Coldplay
Mit dem ersten Album eroberten Coldplay im Jahr 2000 die Herzen des Britpop-Untergrunds, ihr Song „Yellow“ entführte in hymnisch-melancholische Sphären und lief in den Indie-Discos auf Dauer-Rotation. Zu diesem Zeitpunkt wurden das Londoner Quartett um Sänger Chris Martin und Gitarrist Jonny Buckland noch weitgehend als Radiohead-Epigonen wahrgenommen. Das sollte sich mit dem zweiten Album „A Rush of Blood to the Head“ gewaltig ändern – Coldplay stürmten in den Charts aller großen europäischen Länder auf Platz eins. Und mit dem dritten Album „X&Y“ schafften sie 2005, was lange Jahre nur wenigen britischen Bands gelungen war – sie knackten die USA. Mit allen folgenden Alben waren sie in den Billboard-Charts und in allen großen europäischen Märkten auf den Spitzenplatz abonniert – und gehören so zu den absoluten Pop-Superstars des neuen Jahrtausends.
Dabei ist die Musik kaum eine für Superlative. Das Quartett, das seit den Anfangstagen in derselben Besetzung agiert, spielt immer noch sphärische Pop-Hymnen, inzwischen mit größerem Synthie-Einschlag, aber eigentlich durchgehend fast traditionelle Band-Musik britischer Couleur. Natürlich sind die Pop-Produktion und auch die illustren Gäste wie Rihanna oder Jay-Z ein deutlicher Schritt in Richtung Charts – Coldplay selbst sind dabei aber recht bodenständig geblieben.
Die Liste der Platin-Platten und Auszeichnungen nimmt bei Coldplay kein Ende. Im Jahr von „Viva La Vida or Death and All His Friends“ (2009) gewannen sie gleich drei Grammys, „Mylo Xyloto“ (2011) erreichte nach einem halben Jahr in mehr als 10 Ländern weltweit Platin-Status. Und wenn meine Enkel mich fragen, wie die erste Dekade des 21. Jahrhunderts klang, werden in der Antwort auch Coldplay vorkommen.
Foto: Sarah Lee / EMI