USA erwägen Laptop- und Tablet-Verbot für Flüge aus Europa [Update]

Florian Matthey
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Müssen wir auf Flugreisen in die USA bald auf unsere Laptops und Tablets verzichten? Die US-Heimatschutzbehörde denkt offenbar darüber nach, das Handgepäck-Verbot auch auf Flüge aus Europa auszuweiten.

USA erwägen Laptop- und Tablet-Verbot für Flüge aus Europa [Update]
Update vom 29.06.2017, 9:42 Uhr:
Das US-Ministerium für Heimatsicherheit (DHS) hat am Mittwochabend beschlossen, dass alle Fluglinien die Direktflüge in die USA anbieten, stärkere Sicherheitsmaßnahmen umsetzten müssen. Dazu gehören aufwendigere Untersuchungen von Elektronik, gründlichere Passagierkontrollen, intensivere Sicherheitsverfahren rund um die Flugzeuge und in allen Bereichen, in denen sich Passagiere aufhalten. Zudem mehr Überwachungstechnik und der Einsatz von mehr Sprengstoffspürhunden. Erst wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden, dürfen Laptops und Tablets mit in die Kabine genommen werden. Da die Kontrollen in Europa aber sowieso schon erhöht sind, bleiben Notebooks auf Flügen aus Europa in die USA weiterhin erlaubt.
Update vom 18.05.2017, 14:55 Uhr: Nach einem Treffen am Mittwochabend zwischen US-Vertretern und der EU wird es nun vorerst keine Ausweitung des Verbots auf Transatlantikflüge aus Europa geben. Für Passagiere ändert sich also erst mal nichts. Laptops dürfen auf Flügen von Europa in die USA weiterhin mit in die Kabine genommen werden. Vom Tisch ist das Verbot damit allerdings noch nicht. Die USA halten sich die Option weiterhin offen.

Originalartikel vom 11.05.2017:

Laptop-Verbot für Flüge aus acht Ländern seit März

Schon die ursprüngliche Entscheidung von Ende März hatte den USA – und später auch Großbritannien – viel Kritik eingebracht: Wegen Sicherheitsbedenken entschied die US-Heimatschutzbehörde, größere elektronische Geräte im Handgepäck für Direktflüge aus der Türkei, Ägypten, Marokko, Jordanien, Saudi-Arabien, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verbieten. Letztendlich können Reisende so nur noch Handys und kleinere Geräte wie Handheld-Konsolen oder MP3-Player mit an Bord nehmen, alles andere muss ins aufgegebene Gepäck – insbesondere also Laptops und Tablets.

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Surface Laptop: Die Entwicklung des perfekten Notebooks

Anlass war offenbar ein Anschlag auf einen Airbus der somalischen Daalo Airlines im Februar letzten Jahres, bei dem wahrscheinlich eine in einem Laptop verbaute Bombe explodierte und den Attentäter tötete. Größere elektronische Geräte gelten seit langem als potentielle Tarnung für Bomben. Allerdings sorgt ein Verbot auch dafür, dass Flugreisen vor allem für Geschäftsreisende deutlich unattraktiver werden. Hinzu kommt, dass sich als Folge des Verbots deutlich mehr große Lithium-Ionen-Akkus im Gepäckraum befinden – was wiederum die Gefahr eines schwer kontrollierbaren Brandes mit sich bringt. Es handelt sich daher um eine Abwägungsentscheidung, die weitreichende Folgen haben kann.

Ernsthafte Überlegungen über Verbot für Flüge aus Europa

Dennoch scheint die Behörde ihre Strategie weiterfahren zu wollen. Und sie denkt offenbar darüber nach, sie auszuweiten: Sowohl CBS als auch The Daily Beast berichten, dass die Behörde aktuell ernsthaft darüber nachdenke, größere elektronische Geräte auch in Flügen aus Europa zu verbieten. Die Beamten würden sich aktuell wöchentlich mit Vertretern von Fluggesellschaften treffen, um diese Möglichkeit zu erörtern.

Die Behörde selbst wollte über entsprechende Pläne aktuell keinen Kommentar abgeben. Man prüfe aber ständig Sicherheitsbestimmungen und nachrichtendienstliche Informationen, um die Sicherheit von Reisenden zu garantieren. Den Informationen von CBS zufolge könnte eine Entscheidung in den nächsten Wochen erfolgen.

Quelle: CBS, The Daily Beast

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