Thunderbolt-Kabel: Chips für aktive Verkabelung erklären hohen Preis

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Als Apple am Dienstag ein eigenes Thunderbolt-Kabel präsentierte, staunten viele Beobachter über den Preis: 49 Euro sind selbst für Apple-Verhältnisse viel für ein einfaches Kabel. Ein Blick ins Innere verrät aber, dass in dem Kabel weit mehr als nur eine Kupferverbindung steckt. Erste Tests zeigen derweil, dass sich von Thunderbolt-Festplatten auch booten lässt.

49 Euro: Teuer für ein Kabel

Wer sich andere offizielle Apple-Kabel anschaut, stellt fest, dass diese zwar nicht billig, aber doch deutlich günstiger als das Thunderbolt-Kabel* sind: Das Dock-Connector-auf-USB-Kabel* und das iPod-shuffle-USB-Kabel* kosten jeweils 19 Euro, FireWire-400-Kabel* gibt es sogar ab 14 Euro.

Chips und Firmware im Thunderbolt-Kabel

In diesen Produkten steckt allerdings deutlich weniger Technik als in dem neuen Thunderbolt-Kabeln. Das berichtete zunächst die Website Ars Technica, die sich fragte, warum sich das neue Promise-Thunderbolt-RAID-System nicht einfach über ein Mini-DisplayPort-Kabel mit einem MacBook Pro oder iMac verbinden ließe. Immerhin sind doch die Anschlüsse identisch. Auf Nachfrage erklärte Promise, dass Apples Thunderbolt-Kabel ein “intelligentes” Kabel mit installierter Firmware sei. Intel erklärte der Website, dass die Kabel nur so bis zu 10 Gigabit pro Sekunde an Daten in beide Richtungen übertragen und die Abgabeleistung kontrollieren könnten.

Thunderbolt-Verbindungen funktionieren also mit aktiven Kabeln, die auch sonst für schnellere als 5-Gigabit-Verbindungen zum Einsatz kommen. An beiden Enden des Kabels befinden sich im Stecker kleine Chips zur Kalibrierung der Daten für die Reise durch das zwischen ihnen liegende Kabel. Sie verringern so einen Rauschen-Effekt, so dass noch höhere Datenverbindungen möglich werden.

Aktive Kabel auch als Schritt hin zu optischen Verbindungen

Die Reparatur-Experten von iFixit haben das Kabel auseinander genommen und im Innern die Thunderbolt-Transceiver-Chips GN2033 von Gennum entdeckt, die es dem Hersteller zufolge durch Signalverstärkung und Fehleranalyse erst möglich machen, Daten so schnell über herkömmliche und somit günstige Kupferkabel zu übertragen.

Ein Vorteil dieses Designs ist laut Ars Technica auch, dass durch die aktive Verkabelung auch die Verbindung mit optischen Kabeln über die aktuellen Thunderbolt-Anschlüsse möglich sein wird. Intel hatte für die damals als Light Peak benannte Technologie ohnehin optische Verbindungen vorgesehen, sich dann zunächst aber für Kupfer-Verbindungen entschieden. Später sollen aber auch optische Thunderbolt-Verbindungen folgen. Den Ars-Technica-Quellen zufolge werden die aktuellen Anschlüsse insofern “aufwärtskompatibel” sein.

Booten über Thunderbolt möglich – Support-Dokumente von Apple

Nach der Präsentation der jüngsten MacBook-Pro-Modelle im Februar als erste Thunderbolt-Macs gab es Spekulationen darüber, ob ein Mac auch mit Thunderbolt-Verbindung von einem externen Datenträger booten könnte. Nachdem die Promise-RAIDs mit Thunderbolt-Anschluss nun ebenso wie Apples Thunderbolt-Kabel erhältlich sind, konnte die Website AnandTech beide Produkte zusammen ausprobieren – und bestätigt, dass Booten funktioniert. Im ersten Test ließen sich Daten über die Thunderbolt-Verbindung mit fast 700 Megabyte pro Sekunde auf die RAID-Festplatten schreiben.

Apple hat derweil drei Support-Dokumente veröffentlicht, die sich mit Thunderbolt befassen. Ein Dokument verweist darauf, dass sich die beste Thunderbolt-Leistung erst nach Installation aller für die aktuellen MacBook-Pro- und iMac-Modelle erhältlichen Updates erreichen lässt. Ein weiteres erklärt, wie Thunderbolt mit Boot Camp und Windows 7 funktioniert: Unter anderem muss der Benutzer ein Thunderbolt-Gerät beim Booten von Windows schon angeschlossen haben, damit das Betriebssystem es erkennt, danach lässt sich die Verbindung aber auch trennen und wiederherstellen. Das dritte Dokument befasst sich wiederum mit dem Thunderbolt-Kabel und verrät, dass dieses mit jedem Thunderbolt-Gerät kompatibel ist und mit zwei Metern die maximale Länge für optimale Verbindungsgeschwindigkeiten erreicht.

Bilder: iFixit, AnandTech

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