MacBook Pro: Wer alles löscht, löscht nicht alles – so geht es richtig

Florian Matthey

Wer einen Mac verkauft oder weitergibt, kann dessen Daten mithilfe der Wiederherstellungs-Partition komplett löschen. Bei einem MacBook Pro mit Touch Bar ist allerdings Vorsicht geboten: Selbst dann ist nicht alles gelöscht.

MacBook Pro: Wer alles löscht, löscht nicht alles – so geht es richtig

MacBook Pro: Besonderheit beim Löschen beachten

Apple hat ein Support-Dokument, in dem das Unternehmen Tips fürs Vorbereiten eines Mac vor einem Verkauf gibt, um einen Eintrag zum MacBook Pro mit Touch Bar erweitert. In dem Support-Dokument erklärt Apple neben dem Löschen aller Daten über die Wiederherstellungs-Partition unter anderem das Abmelden von iTunes, iCloud und iMessage sowie das Entkoppeln von Bluetooth-Geräten.

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MacBook Pro 2016: Touch Bar im Test

Apple-untypischer Ausflug ins Terminal nötig

Bei einem MacBook Pro mit Touch Bar reicht das aber nicht, um wirklich alle Daten zu entfernen und es in einen Quasi-Werkszustand zu versetzen: Hier ist ein zusätzlicher Ausflug ins Terminal nötig. Benutzer müssen von der Wiederherstellungs-Partition starten, indem sie nach einem Neustart die Tastenkombination Befehlstaste-R gedrückt halten, dann die Terminal-App starten und den Befehl xartutil –erase-all eingeben. Nach dem Drücken der Eingabetaste müssen sie dann noch yes eingeben und erneut die Eingabetaste drücken.

Dass Apple auch reguläre Benutzer aufs Terminal verweist, ist untypisch: Wirklich elegant und benutzerfreundlich ist diese Lösung nicht. Auch erklärt das Unternehmen in dem Support-Dokument überhaupt nicht, warum dieser Schritt nötig ist: Wie kann es sein, dass alle Daten – mit Ausnahme der Wiederherstellungs-Partition – gelöscht sind, der Benutzer aber dennoch manuell noch etwas löschen muss?

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MacBook Pro: Terminal-Befehl löscht Fingerabdrücke

Der Blogger Stephen Hackett hat den Befehl getestet und herausgefunden, was er bewirkt: Nach der Eingabe sind die in der Secure Enclave – ein Teil des Apple-Chips, der die Touch Bar betreibt – gelöscht. Dort speichert das MacBook die über Touch ID eingelesenen Fingerabdruckdaten.

Wer aber schon ein MacBook Pro weitergegeben haben sollte, ohne den Befehl auszuführen, muss sich keine Sorgen machen: Die in der Secure Enclave gespeicherten Daten sind verschlüsselt; anderen ist es also nicht möglich, den Fingerabdruck des Vorbesitzers auf diesem Wege auszulesen. Wenn der neue Besitzer seinen Fingerabdruck einlesen lässt, überschreibt das System die bisherigen Daten. Dennoch ist es natürlich besser, vor einem Verkauf auch diese Daten zu löschen.

Quelle: Apple, 512Pixels via 9to5Mac

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