Macs im Einsatz: First1 erfindet das Quiz 2.0

Thomas J. Weiss

Die Spieleplattform First1 bringt ein Quiz ins Internet, das seinesgleichen sucht: Die Zuschauer klinken sich in eine Live-Show ein, durch die ein Moderator führt. Mitmachen kann jeder Zuschauer – und gewinnen ebenfalls, die Teilnahme allerdings kostet. Was hinter diesem Konzept steckt und welche Rolle der Mac bei der Produktion spielt, erklärt Geschäftsführer Thorsten Rauser im macnews.de-Interview.

Herr Rauser, Sie sind Gründer und Geschäftsführer der First1 Networks GmbH in Berlin und bringen Ihr erstes Produkt an den Markt, eine Quiz-Show, die live übers Internet ausgestrahlt wird: “Wie weit wirst du gehen?” Quiz-Shows gibt es im Fernsehen schon unzählige. Warum ist Ihre anders?

Im Fernsehen gab es bisher immer sehr viele Zuschauer, die sich wünschten, selbst einmal Kandidat zu sein. Bei uns ist das anders: Wir strahlen nicht nur live aus, bei uns kann jeder selbst Kandidat sein und gewinnen. Er spielt dann gegen oft mehr als 100 kluge Köpfe in ganz Deutschland. Das kann man sich zunächst nur schwer vorstellen, wer sich aber abends rechtzeitig vor 19.30 oder 21.30 Uhr einloggt, der kann sich seine eigene Meinung bilden.

Sie arbeiten in Ihrer Firma fast ausschließlich mit Macs. Wofür setzen Sie die Computer ein und warum haben Sie sich für Apple-Rechner entschieden?

Zunächst muss ich eingestehen: Es gibt drei PCs in unserer Firma und zwar im Studio, da die Software zum Aufbau der Audio-Streams uns keine andere Chance gab – wir waren jung und brauchten die Dosen.

Der Rest aber sind Macs. Die Sache fing schon 1992 an und für mich war das ein ziemlich direkter Wechsel von Amiga zu Apple Dafür musste man aber auch Opfer bringen: Es hat nicht immer nur Spaß gemacht, Macs in der Firma zu haben. Erst mit Mac OS X fing es an, richtig Laune zu machen. Dass Mac wegen Ihres hohen Wiederverkaufswerts die günstigste Lösung sind, hilft uns auch.

Ihr Quiz basiert technisch auf Adobe Flash 9 und ActionScript 3. Wie waren Ihre Erfahrungen bei der Programmierung, gab es technische Probleme?

Für uns Team steht Flash schon seit rund zehn Jahren für eine neue Art, das Web zu definieren. Und ActionScript3 gibt diesem Plug-in wirklich Power. Wir senden im Vollbildmodus und in hoher Soundqualität: plattformunabhängig, performant und hoffentlich eines Tages auch auf einem iPhone Technische Probleme gab es in rauhen Mengen: Bis wir es endlich geschafft hatten, einen synrochnen Audio-Stream zu realisieren, bei dem die Verzögerung sich auf einige Sekunden beschränkt, sind wir fast verzweifelt.

Sie bezeichnen sich selbst nicht als Software-Firma, sondern als “Sender”. Was ist der Grund dafür und wann gehen Sie denn auf Sendung?

Der Gedanke war uns am Anfang selbst fremd: Aber wir senden tatsächlich jeden Abend live aus unserem Studio in Berlin Mitte. Kurz nachdem der Notar die Fragen des Abends ausgewählt hat, bereiten wir den Audio-Stream vor und gehen ab 19:20 Uhr auf Sendung. Ein Moderator führt live durchs Programm und ruft auch Spieler per Telefon an, um sie in die laufende Sendung zu holen.

Wie lange hat die Entwicklung des Spiels gebraucht und ist Sie jetzt abgeschlossen? Was kommt danach?

Das Projekt hat mehr als zwei Jahre Vorbereitung und unglaublich viel Energie gekostet. Nicht nur unser Team, sondern auch unsere Entwicklungspartner sind mit diesem neuartigen Produkt immer wieder an Ihre Grenzen gestoßen. In den kommenden Monaten geht es nun zunächst darum, unser Produkt zu optimieren und zu stabilisieren. Noch verlieren wir im Live-Betrieb einige Prozent unserer Spieler in den Tiefen des Internets und dass wollen wir ändern.

Bei Ihrer Show geht es um Geld und die Teilnahme ist nicht kostenlos. Wovon lebt First1 und beruht Ihr Geschäftskonzept auf einer ähnlichen Idee wie der Quizsender 9Live?

Kostenlos sind nur die ersten beiden Shows. Danach fallen pro Teilnahme 1,70 Euro an, von denen 1 Euro in den Jackpot fließt. Den Rest teilen wir uns mit dem Finanzamt. Für uns sind Fairness und Transparenz sehr wichtig – und vor allem haben wir in jeder Show echte Gewinner.

Wie viel Geld kann man denn gewinnen?

Das hängt von der Zahl der Mitspieler ab. Bei 100 Spielern werden 100 Euro verteilt, im Moment sogar oft deutlich mehr. Bei 10.000 Spielern werden es eines Tages stolze 10.000 Euro sein.

Was mache ich, wenn ich mitmachen will?

Sich auf http://www.first1.de/ anmelden und sich – rechtzeitig – einigeMinuten vor Beginn des Show um 19:30 Uhr oder 21:30 Uhr einloggen. Neue Kandidaten erhalten per SMS einen Freischaltcode für zwei kostenlose Shows.

Neue Artikel von GIGA GAMES