Apple MacBook Air: Die Leichtigkeit des Seins

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Für Apple ist die Sachlage klar: Das MacBook Air dient als Prototyp für alle zukünftigen mobilen Macs. Konsequent verzichtet man u.a. auf ein optisches Laufwerk und mechanische Festplatten. Stattdessen findet man im MacBook Air ausschließlich robusten und äußerst schnellen Flashspeicher – ganz wie der Kunde ihn beispielsweise schon mit dem iPad erhält. Die Eingabe erfolgt zwar nach wie vor noch über eine normalgroße Tastatur (leider ohne Tastaturbeleuchtung), ihr zur Seite steht indes ein überdimensionales Multitouch-Trackpad, dessen Gestensteuerung mit dem kommenden Mac OS X 10.7 Lion noch mehr an Bedeutung gewinnen wird. Kurzum – ein Hauch Zukunft umweht die schicke Rechenflunder.

Modelle und Ausstattung
Prinzipiell hat der Kunde zunächst die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Displaygrößen: 11 oder 13 Zoll. Das kleine Modell übernimmt dabei den Part eines Pioniers, noch nie war ein MacBook so graziös und kompakt. Gerade mal ein knappes Kilogramm bringt es auf die Waage, dabei bietet das 11-Zoll-Display trotzdem ordentlich Platz auf dem Desktop. Im Bildschirmformat 16:9 ordnen sich 1366 x 768 Pixel an – mehr Pixel als beim vorigen Modell mit 13 Zoll Diagonale. Dieser Wert wird nur noch von der größeren Variante überboten. Über ganze 1440 x 900 Bildpunkte verfügt das 13-Zoll-Modell, mehr als das gleichgroße MacBook Pro. Dagegen ist es mit seinen 1,3 Kilogramm um mehrere hundert Gramm leichter als dieses. Einen Nachteil besitzen alle Displays: Sie spiegeln, wenn auch nicht ganz so stark wie die MacBook-Pro-Modelle, da auf die zusätzliche Glasscheibe vorm Bildschirm verzichtet wurde.

Im Gegensatz zu allen anderen Macs, setzt Apple in den MacBook Airs allein SSD-Speicher ein. Dieser besonders schnelle Festspeicher, verzichtet auf sämtliche mechanischen Teile und ist besonders widerstandsfähig. Bedauerlicherweise entscheidet sich Apple gegen eine Standardeinbaugröße von 2,5 Zoll – der platzsparende Aufbau macht dies notwendig. Doch schon kurz nach der Ankündigung wurden kompatible Speichermodule von Drittherstellern vorgestellt. Von Hause aus erhält der Anwender entweder 64 oder 128 GB Kapazität beim 11-Zoll-Modell bzw. 128 oder 256 GB beim 13-Zoller.

Schon im Vorfeld muss man sich auch für die Größe des Arbeitsspeichers entscheiden – zwei oder vier Gigabyte. Eine spätere Aufrüstung ist nicht möglich, auch hier geht Apple eigene Wege. Die Kraft beziehen alle Airs aus Intel Core 2 Duo Prozessoren mit jeweils 1,4 (11 Zoll) oder 1,86 GHz (13 Zoll). Gegen Aufpreis lassen sich im CTO-Bestellprozess die jeweiligen Spitzenmodelle mit schnelleren CPUs ausstatten: 1,6 GHz (11 Zoll) bzw. 2,13 GHz (13 Zoll). Die verhältnismäßig gering getakteten Prozessoren sollten jedoch nicht über die Leistungsfähigkeit hinwegtäuschen, denn ein besonders großer Cache vollbringt wahre Wunder und katapultiert beispielsweise das 13-Zoller in dieselbe Kategorie wie der kleinen MacBook Pros.

Auch die Grafikleistung befindet sich auf Höhe der Zeit: Die NVDIA GeFore 320M bezieht bis zu 256 MB vom gemeinsam genutzten Hauptspeicher und ist stark genug um beispielsweise selbst einen 30-Zoller mit Dual-Link-DVI anzusteuern (Adapter vorausgesetzt). Wem das interne Display zu wenig Platz auf Dauer bieten sollte, der kann dank eines Mini DisplayPorts auch größere Bildschirme anschließen. Leider gibt es Adapter für VGA, DVI oder HDMI nur gegen einen saftigen Aufpreis.

Überhaupt fallen die Anschlüsse sehr sparsam aus: Nur zwei USB-2.0-Anschlüsse hat das MacBook Air. HighSpeed-Ports wie USB 3.0, FireWire oder eSATA sind selbst gegen Aufpreis nicht zu haben. Wer statt auf WLAN auf ein kabelgebundenes Enthernet-Netzwerk angewiesen ist, bekommt zumindest optional einen passenden USB-Adapter. Als kleine Überraschung bietet das 13-Zoll-Modell einen SD-Kartenleser. Komplett weggefallen ist nun der Kensignton-Lock – mal sollte also gut auf seinen Rechenschatz aufpassen, denn an die Leine lässt er sich nicht mehr legen. Auch ein Infrarot-Empfänger ist nicht vorhanden – die Apple Remote für Front Row kann so nicht genutzt werden.

Wie eingangs erwähnt, verfügt das MacBook Air über kein optisches Laufwerk mehr – die gewollte Gewichtsreduzierung erfordert diese Maßnahme. Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, installiert neue Software entweder über das DVD-Laufwerk eines zweiten Macs oder greift zum optionalen, externen USB-SuperDrive.

Wie jeder Mac kommt auch das MacBook Air mit Mac OS X 10.6 Snow Leopard und iLife´11 vorinstalliert. Als Sicherungsmedium verzichtet Apple jedoch auf eine DVD und liefert konsequent einen winzigen, schicken USB-Stick mit – clever!

Kaufentscheidung: 11 oder 13 Zoll?
Das kleine Modell empfiehlt sich als optimaler mobiler Zweitrechner – so leicht war man noch nie mit einem Mac unterwegs. Die größere Variante mit 13-Zoll-Display hingegen dürfte aufgrund ihrer hohen Bildschirmauflösung auch als Desktop-Ersatz herhalten – da werden selbst Anwender eines Mac Book Pro neidisch.

Alternativen zum MacBook Air
Wer den höheren Preis des 13-Zoll-Modells betrachtet und die Ausstattung zum kleinen MacBook Pro zu Rate zieht, stellt fest, dass es schon immer etwas teuerer war einen besonderen Geschmack zu haben. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass ein solcher Rechenknecht ungleich schwerer ist. Wer dies nicht akzeptieren kann, für den gibt es zum MacBook Air derzeit keine Alternative. Bis vielleicht auf ein iPad, doch dieses spielt wiederum in einer ganz eigenen Klasse.

Vorteile:

  • extrem leicht
  • sehr gute Verarbeitung (Aluminium-Gehäuse)
  • sehr schneller SSD-Speicher

Nachteile:

  • kein HighSpeed-Anschlüsse (USB 3.0, FireWire, eSATA)
  • keine beleuchtete Tastatur wie in den Pro-Modellen
  • Aufrüstung so gut wie nicht möglich

Fazit
Derzeit gibt es keine schönere und elegantere Art einen mobilen Mac zu besitzen. Die Erweiterung der Produktlinie um ein 11-Zoll-Modell war sehr sinnvoll und längst überfällig. Leider bleiben auch dem aktuellen MacBook Air die Schnittstellenarmut und der verhältnismäßig hohe Preis (im Vergleich zum kleinen MacBook Pro) erhalten.


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