hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit fürs MacBook (Pro): Testbericht

Produktidee und Lieferumfang
Der Gedanke ist einleuchtend: Das hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit ersetzt das interne SuperDrive und ermöglicht stattdessen die Verwendung einer zweiten Festplatte oder SSD im MacBook (Pro). Daraus ergeben sich mehrere Möglichkeiten. Preisbewusste Anwender können beispielsweise eine kleinere und günstige SSD für das System und die Programme nutzen, die eigentlichen Daten verbleiben hingegen weiterhin auf der zweiten, normalen Festplatte. Wer weniger Geschwindigkeit aber mehr Kapazität benötigt, kann selbstverständlich ebenso eine zweite Standard-Festplatte verbauen. Spielt Geld keine Rolle, spricht auch nichts gegen den Einsatz von zwei SSD-Laufwerken. Ferner ist es denkbar, auf beiden Laufwerken ein startfähiges System zu installieren – so ist der Anwender stets in der Lage, auch bei Ausfall einer Platte, weiterzuarbeiten. Genau diese Flexibilität vermisst man derzeit bei den MacBooks.

Positiv: Der Lieferumfang des hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit ist hinreichend komplett. Im Paket findet der Kunde sämtliche, für den Umbau benötigte Teile – nur eine SSD oder Zweit-Festplatte muss man noch separat erwerben. So erhält man den notwendigen Laufwerksschlitten, zwei passende Schraubendreher, ein Plastikspatel, ein externes Laufwerksgehäuse für das ausgebaute SuperDrive zur Weiterverwendung und eine gedruckte Einbauanleitung. Bevor wir uns der Installation widmen, noch ein Satz zur Kompatibilität. Das hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit lässt sich mit jedem Unibody MacBook (Pro) verwenden, auch mit der aktuellen Revision, die über einen Thunderbolt-Port verfügt.

Einbau
Vorab eine wichtige Anmerkung: Apple sieht nicht vor, dass das interne optische Laufwerk von Kundenseite ausgetauscht wird. Wer also demnach das hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit in sein MacBook selber verbaut, verspielt theoretisch seine Garantieansprüche. Ist man sich also nicht sicher, sollte man den Umbau lieber von einem autorisierten Fachmann vornehmen lassen. Auch sollte der Anwender nicht vergessen, dass bei einem etwaigen Garantiefall, vor dem Einsenden zu Apple, ein „Rückbau“ erfolgen muss.

* und griffen auf eine Intel-SSD (neue 320er Serie)
* zurück. Zunächst lösen wir den hinteren Gehäusedeckel. Aufgepasst: Apple verwendet Schrauben von unterschiedlicher Länge, man sollte sich demnach die Position dieser gut merken. Danach knipsen wir die Verbindungen der Flachbandkabel vom Logicboard ab, der beiliegende Plastikspatel ist hierfür hilfreich. Das SuperDrive wird insgesamt von drei Schrauben gehalten: Nummer Eins und Zwei befinden sich jeweils rechts und links vom Laufwerk – diese sind leicht zu finden und zu lösen. Schwieriger hingegen gestaltet sich die Entfernung der dritten Schraube, sie sitzt unter der Abdeckung für das WLAN/Bluetooth-Modul. Um heranzukommen, ist es leider notwendig das Modul ebenso zu lösen und anzuheben. Aus diesem Grund entfernen wir deshalb auch hier drei Schrauben, heben das Modul vorsichtig hoch und ziehen es mit Bedacht leicht zur Seite. Nun erblicken wir die dritte Schraube und können diese entfernen.


Nach einem Neustart formatieren wir die SSD, im Anschluss kann der Anwender nun ein System aufspielen und seine Daten migrieren. In unserem Fall erzeugten wir mit Carbon Copy Cloner kurzerhand eine Kopie des auf der Festplatte enthaltenden Systems.

Testergebnisse: Intel 320 Series Postville Refresh SSD
Wie macht sich nun eine solche schnelle SSD im MacBook bemerkbar? Die Auswahl an derartigen Laufwerken ist sehr groß, ebenso wie leider oftmals auch der Preis. Wir entschieden uns für Modell der Intel 320 Series mit 80GB, dieses fand im letzten Testbericht auf macnews.de leider keine Berücksichtigung. Verglichen wird diese SSD mit der von Apple im MacBook Pro verbauten Toshiba MK3265GSX – eine 2,5-Zoll-Festplatte mit 5400 Umdrehungen in der Minute. Als Benchmark-Tools kam sowohl XBench als auch AJA System Test (Test mit 128-MB-Datei) zum Einsatz. Um etwaige Abweichungen auszugleichen, präsentieren wird den Durchschnitt aus jeweils drei Messungen:
Intel 320 Series:
XBench: 261,88 Punkte
AJA System Test Schreibrate: 90,93 MB/Sekunde
AJA System Test Leserate: 231,6 MB/Sekunde
Toshiba MK3265GSX:
XBench: 57,82 Punkte
AJA System Test Schreibrate: 73,07 MB/Sekunde
AJA System Test Leserate: 85,73 MB/Sekunde
Es ist nicht verwunderlich, die Intel-SSD ist der Festplatte weit überlegen, allerdings entpuppt sich die Intel 320 Series Postville* nicht unbedingt als „Schreibmonster“, sondern bietet vielmehr eine enorm hohe Zugriffsgeschwindigkeit beim Lesen von Daten. Beim Systemstart indes profitiert der Anwender kaum merklich davon. Die Standardfestplatte benötigt hierfür etwas mehr als 25 Sekunden, die SSD von Intel hingegen vollbringt diese Aufgabe nur etwa eine Sekunde schneller – kaum der Rede wert. Jedoch muss man anmerken, dass es sich bei unserem Testsystem um ein jungfräuliches MacBook handelt, nur ausgestattet mit dem Betriebsystem und ohne weitere Daten. Es könnte also durchaus sein, dass im Laufe der Zeit und mit zunehmender Datenfülle die SSD dennoch einen Vorteil beim Systemstart verspricht. Doch auch SSDs können mit der Zeit durch vermehrte Speicherzugriffe an Performance verlieren. Um dem entgegenzuwirken bieten alle aktuellen SSDs die sogenannte TRIM-Unterstützung. Leider muss diese auch seitens des Betriebssystems ermöglicht werden. Mac OS X 10.6 Snow Leopard tut dies bedauerlicherweise nicht, dagegen verfügt das kommende Mac OS X 10.7 Lion darüber. Aktuell werden in der Vorabversion hingegen nur Laufwerke von Apple unterstützt, ein entsprechendes Patch ermöglicht die Nutzung von TRIM aber auch mit weiteren Laufwerken. Ob dieses auch bei der finalen Version notwendig sein wird, ist derzeit noch unbekannt. Abgesehen von TRIM, verfügen moderne SSDs aber auch über ein vom System unabhängiges Feature: Garbage Collection. Dieses sorgt ähnlich wie TRIM für eine Speicherbereinigung bei SSDS, so dass der zu erwartende Performance-Verlust begrenzt wird. Vor allem die Laufwerke von Intel sind für ein derartiges, sehr effektives System bekannt.
Vorteile:
+ Nutzung von zwei SSDs/HDDs im MacBook
+ sehr guter Lieferumfang, inkl. externes Laufwerksgehäuse für das SuperDrive
+ verhältnismäßig preiswert
Nachteile:
– Einbau erfordert etwas Geschick und Sorgfalt
– möglicher Garantieverlust des MacBooks
Fazit
Das hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit ist wirklich verdammt praktisch, ermöglicht es doch tatsächlich die Nutzung von zwei Laufwerken im MacBook. Besonders die Kombination von einer günstigen SSD zusammen mit einer hinreichend großen Festplatte für die Datenlagerung erscheint sinnvoll. Besonders erfreulich ist der Preis: 79 Euro sind im Angesicht der hinzugewonnen Funktionalität nicht zu viel. Der Einbau ist zwar zu meistern, dennoch ist es keine Übung, die man auf die allzu leichte Schulter nehmen sollte. Auch aufgrund des möglichen Garantieverlustes, sollte man deshalb im Zweifelsfall den Rat und die Hilfe eines Fachmannes suchen.
Alternativen
Ein ähnliches System gibt es bereits: Das OptiBay von MCE. Leider ist dieses mit durchschnittlich 149 Euro hierzulande wesentlich teurer, dafür existieren auch Versionen für ältere Rechner, die mit dem hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit inkompatibel sind.
hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit
Hersteller: yeebase media GbR
Preis: 79 Euro
macnews.de-Wertung: 4 von 5 Sternen
Das hardwrk SSD/HDD-Adapter-Kit wurde freundlicherweise von der yeebase media GbR zur Verfügung gestellt. Ferner bedanken wir uns bei Cyberport* für die Bereitstellung des MacBook Pro und der Intel SSD.
Sven Kaulfuss

