Lady Gaga startet eigenes Soziales Netzwerk: LittleMonsters.com im Kurz-Test

Peer Göbel
1

Der größte Popstar der Gegenwart will jetzt auch noch Facebook und Google+ Konkurrenz machen: Lady Gaga startet ihr eigenes Soziales Netzwerk, das ab sofort unter LittleMonsters.com erreichbar ist. Und dieser Schritt ist nur konsequent. Ein erster Blick auf das Gaga-Network.

Lady Gaga startet eigenes Soziales Netzwerk: LittleMonsters.com im Kurz-Test

Keine andere Person kann auf eine solche Gefolgschaft im sozialen Netz verweisen: Lady Gaga ist bei Twitter mit 27 Millionen Followern und bei Facebook mit 52 Millionen Likes ganz weit vorne. Die meisten Staaten haben weniger Einwohner, und die Gaga-Einwohner bewohnen sowieso schon einen Raum im Netz. So ist der Schritt zum eigenen Social Network gar nicht mehr weit, um die Fans miteinander in Verbindung zu bringen und sie an sich zu binden.

Das Lady-Gaga-Netzwerk könnte bei Erfolg Schule machen – der Anbieter der Community-Plattform kündigte an, dass weitere Fan-Communitys in diesem Jahr folgen sollen. An der verantwortlichen Firma The Backplane ist nicht zufällig auch Lady Gagas Manager Troy Carter beteiligt. Aber was taugt die Seite? Ich habe mir LittleMonsters.com mal angesehen und einer Art Kurz-Test unterzogen.

Little Monsters: Elemente von Google+, Pinterest und tumblr

Um beim Gaga-Netzwerk mitzumachen, kann man sich entweder mit Name und E-Mail-Adresse anmelden, oder sich mit einem existierenden Facebook- oder Twitter-Account einloggen. Little Monsters greift dann auf die Account-Daten zu, wie immer kann man einstellen, an wen die Mitteilungen der App gehen sollen.

Auf den ersten Blick scheint das Netzwerk vertraut, mit dem schwarzen Balken oben, der an Google erinnert, zusammen mit dem Rot als Icon- und Kontrastfarbe, das ähnlich wie bei YouTube ist, und natürlich vom Aufbau her mit Logo links oben bis Einstellungen rechts oben, wo man sich als Facebook-Nutzer sofort zurechtfindet.

Little Monsters ist tatsächlich eine Art soziales Netzwerk: Man kann unter “Monsters” oder über die Suche andere Mitglieder finden, ihnen folgen und ihnen Nachrichten schicken. Jeder hat eine Profilseite, auf der persönliche Dinge dargestellt werden können. Und natürlich kann alles mögliche geliked und kommentiert werden.

Der Punkt “Media” ist quasi die Startseite: Sie folgt dem Pinterest-Prinzip: Hier können Bilder oder Videos geteilt werden, diskutiert und bewertet.

Little Monsters Media

Nach demselben Prinzip kann jeder bei “Discuss” ein Thema ansetzen oder sich an den bereits Forum-artig eröffneten Diskussionen beteiligen.

Bei “News” können die Mitglieder Links von anderen Seiten posten und ebenfalls diskutieren und voten.

Am rechten Rand werden verschiedene Chat-Rooms angezeigt, hier kann man überall einsteigen oder einen neuen eröffnen.

Der Punkt “Events” zeigt die nächsten (größtenteils Konzert-)Termine von Lady Gaga, für die dann auch Tickets gekauft werden können. Offenbar soll es auch möglich sein, eigene inoffizielle Lady-Gaga-Events hier einzutragen.

Wer sich anmeldet, folgt automatisch von Anfang an dem “Mother Monster”, Lady Gaga herself. Seit dem Launch am gestrigen Mittwoch sind dieser Zahl nach rund 100.000 Mitglieder schon registriert. Und laut ihrem Profil treibt sich die Pop-Königin tatsächlich auch in ihrem eigenen Netzwerk herum.

Das Gaga-Netzwerk: Ein Prototyp?

LittleMonsters.com bietet also mehr oder weniger das, was ein soziales Netzwerk braucht – Selbstdarstellungs- und Interaktionsmöglichkeiten, sowie eine sehr intuitive Handhabung. Was man vermisst, sind tatsächlich exklusive Inhalte von der Künstlerin selbst, und die seltsame Leerstelle: Musik. Die Seite konzentriert sich auf Bilder und Text, eine Art Listening-Room mit Fan-Remixen und Cover-Versionen gibt es nicht. Letztlich ist es eine solide Plattform, um die Fans zueinander zu bringen – aber geht auch nicht darüber hinaus. Trotzdem: Lady Gaga wird hier wieder ihrem Ruf gerecht, sich gut inszenieren zu können und mit cleveren Ideen aufzutrumpfen – ihr eigenes Social Network könnte zum Prototyp der Fan-Verwaltung im Web 2.0 werden.

Weitere Themen: Machete Kills

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz