter dem Namen “MacBook Air” bekannt sein dürften, einen Teil seiner Produktionslinien schließen.

Anwohner in der Nähe der Fertigungsstätte im chinesischen Suzhou hatten sich über üble Gerüche beschwert. Daraufhin seien örtliche Behörden eingeschritten. Catcher wurde aufgetragen, Verbesserungsmaßnahmen zu treffen. Welche das genau sind, ist hingegen nicht bekannt. Nach eigenen Angaben wird der Hersteller ein Fünftel seines Oktober-Solls einbüßen, vorausgesetzt die Arbeiten werden zügig abgeschlossen und von den zuständigen Behörden abgenommen.

Ob dieser Schritt, wie die Financial Times nahe legt, tatsächlich eine Art Trendwende im Umweltbewusstsein chinesischer Behörden einleitet, bleibt abzuwarten. Schließlich weiß man nur wenig über die Umstände und die konkreten Schutzmaßnahmen. Besonders zynisch ist der letzte Satz des Artikels, in dem der Autor über die Folgen schärfere Sanktionen für die Umweltsünder unter den Produzenten in Fernost sinniert: “Wenn sich diese Praxis über das ganze Land ausbreitet, könnte das für weitere Schließungen und potentielle Lieferverzögerungen sorgen – das kann die Branche überhaupt nicht brauchen”.

So wenig man über den Vorfall weiß, sind doch jedwede Bemühungen der chinesischen Behörden in dieser Richtung zunächst einmal zu begrüßen. Kurzzeitige “Kurseinbrüche” oder das eine oder andere Notebook weniger im Regal dürften gerade noch zu verschmerzen sein.

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Weitere Themen: Macbook, Catcher Technology


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