MacBook Pro mit Retina Display: Testberichte

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Die Apple-Welt hat einen neuen Star. Seit der Vorstellung auf der WWDC ist das neue MacBook Pro mit Retina Display in aller Munde und bei manch Kollegen auch schon im Testlabor. Wir fassen die wichtigsten Testergebnisse für unsere Leser übersichtlich zusammen.

MacBook Pro mit Retina Display: Testberichte

Eyecatcher : Retina Display

Unzweifelhaft ist sich die Fachpresse einig: Das neue Retina Display ist DAS Alleinstellungsmerkmal des neuen MacBook Pro. Matthias Kremp von Spiegel Online beschreibt die praktischen Vorteile: „Wie beim iPad 3 profitieren Texte von der hohen Pixeldichte. Im Safari-Browser verkleinere ich Webseiten, soweit es geht, und kann die Texte trotzdem gestochen scharf lesen.“ Hält dieser subjektive Eindruck den Ergebnissen im Messlabor stand? Chip Online schreibt: „Die maximale Helligkeit liegt bei rund 270 Candela pro Quadratmeter – das alte MacBook Pro ist einen Sonnenstrahl heller. Dennoch: Damit bleibt das MBP deutlich heller als viele andere Notebooks... Die Farben werden auch dann nicht verfälscht, wenn Sie schräg auf das Display schauen.” Unterm Strich attestiert Chip Online: „Trotz der irren Auflösung ist es ein hervorragendes Display, das selbst mit einem hochwertigen Monitor mithalten kann... Ein Monitor, der 1.000 Euro kostet, ist mit großer Wahrscheinlichkeit besser, bei einem Notebook werden Sie derzeit kaum etwas Besseres finden.“

Uneins ist sich die Fachpresse dagegen bei der Beurteilung des Reflexionsverhaltens. Kollege Kremp von Spiegel Online stellt diese Eigenschaft noch verhältnismäßig positiv heraus: „Obwohl er nicht völlig entspiegelt ist, reflektiert er weniger als andere Notebook-Displays.“ Golem.de sieht dies freilich etwas anders und formuliert kritischer: „Die Aussage, dass die Reflexionen des MacBook Pro um 75 Prozent reduziert wurden, ist hingegen Mogelei. Zwar spiegelt das MacBook Pro tatsächlich weniger als die alten Pro-Modelle und ist damit auf dem Niveau der spiegelnden Macbook Air. Das liegt aber daran, dass Apple nun auf eine Doppelverglasung verzichtet.“ Bei heise online attestiert man hingegen dem MacBook Pro mit Retina Display nicht dasselbe Reflexionsverhalten wie dem MacBook Air: „Die Reflektionen sind aber längst nicht so stark reduziert wie beim MacBook Air.“ Mit anderen Worten: Wenn sich schon die Fachkollegen nicht einig sind, hilft nur der persönliche Test beim Händler des Vertrauens.

Vielfraß: Akkuleistung und Stromverbrauch

Das Display mag beeindrucken, der Stromverbrauch tut es nicht: Golem.de bemerkt lakonisch: „Das Retina-Display ist ein wahrer Stromfresser und alle Fortschritte in der Akkutechnik nutzt Apple für dieses Display.“ Fortschritte der Akku-Technologie? Diese liegen wohl vorwiegend in der Größe der Akkuzellen, golem.de weiter: „Der Akku bietet eine Kapazität von 95 Wattstunden, ist also sehr viel größer als der Akku des schwereren alten Macbook Pro mit nur 78 Wattstunden. Eine längere Laufzeit ergibt sich dadurch nicht, denn das neue Display benötigt enorm viel Strom.“ Was bedeutet dies nun für den Anwender innerhalb der täglichen Nutzung? „Wir haben nur beim Nichtstun Werte oberhalb der 7 Stunden erreicht. Bei mittlerer Helligkeit kommt das Macbook Pro Retina dann auf 7:25 Stunden.“ Beim Betrachten von Filmen ermittelten die Redakteure von golem.de Werte von 4:10 Stunden (volle Helligkeit), wer dagegen eine Runde Starcraft 2 zockt (bei voller Helligkeit), für den gehen schon nach 1:34 Stunden die Lichter aus.

CNET.de erhält jedoch einen unterschiedlichen Wert: Mit voller Akkuladung hat unser Testgerät 6 Stunden und 59 Minuten Nonstop Videos abgespielt, bevor ihm der Saft ausgegangen ist. Es ist zu vermuten, dass in diesem Falle die Helligkeit des Displays nicht bei 100 Prozent lag.

Leistung: Ein kleiner Mac Pro

Schwächen zeigt das neue Retina-MacBook nicht wirklich, die Fachpresse ist zufrieden. So CNET.de: „Laut unserer Benchmarktests läuft das neue Modell sogar schneller als die ersten Ivy-Bridge-Notebooks.“ Heise online relativiert etwas: „Die CPU-Werte des 2,6-GHz-Modells bei Cinebench 11 gerieten etwas besser als bei einem MacBook Pro 15″ 2,4 GHz der Vorgängergeneration, die OpenGL-Ergebnisse hingegen etwas schlechter.“ Spiegel Online vergleicht die Leistung gar mit einem Mac Pro: „Der Quadcore-Prozessor im Testgerät erreicht in Benchmark-Programmen ein Niveau, das etwa doppelt so hoch ist wie das des aktuellen 13-Zoll-MacBook Air (und gleichauf liegt mit einem älteren Mac Pro).“

Die Grafikleistung hängt – wie erwartet – stark von der Auflösung ab, CNET.de: „Der Wechsel von AMD-Grafikchips zu Nvidia ist ein großer Schritt. Diablo III Schon jetzt lassen sich zwar 2880 mal 1800 Pixel dort einstellen, aber mit circa 23 Bildern pro Sekunde läuft es nicht mehr ganz so flott. Heruntergedreht auf 1440 mal 900 Pixel sehen wir erfreuliche 65 fps.“

Vor allem angetan hat es den Spiegel-Kollegen die SSD und der neue USB-3-Port: „Der Systemstart ist in 14 Sekunden erledigt, die Textverarbeitung Pages steht nach einer Sekunde im Speicher, Photoshop CS3 nach drei.“ Zum neuen USB-Port schreibt man: „Jetzt flutscht eine 300 MB große Videodatei im Test binnen drei Sekunden von der Flash-Disk des MacBook auf eine externe USB-3.0-Festplatte. So machen große Datentransfers Spaß.“

Leise und warm: Hitze- und Geräuschentwicklung

Soviel Leistung erzeugt doch sicherlich jede Menge Abwärme, die durch hörbare Lüftergeräusche abgeführt werden muss – oder doch nicht? Wirklich „cool“ bleibt auch das neue MacBook mit Retina Display nicht. Chip online hat nachgemessen: „Das MacBook Pro wird unter Volllast auf der Oberseite fast 60 Grad Celsius heiß. Die Unterseite bleibt bei rund 50 Grad. Das ist kein dramatischer Unterschied zu den Vorgängern, aber wir würden stark davon abraten, das Notebook auf dem nackten Oberschenkel zu lagern.“ Gemessen wurde ebenso die Lautstärke, die Ergebnisse: „Unter Vollast summte das MBP mit 2 sone und 36,5 dB(A). Das entspricht einem sehr leisen Ultrabook. Für Spielefans haben wir noch eine Messung nachgeschoben, da uns das MacBook Pro beim Zocken doch arg anföhnte: 4,9 sone und 45,3 dB(A). Das sind typische Werte eines Gaming-Notebooks. Unsere Empfehlung: Entweder Lautsprecher aufdrehen oder mit Kopfhörern spielen.“

Golem.de drückt die Erfahrungen diesbezüglich nicht in Zahlen, aber in schönen Worten aus: „Bei ganz normalen Arbeiten ohne CPU-Last ist der Lüfter fast gar nicht hörbar. Er schaltet zwar nicht ab, aber die 2.000 U/min sind nicht wahrnehmbar.“ Zum Neudesign der Lüfter hält man fest: „Tatsächlich ist das Lüftungsgeräusch etwas angenehmer. Es sind aber vor allem die niedrige Drehgeschwindigkeit und die Trägheit des Lüftungssystems, die offenbar selbst im niedrigen Drehzahlbereich sehr gut Abwärme aus dem Gehäuse leiten können.“

Fazit

Generell ist die Fachpresse vom neuen MacBook Pro mit Retina Display sehr angetan, nicht unerwähnt bleibt aber auch der relativ hohe Preis. „So wird das neue MacBook Pro aufgrund des Preises zunächst wohlbetuchte Computer-Genießer und Multimedia-Profis anziehen, die so etwas von der Steuer absetzen können.“ so Spiegel Online.

Ähnlich golem.de: „Wer über den Preis und mangelnde Aufrüstbarkeit hinwegsehen kann, der bekommt mit dem neuen Macbook Pro ein sehr gutes und erstaunlich ruhiges Notebook im Ultrabook-Format, das in Sachen Leistung keine Kompromisse eingeht und selbst bei wenigen Minuten andauernden Lastspitzen schön leise arbeitet.“ Heise online kurz und prägnant: „Insgesamt erzeugt das MacBook Pro Retina einen starken Haben-Wollen-Reflex.“ Unkritisch, fast schon an Lobhudelei grenzend, CNET.de: „Das neue MacBook Pro mit Retina-Displays gehört zweifelsfrei zu den besten Notebooks, die es gibt.“

Wir machen es kurz: Schön, schnell und teuer – wohl bekomm’s!

Bilderquelle: Apple

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