MacBook Pro mit Retina Display: Wartung ist fast unmöglich

Florian Matthey
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Mit dem sehr dünnen, aber dennoch leistungsstarken MacBook Pro mit Retina Display hat Apple ein kleines Wunder der Ingenieurskunst erschaffen. Doch das Design hat seine Nachteile: Die Reparatur-Website iFixit vermeldet, dass noch kein Laptop so schwer zu warten war wie Apples neues Flaggschiff.

MacBook Pro mit Retina Display: Wartung ist fast unmöglich

“Apple hat alles, was wir hassen, in eine wunderschöne kleine Verpackung gepackt”, so das Fazit der Reparatur-Experten, nachdem sie das neue MacBook Pro mit Retina Display auseinander genommen haben. Ärgerlich seien zunächst die “Pentalobe-Schrauben“, die Apple auch im iPhone 4 und iPhone 4S verwendet. Kaum jemand verfügt über entsprechende Schraubenzieher – wodurch Apple auch zum Ausdruck bringt, dass die Endkunden nach Auffassung des Unternehmens nicht selbst Hand anlegen sollen.

Wer das Gehäuse dennoch geöffnet bekommt, findet dort unter anderem den Arbeitsspeicher – der wie beim MacBook Air aber direkt mit dem Logic Board verlötet ist. Wer sich nicht für 16 Gigabyte RAM als Built-to-Order-Option entscheidet, muss dauerhaft mit den 8 Gigabyte der Standard-Ausführung leben. Sollte ein RAM-Chip mal defekt sein, wird gleich der Austausch des ganzen Logic Board fällig.

Austauschbar ist hingegen der SSD-Speicher, allerdings handelt es sich um ein neues, proprietäres Modul – wie auch im neuen MacBook Air. Allerdings ist damit zu rechnen, dass Zubehör-Hersteller entsprechende Upgrades anbieten werden – die aber entsprechend teuer sein dürften, da die Hersteller sie speziell für das neue MacBook Pro produzieren müssen.

Besonders ärgerlich für Reparatur-Freunde ist die Integration der Lithium-Polymer-Batterie: Diese hat Apple mit dem Gehäuse verklebt, unter der Batterie befindet sich das Trackpad-Kabel. Wer also versucht, die Batterie trotz Kleber von der Oberseite des Gehäuses zu entfernen, geht das Risiko ein, dieses Kabel zu beschädigen. Einen defekten oder mit den Jahren weniger leistungsfähig gewordenen Akku auszutauschen, dürfte also sehr schwierig werden.

Auch das Display lässt sich kaum warten: Der Display-”Deckel” ist komplett versiegelt und lässt sich nicht öffnen. Sollte also das Display oder die anderen enthaltenen Komponenten – die Bluetooth- und Wi-Fi-Antennen oder auch die iSight-Kamera – einen Defekt haben, muss Apple den kompletten “Deckel” austauschen.

Bei einem Defekt des MacBook Pro mit Retina Display dürfte eine Reparatur durch Apple also sehr teuer und eine selbst vorgenommene Reparatur sehr schwierig bis unmöglich werden. Es bietet sich also an, eine Garantieverlängerung wie Apples * zu erwerben – für den Apple 349 Euro verlangt. Andere Dinge wie ein RAM-Upgrade, das bei anderen Rechnern Standard ist, sind gar nicht möglich.

Dementsprechend niedrig fällt auch die iFixit-Wertung für die Möglichkeiten der Wartung des neuen Gerätes aus: Es erhält nur einen von zehn möglichen Punkten.

Bilder: iFixit

Weitere Themen: Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog

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