Das weiße MacBook: In Zukunft in Aluminium

Apples mobiler Einstiegsrechner legt derzeit einen wahrhaftigen Ausdauerlauf aufs Parkett: Seit nunmehr weit über einem Jahr ist das weiße MacBook* in seiner unveränderten Form und Ausstattung erhältlich, ein Update längst überfällig. Doch wie wahrscheinlich ist eine solche Aktualisierung überhaupt noch, könnte Apple es stattdessen tatsächlich in Erwägung ziehen das letzte „echte“ MacBook langsam sterben zu lassen?

Eine kleine Geschichte des MacBooks

Das MacBook beerbte einst im Mai des Jahres 2006 das iBook und avancierte alsbald zum meistverkauften Mac aller Zeiten. Eine Erfolgsgeschichte – unbeirrt von einigen Qualitätsproblemen wie sich plötzlich ausschaltenden Rechnern und Haarrissen im Gehäuse. In seiner Ursprungsform war das erste MacBook über drei Jahre auf dem Markt, bis zum Oktober 2009. Zwischenzeitlich erhielt es im Herbst 2008 einen Kompagnon im edlen und teueren Aluminiumkleid. Dieser Rechner war indes für höhere Aufgaben geboren, im darauffolgenden Sommer spendierte man ihm den nötigen FireWire-Anschluss und gliederte es folgerichtig in die Familie der MacBook Pros ein. Im Herbst desselben Jahres stellte Apple dann eine erneute Version des MacBooks vor: Gehüllt wie einst im weißen Polycarbonat, gerahmt jedoch im neuen Unibody-Design. Die Spezifikationen ähnelten dem kleinsten MacBook Pro, wenngleich es auf diverse Ausstattungsmerkmale verzichten musste. Die letzte, rein technische Aktualisierung dieser Modellreihe fand im Mai letzten Jahr statt – eine untypisch lange Laufzeit, erfuhr Apples mobiler Einstiegsrechner doch zuvor meist zweimal im Jahr ein entsprechendes Update.

Bedeutung des MacBooks im Apple-Portfolio

Das weiße MacBook übernimmt nach wie vor die Rolle des günstigen Einstiegsrechners unter den Macintosh-Notebooks. Gleichwohl verlor es zunehmend an Einfluss und Bedeutung. Den Einstandspreis teilt es sich nunmehr mit dem kleinsten MacBook Air und der Abstand zur Modellreihe der MacBook Pros verringerte sich zunehmend. Kunden erhalten so beispielsweise für einen geringen Aufpreis von circa 150 Euro ein hübscheres Aluminiumgehäuse, eine beleuchtetee Tastatur, FireWire 800 und mittlerweile auch den neuen Thunderbolt-Anschluss. Derzeit macht das weiße MacBook in seiner heutigen Form leider keine gute Figur mehr. Apple gerät vermehrt unter Zugzwang und versucht zum Beispiel den Abverkauf des Modells jüngst erst im Bildungsbereich durch höhere Rabatte zu verstärken. Auf lange Sicht wird Apple aber nicht umhin kommen eine Entscheidung über die Zukunft des MacBooks zu treffen, doch wie könnte diese ausschauen?

Mögliche Zukunftsszenarien

Unter genauer Betrachtung der jetzigen Situation und des aktuellen Produktportfolios, ergeben sich für Apple mehrere, mögliche Szenarien für die Zukunft das MacBooks. Folgend stellen wir diese unseren Lesern kurz vor.

Pragmatisch: Rückblickend sind derzeitige lange Produktlaufzeiten für Apple im Normalfall zwar untypisch aber nicht gänzlich unmöglich. In der Vergangenheit durchliefen der Mac mini und das erste MacBook Air ähnliche „Durststrecken“ in ihrer Entwicklung. Der Hersteller könnte sich aus welchen Gründen auch immer bewusst für eine zwischenzeitliche Aktualisierungspause entschieden haben, die im Laufe des Jahres durch ein stilles Update beendet wird. In diesem Fall würde uns das kleine weiße MacBook in der heutigen Gehäuseform erhalten bleiben, die Technik (Prozessor, Thunderbolt und Co) erbt es indes wie gewohnt vom aktuellen MacBook Pro.

Radikal: Nicht vollkommen abwegig wäre jedoch auch der Tod des MacBooks. Die Rolle des zukünftigen Einstiegsrechners würde in Zukunft vom kleinsten MacBook Air übernommen werden. Schon heute teilen sie sich denselben Preis, wenngleich sie in ihrer technischen Veranlagung nur bedingt zu vergleichen sind. Doch bedarf es überhaupt noch eines ausgewachsenen Einstieg-Notebooks? Privatanwender könnten wohl sehr gut darauf verzichten, die Wahl zwischen kleinem MacBook Air und dem größeren, aber nicht allzu teueren MacBook Pro bietet schon heut eine sinnvolle Auswahl und Alternative. Einzig im spitz kalkulierenden Bildungsbereich wäre noch Platz für ein weißes, marginal günstigeres MacBook.

Revolutionär: Eher unwahrscheinlich ist dagegen derzeit die komplette Neugestaltung des weißen MacBooks. Ein solches Re-Design würde nur Sinn machen, wenn auch gleichzeitig der Preis deutlich nach unten angepasst werden würde. Technisch durch preiswerte Komponenten zwar möglich, doch hierfür besteht bei Apple keinerlei Bedarf, schließlich meint man mit dem iPad die bessere Alternative gefunden zu haben und eine freiwillige Reduzierung der Herstellermarge zugunsten eines noch günstigeren MacBooks* ist undenkbar.

Fazit

Das weiße MacBook hat seine Schuldigkeit getan und kann gehen? Es wäre ein trauriger Abschied, dennoch würde eine Straffung des Produktportfolios Vorteile versprechen – sowohl für Käufer, als auch für Apple. Sind wir doch ehrlich: Wenn der Preis stimmt, könnte die Mehrzahl der Mac-Kunden heutzutage auch allein mit einem günstigen MacBook Air und der aktuellen Pro-Reihe gut leben. In diesem Sinne: Semper Fidelis MacBook!

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