MacBook Pro 13 Zoll 2011: Ein erster Test

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Ob das neuerliche Update der aktuellen MacBook-Pro-Reihe* den vielen, individuellen Wünschen und Erwartungen der Anwender gerecht werden kann, mögen wir nicht beurteilen wollen. Nichtsdestoweniger verdient das neue MacBook Pro eine nähere Untersuchung der macnews.de-Redaktion. Als Testmuster stand macnews.de die Basisversion des 13-Zoll-Modells zur Verfügung – innerhalb der Reihe der Bestseller unter den MacBook Pros.

Äußere Erscheinung: Such den Unterschied
Alles so schön vertraut hier: Auf den ersten Blick gleichen sich das aktuelle MacBook Pro und sein Vorgänger wie ein Ei dem anderen. Der Kunde erhält nach wie vor das bekannte Unibody-Gehäuse aus Aluminium und auch das Display mit einer Diagonale von 13,3 Zoll und einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixel blieb unverändert. Ein Umstand der bisher für Unmut sorgt, hatten doch viele potentielle Käufer auf eine hochauflösende Variante gehofft, wie sie bedauerlicherweise allein dem MacBook Air vorbehalten ist. Ebenso unerfüllt blieb die Forderung nach einer Option auf einen nicht spiegelnden, matten Bildschirm. Wie gewohnt verbleibt diese Wahlmöglichkeit nur den 15- und 17-Zoll-Modellen.

Auch die Anschlüsse auf der linken Seite des Gehäuses überraschen zunächst nicht: MagSafe fürs Netzteil, Ethernet, FireWire 800, 2x USB 2.0 und der kombinierte Audioanschluss finden sich an gewohnter Stelle. Auch der bisherige Mini DisplayPort scheint unverändert und doch verbirgt sich dahinter eine kleine Revolution: Thunderbolt! Vormals als Light Peak bekannt, ist Apple der erste Hersteller der die neue Hochgeschwindigkeitsschnittstelle von Intel verbaut – universelle Daten sollen mit bis zu 10 Gbps übertragen werden. Apple spendierte der Schnittstelle noch die Integration des Mini DisplayPort, so dass auch entsprechende Monitore angeschlossen werden können. Aber auch die Kompatibilität zu DVI, VGA und HDMI bleibt mittels optionaler Adapter weiterhin erhalten. Denkbar sind ferner zukünftig Adapter für USB 3.0 etc., sofern Apple hier eine entsprechende Systemintegration implemtiert. Einen echten Praxistest müssen wir den Lesern indes schuldig bleiben, sollen erste Geräte mit Thunderbolt, wie beispielsweise schnelle externe SSDs, erst im Sommer erscheinen.

Ein Update erfuhr ebenso der SD-Karten-Steckplatz, dieser versteht sich ab sofort auch auf SDXC und unterstützt somit Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 64GB.

Innere Werte: Neue CPU und Grafik
Echte Neuerungen finden sich im aktuellen Modell vor allem innerhalb des Gehäuses: Neuer Prozessor, Chipsatz und Onboard-Grafik! Statt des betagten Intel Core 2 Duo verrichtet ab sofort ein Intel Core i5 mit ebenso zwei Kernen und einer Taktfrequenz von 2,3 GHz seinen Dienst. Gegen Aufpreis erhält der Kunde einen Intel Core i7 – allerdings ebenso nur als Dual-Core-Variante. Vierkernprozessoren bleiben jedoch allein den 15- und 17-Zoll-Modellen vorbehalten. Die bisherige Nvidia Chipsatz-Grafik musste einer Intel HD Grafik 3000 weichen, welche auf bis zu 384MB geteilten RAM zugreifen kann. Im Gegensatz zu den Vorhersagen, verbleibt auch das bisherige SuperDrive an Ort und Stelle. Weder ersetzte Apple dies durch eine zusätzliche SSD noch durch ein Bluray-Laufwerk – enttäuschend. Einen Blick ins Gehäuse scheute die Redaktion, verweist aber gerne auf die aufschlussreichen Beiträge von iFixit und dem Gravis-Blog.

Benchmarks: Geschwindigkeitszuwachs

Wie stark profitiert nun das kleinste MacBook Pro von den Neuerungen? Um dies herauszufinden unterzogen wir das aktuelle Modell, als auch seinen direkten Vorgänger einem Benchmark-Test unter Zuhilfenahme des Klassikers Xbench (Version 1.3). Beide Geräte verfügen über vier Gigabyte Arbeitsspeicher und nutzen Mac OS X 10.6.6. Der Benchmark wurde jeweils im Batteriebetrieb vollzogen. Folgend die Ergebnisse:

Im Gesamtergebnis obsiegt ohne große Verwunderung das neue MacBook Pro mit 169,20 zu 121,67 Punkten. Ein Blick auf die Resultate der einzelnen Teilbereiche verrät die Stärken des neuen Modells. Der Core i5 mit 2,3 GHz erreicht ganze 224,77 Punkte, der mit 2,4 GHz getaktete Core 2 Duo hingegen nur 168,97 Punkte. Doch nicht nur der Prozessor ist für das Ergebnis verantwortlich. Im Speichertest triumphiert das aktuelle Modell mit 506,63 Punkten gegenüber den schwachen 198,22 Punkten des Vorläufers. Zur Erklärung: Das aktuelle Modell darf ab sofort Module mit einer Taktung von 1.333 MHz verwenden, das alte Modell hingegen nur Bausteine mit einer Busgeschwindigkeit von 1.066 MHz. Doch auch die neue Intel HD Grafik überzeugt: Im Quartz-Grafiktest erreicht sie eine Punktzahl von beeindruckenden 278,91 Punkten, die Nvidia-Lösung dagegen nur bescheidene 147,43 Zähler. Etwas nachgeben muss die Intel-Grafik allerdings im OpenGL-Test: 134,01 vs. 152,45 Punkte. Nahezu auf demselben Niveau finden sich die beiden Festplatten (jeweils Modelle von Hitachi mit 320GB bzw. 250GB). Beide drehen mit 5400 U/Min. und gehören eher zu den langsamen Kandidaten. Ein Upgrade auf eine schnelle SSD ist also in jedem Fall empfehlenswert – vorausgesetzt der eigene Geldbeutel erlaubt dies.

FaceTime HD
Im aktuellem MacBook Pro wich der bisherigen iSight eine FaceTime-HD Kamera die – bei hoher Uploadgeschwindigkeit – Videotelefonie mit einer Auflösung von 720p erlaubt. FaceTime in der finalen Version 1.0 wird bei den aktuellen Modellen kostenlos mitgeliefert, der Rest der Anwender darf sich hingegen FaceTime für 79 Cent im Mac App Store herunterladen. Verwunderlich: Von der höheren Auflösung scheint im Übrigen auch tatsächlich nur FaceTime zu profitieren. Photo Booth beispielsweise erzeugt nach wie vor nur Aufnahmen mit VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel).

Fazit
Das aktuelle MacBook Pro in der 13-Zoll-Variante profitiert vor allem von der schnelleren CPU und der besseren Onboard-Grafik. Thunderbolt hingegen wird erst mittel- bis langfristig von Interesse bei potentiellen Käufern sein. Ansonsten aktualisierte Apple nur sehr verhalten seinen günstigen Einstiegsrechner in die Welt der Pro-Books. Unverständlich und ärgerlich bleibt die geringe Auflösung des Displays. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, wahrscheinlich möchte Apple so dem MacBook Air ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal erhalten. Besitzer eines „alten“ Modells können also beruhigt ihren Rechner weiterverwenden, ohne sich allzu sehr genötigt zu fühlen zugreifen zu müssen. Wer davon abgesehen generell überlegt ein günstiges MacBook Pro zu erwerben, kann bedenkenlos kaufen – ein guter Mobilrechner ist es immer noch.

Vorteile:
+ schnellerer Prozessor
+ bessere Onboard-Grafik
+ Thunderbolt-Schnittstelle

Nachteile:
– immer noch spiegelndes Display
– geringe Auflösung des Bildschirms
– kein Bluray-Laufwerk oder zweite Festplatte (SSD)

Apple MacBook Pro 13 Zoll 2,3 GHZ Core i5
Hersteller: Apple
Preis: ab 1.149 Euro*
macnews.de-Wertung: 4 von 5 Sternen

Hinweis: Das Testgerät wurde freundlicherweise von Cyberport* zur Verfügung gestellt.

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Weitere Themen: MacBook Pro, Zoll

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