Retina-MacBook Pro auf EPEAT-Liste könnte Apple noch Ärger bereiten

Florian Matthey
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Mit dem Umweltverträglichkeits-Standard EPEAT machte Apple zuletzt Schlagzeilen: Zuerst zog das Unternehmen alle Macs zurück, sorgte damit für Aufregung und entschied sich dann, die Macs doch wieder in die Liste aufzunehmen. Dass dazu auch das MacBook Pro mit Retina Display gehört, könnte Apple aber noch Ärger machen.

Retina-MacBook Pro auf EPEAT-Liste könnte Apple noch Ärger bereiten

Der Fortune-”Apple-Blogger” Philip Elmer-DeWitt widmet sich dem Thema in einem neuen Beitrag. Apple habe wohl mit der Mitteilung, jetzt doch alle entsprechend qualifizierten Macs wieder in die EPEAT-Liste aufnehmen zu lassen, versucht, das Thema hinter sich zu bringen. Der eigentliche Ärger könnte dem Unternehmen aber noch ins Haus stehen.

Zur Erinnerung: Vor einer Woche wurde bekannt, dass Apple alle Macs auf der EPEAT-Liste zurückgezogen hatte. Elektronik-Artikel-Hersteller lassen ihre Produkte in die Liste aufnehmen, wenn diese bestimmte Umweltverträglichkeits-Anforderungen erfüllen – unter anderem auch die, dass sie sich vergleichsweise einfach recyclen lassen.

Über die Gründe ließ sich nur spekulieren, allerdings erschien es wahrscheinlich, dass das MacBook Pro mit Retina Display die Recycling-Anforderungen nicht erfüllt und Apple davon ausgeht, auch zukünftige Produkte nicht mehr in die Liste aufnehmen lassen zu können. Umso überraschender war es dann, dass Apple Ende letzter Woche vermeldete, dass sich alle entsprechend qualifizierten Macs wieder auf der Liste befinden – und vor allem, dass eben auch das Retina-MacBook Pro dazu gehört.

Elmer-DeWitt verweist nun auf einen Beitrag der Electronics TakeBack Coalition, eine Organisation, die sich für Recycling-freundliche IT-Produkte einsetzt. Die Autoren Barbara Kyle erklärt das Verfahren, nach dem sich Artikel in die EPEAT-Liste aufnehmen lassen: Zunächst muss der Hersteller sein Produkt selbst anhand der EPEAT-Richtlinien bewerten. Nach Durchführung dieser Selbstkontrolle nimmt die Organisation das Gerät in die Liste zunächst einmal auf, um es dann später selbst zu überprüfen.

Kyle kann sich durchaus vorstellen, dass das Retina-MacBook Pro diese zweite Überprüfung nicht überstehen wird. Nach ihrer Auffassung verstößt das Gerät klar gegen zwei Richtlinien, denen zufolge sich das Gehäuse einfach von anderen Komponenten lösen lassen und das Identifizieren und Entfernen von Einzelteilen, die gefährliche Materialien enthalten, ohne weiteres möglich sein muss.

Das größte Problem mit dem Retina-MacBook Pro ist aber, dass Apple die Batterie fest mit dem Gehäuse verklebt hat, so dass sich diese kaum entfernen lässt. Beim Versuch, sie zu entfernen, besteht die Gefahr, dass die im Akku enthaltenen giftigen Stoffe austreten. Angesichts dessen dürfte das Gerät die EPEAT-Richtlinien eigentlich nicht erfüllen.

Elmer-DeWitt hat übrigens noch eine andere Idee, warum Apple über einen EPEAT-Ausstieg nachgedacht haben könnte: Das Beibehalten von Geräten auf der Liste koste den jeweiligen Hersteller eine nicht zu vernachlässigende jährliche Gebühr. Diese sei für Apple zuletzt am 1. Juli fällig gewesen.

Weitere Themen: Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog, EPEAT

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