Musik-Cloud: Labels hoffen auf Apple für Druckmittel gegen Amazon und Google

Florian Matthey
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Amazon und Google eilen mit ihren Cloud-Musik-Angeboten Cloud Player und Music voraus, bevor Apple einen ähnlichen Dienst starten konnte. Möglicherweise könnte Apple aber bald wieder die Nase vorn haben: Gerüchten zufolge soll Apples Angebot bereits in den Startlöchern stehen, eine Vorstellung könnte bereits zur Worldwide Developers Conference (WWDC) Anfang Juni erfolgen. Im Gegensatz zur Konkurrenz soll Apple dann auch die großen Musik-Labels an Bord haben.

Amazon und Google entschieden sich gegen eine Kooperation mit den Labels für ihr jeweiliges Angebot – der Benutzer kann Musik für seine Online-Festplatte, die sich dann an verschiedene Geräte streamen lässt, nicht direkt für diese Festplatte online kaufen. Stattdessen muss er sie zunächst auf seinen Rechner herunterladen oder von einer CD übertragen und dann bei Amazon oder Google hochladen. Zumindest bei Google scheinen problematische Verhandlungen mit den Labels ein Grund für diese Gestaltung des Angebots zu sein.

Die Musik-Labels selbst hoffen laut CNet News nun auf Apple: Die Rechteinhaber sind nicht glücklich über das Umgehungsmodell, das Amazon und Google gewählt haben. Immerhin bietet ihnen ein Cloud-Musik-Angebot die Möglichkeit, Alben und Songs erneut an Benutzer zu verkaufen – ähnlich wie mit solchen Musik-Fans, die sich ihre Titel zunächst auf CD und später als kostenpflichtigen Download gekauft haben, ließe sich auch mit der Bequemlichkeit der Kunden Geld verdienen. Die Labels wollen daher nun schnellstmöglich mit Apple ein Angebot starten, das dann attraktiver als die Konkurrenzprodukte wirken könnte. Mit dem Apple-Angebot im Rücken wollen sie dann Druck auf Amazon und Google ausüben, um ihnen die eigenen Konditionen wieder schmackhaft zu machen.

Dem CNet-Bericht zufolge hoffen die Labels auf eine schnelle Einigung mit Apple, um das Produkt bereits zur WWDC in San Francisco vorstellen zu können. Viel Zeit bleibt dafür nicht: Die Konferenz beginnt am 6. Juni, also in weniger als vier Wochen.

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