Die Ärzte: “auch” Album-Kritik – das ist kein Punkrock, sondern Ärzte-Deutschpop

Beschreibung

Das neue Ärzte-Album “auch” ist glücklicherweise nicht so schlimm, wie die Vorab-Single “zeiDverschwÄndung” befürchten ließ. Sie legen eine typische Ärzte-Platte vor – ironisch, witzig, flott, wie man es von ihnen kennt.

“Ist das noch Punkrock?”, fragen die Ärzte gleich mit dem ersten Song ihres neuen Albums, um dann selbst zu antworten: “Ich glaube nicht!” – und Fans überall im Land dürften aufatmen, wenn sie diesen Song hören. Nach der ziemlich schwachen Vorab-Single “zeiDverschwÄndung“ schwante uns allen Böses. Aber auf dem Album “auch” zeigt sich die “beste Band der Welt” wieder von der gewohnten Seite: Witzig, spritzig, mitreissend. Melodien und Texte zum mitsingen, die mal sich selbst, mal die Gesellschaft auf die Schippe nehmen. Punkrock ist das wirklich höchstens im erweiterten Sinne.

Aber was solls: Die ewigen Konkurrenten von den Toten Hosen haben zuletzt mit ihrer Single “Tage wie diese” auch eher Stadion-Krautrock fabriziert, trotz ebenfalls Wurzeln im Punk (das neue Hosen-Album erscheint übrigens Anfang Mai). Und sowieso: Wann waren die Ärzte eigentlich Punk? In den 80ern wurden sie mit Teenie-Pop bekannt, punk war höchstens der Appeal, Mit Songs über Inzest und Sodomie Tabus zu brechen – andere würden das allerdings auch als geschicktes Marketing bezeichnen.

Rock’n’Roll

Die Ärzte lassen sich davon nicht beirren, feiern ihren Deutschpop auf “auch” mit 16 Songs, singen ironisch über Hippie-Gutmenschen (“Das darfst Du”), japanische Zeitklauutensilien der 90er (“Tamagotchi”), das Balzverhalten erwachsener Menschen (“M&F”) oder den neuen Superheld “Cpt. Metal” … natürlich gibt es Längen, etwa das langweilige “Angekumpelt” oder das erwartbare “Miststück”. Und heraus fällt auch “Das finde ich gut”, das mit einer anderen Instrumentierung auch in der Schlagerparade oder auf der Unheilig-Platte auftauchen könnte.

Insgesamt ist “auch” ein solides Ärzte-Album. Fans werden es super finden – alle anderen nehmen vielleicht “Ist das noch Punkrock?” in ihre Songlisten auf, aber sonst bleibst zunächst nicht viel für die Ewigkeit.

Oder doch? Denn manchmal öffnen ja andere Zugänge die Musik, Videos etwa: Zu jedem der 16 Songs gibt es zwei Clips, produziert von verschiedenen Künstlern – das hört man auch in der Audio-Version (zumindest bei den Streams auf Youtube), die Songs sind mit diversen Sound-Effekten unterlegt. Die Videos werden dieses Wochenende in fünf deutschen Galerien vorgestellt (von Berlin bis München, hier die Orte und Termine). Ab dem 15.4. um 18 Uhr sind die neuen Videos (zwei zu jedem Song vom Album!) dann auch im Ärzte-YouTube-Channel zu sehen.

Die Ärzte: “auch” könnt ihr auf . Und ihr könnt es auch erstmal online im Stream hören, wenn ihr wollt.

Foto: Albumcover

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