Schon “Along came a spider” von 2008 war ja eine Konzeptnummer und “Welcome 2 My Nightmare” nun bezieht sich auf “Welcome To My Nightmare” von 1975 – einen düsteren Reigen alptraumhafter Rocksongs, die damals Alice Coopers Solokarriere einläuteten.
Damals wie heute wurde die Platte von Bob Ezrin produziert und die neuen Songs thematisieren erneut Alpträume, doch trotzdem steht “Welcome 2 My Nightmare” nur mit einem Bein in der Zeitmaschine. Wo die Melodik und Attitüde vieler Songs geradewegs an die 70er Jahre erinnert, hängt an der Produktion kaum Staub. “What Baby Wants” z.B. ist ein Duett mit Ke$ha. Es darf gestaunt werden.
Tatsächlich besteht “Welcome 2 My Nightmare” als weitgehend eigenständige Platte, die lediglich über die Pianolinien von “Steven” und “The Awakening” eine direkte Reminiszenz zum fast titelgleichen Vorgänger zieht. Besonders auffällig ist dafür das ausgesprochen vielseitige Klangspektrum, das von straightem Rock (“We gotta get outta this place”, “Caffeine”) über Pop/Westcoast (“I gotta get outta here”) bis hin zu Jahrmarkt-Gedöns (“Last man on earth”) und Trash-Disco (“Disco Bloodbath Boogie Fever”) ein ständiges Wechselbad der Stimmungen und Gefühle einlässt.
Für Alice Cooper ist dieses immerhin unterhaltsame Durcheinander eine “Rebellion”, wohingegen der nietenbewehrte Altrocker-Fan eher irritiert reagieren dürfte. Statt Schocker-Gitarren dringen hier vorzugsweise Glam-Klänge an die Ohrmuscheln, selbst die “harten” Nummern sind relativ zurückhaltend produziert und alle Nase lang geht’s ja sowieso in ganz andere Gefilde. “Welcome 2 My Nightmare” plaziert sich irgendwo zwischen facettenreich und na ja.
Nein, langweilig wird einem hier nicht, aber so richtig ernst nehmen kann man die Platte auch nicht – zumal die meisten Tracks einfach nicht voll durchzünden und auch vom Songwriting her keine neuen “all time”-Perlen auszumachen sind. Was soll z.B. “The underture”, eine geradezu schmierige Muscial-Nummer oder “Something to remember me by”, eine platte Ballade, die sich selbst Ozzy Osbourne nur als Bonustrack trauen würde?
Was letztendlich durch “Welcome 2 My Nightmare” trägt, ist der nach wie vor bestechende Charme von Zampano Cooper, eine imageträchtige Aura verspielter Alters-Coolness und – damit eng zusammenhängend – das knuffige “name dropping” zwischen Ke$ha, Steve Hunter (bereits Gitarrist auf dem ersten “Welcome…” Album) und alten Wegstreitern à la Denis Dunaway und Michael Bruce. Alice Cooper darf ganz viel und kann selbst das grottenhässliche Albumcover mit einem breiten Grinsen retten. “Welcome 2 My Nightmare”: trotz allem natürlich Kult…mit Ansage.







