MacBook Pro 2012: Kaufen oder aufrüsten?

Sven Kaulfuss
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Die Anzeichen für ein bevorstehendes, neues Modell des MacBook Pro verdichten sich. Anwender beschäftigen sich bereits jetzt mit der Frage, ob sie ihren aktuellen Mobil-Mac demnächst ausrangieren oder weiternutzen sollen. Wir sind bei der Entscheidungsfindung behilflich.

MacBook Pro 2012: Kaufen oder aufrüsten?

Schenkt man aktuellen Berichten Glauben, dann steht die Wachablösung der aktuellen MacBook-Pro-Reihe kurz bevor. Bereits Ende April könnte eine neues 15-Zoll-Modell im Air-Design und neuer CPU erscheinen, das Einstiegsmodell mit 13-Zoll-Display würde im Juni folgen. Zuvor spekulierten auch wir bereits über die Zukunft des MacBook Pro 2012. Auch wenn es derzeit natürlich noch keine Bestätigungen gibt, Anwender beschäftigen sich bereits jetzt aktiv mit der Frage: Soll ich auf das neue Modell warten, mein bisheriges MacBook Pro bei eBay oder verkaufen, weiternutzen oder gar aufrüsten?

Bestandsaufnahme: Genügt mir mein MacBook Pro?

Abgesehen von wohlhabenden „Early Adopters“, muss der „normale“ Mac-User mit seinen Ressourcen (Geld) haushalten – die Entscheidung für einen bevorstehenden Neukauf will daher gut überlegt sein. Ist man mit der bisherigen Arbeitsgeschwindigkeit des Rechners zufrieden, spricht nicht allzu viel für die Neuanschaffung. Hat man dagegen das Gefühl, dass das MacBook Pro mit angezogener Handbremse operiert, gilt es zunächst die Ursachen hierfür ausfindig zu machen. Neben einem „zugemüllten“ System, sind diese oftmals beim Arbeitsspeicher und / oder der Festplatte auszumachen.

Wie viel Arbeitsspeicher benötige ich?

Freilich: RAM kann man nie genug haben! Dennoch, zunächst sollte man überprüfen, wie viel Arbeitsspeicher man selbst, beziehungsweise die Programme im alltäglichen Gebrauch tatsächlich benötigen. Mac OS X ist dabei behilflich.

Unter Programme -> Dienstprogramme findet der Anwender die Aktivitätsanzeige. Das Programm informiert über die aktuell laufenden Prozesse und zeigt dabei u.a. die Auslastung des Prozessors und des installierten Arbeitsspeichers. Mit einem Klick auf den Reiter „Speicher“ bekommt man eine Übersicht über den freien und benutzten Arbeitsspeicher. Operiert der Mac bereits an der Grenze des installierten Speichers, könnte sich zunächst eine Aufrüstung des physikalischen Arbeitsspeichers lohnen. Dank der modularen Bauweise des aktuellen Mac Book Pro ist dies auch für Laien eine Leichtigkeit. Wie dies geht, zeigte uns Kollege Flavio bereits vor einiger Zeit in einem Tutorial.

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GIGA Tutorial - RAM Tausch beim MacBook Pro15

Garantierter Geschwindigkeitszuwachs: SSD statt Festplatte

Mittlerweile dürfte sich auch bei technisch nicht allzu versierten Anwendern rumgesprochen haben, dass SSDs (Solid-State-Drive) mit ihren rein elektronisch arbeitenden Flash-Chips, herkömmlichen Festplatten mechanischer Bauart weit überlegen sind. Besonders die aberwitzige Geschwindigkeit kann überzeugen. Erkauft wird dieser Vorteil aber auch heute noch durch einen verhältnismäßig hohen Preis in Relation zur Speicherkapazität. Den meisten Nutzern dürfte aber schon ein kleines Laufwerk mit 120 GB in der täglichen, mobilen Nutzung ausreichen – Kostenpunkt ab .

Der Tausch der bisherigen Festplatte geht ähnlich leicht über die Bühne wie beim Arbeitsspeicher. Bereits im Jahre 2009 bewiesen wir dies durch einen kurzen Praxistest. Doch was gibt es noch zu beachten?

Auch wenn (Mac) OS X Lion die Funktionalität von TRIM unterstützt, so gilt dies nur eingeschränkt für von Apple selbst verbauten SSDs. Vom Anwender nachträglich eingebaute SSDs können hiervon normalerweise nicht profitieren. Apropos: Was ist eigentlich TRIM? SSDs sind zwar schnell, allerdings erhalten diese – beziehungsweise der Controller der SSD – im Normalfall nicht die Information vom Betriebssystem ob gelöschte Speicherblöcke wieder frei zur Verfügung stehen. Im Ergebnis verringert sich so mit der Zeit die Performance der SSD. Der TRIM-Befehl behebt diesen Fehler. Alternativ besitzen moderne SSDs jedoch auch die Funktion „Garbage Collection“, die ähnlich wie TRIM eine automatische Speicherbereinigung ermöglicht. Wer dennoch nicht auf TRIM verzichten möchte, der nutze hierfür den kostenlosen TRIM Enabler – Nutzung auf eigene Gefahr!

Übrigens: Im Vorfeld sollte man mittels Time Machine ein Backup des derzeitigen Systems erstellen und später wieder aufspielen. Alternativ lohnt sich auch eine frische Installation von Lion auf die neue SSD.

Fazit: Münze werfen?

Kaufen oder Weiternutzen? Letztlich immer eine persönliche Entscheidung, die bei den meisten Nutzern auch vom Geldbeutel abhängt. Wer definitiv Ende April ein neues MacBook Pro 2012 erwerben möchte, sollte aber spätestens jetzt (sofern man die Zeit dank iPad und Co überbrücken kann) sein aktuelles Modell auf eBay oder veräußern – wer wartet dürfte bares Geld verlieren. Aber auch die kostengünstige Aufrüstung mit zusätzlichem Arbeitsspeicher und einer SSD dürfte das MacBook Pro erst mal wieder für einen langen Zeitraum beschleunigen.

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