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Madonna: “MDNA” Albumkritik – die Pop-Queen garantiert gute Popmusik

Beschreibung

Madonna ist jetzt 54. Zu alt für gute Pop-Musik? Nein, allen Unkenrufen zum Trotz. Auf ihrem zwölften Studioalbum “MDNA” macht sie das, was sie am besten kann: Pop. Wir haben schon hier auf giga.de auf ein paar der neuen Songs hingewiesen, etwa die erste Single “Give Me All Your Luvin’” (feat. Nicki Minaj), “Girl Gone Wild” und “I don’t give a”. Und wir haben mit gezweifelt, ob das denn überhaupt noch standesgemäß ist, Popmusik von einer 54 Jahre alten Frau, die sich ständig als “Girl” bezeichnet und auf Fotos und in Videos zeitlos aussieht, als sei sie irgendwo zwischen 25 und 35 – also in durchaus noch popfähigem Alter.

Das zweite große Deutungsmuster neben dem Alter ist die Madonnas Konkurrenz zu Lady Gaga. Spiegel Online basierte darauf die ausführliche Songtitel-Exegese “Jetzt wird’s aber gaga, Lady!“, und auch in diversen Songs klingt etwas die Konkurrenz zur erfolgreichsten Popkünstlerin der letzten Jahre an – etwa im Video zu “Girl Gone Wild“, das an Gagas “Alejandro” erinnert. Aber es lohnt sich, die Platte mal ohne diesen interpretatorischen Ballast zu betrachten:

Dass Madonna es dramturgisch einfach drauf hat, zeigt sie von Anfang an – einen besseren Auftakt als “Girl Gone Wild” hätte sie für “MDNA” nicht nehmen können. Zunächst erklingt in der Ferne ein sanftes Bett aus Streichern, und Madonna beichtet:

“Oh my god / I’m higly sorry for having offended thee / and I detest all my sins / because I dread the loss of heaven and the pain of hell / and most of all because I love thee / and I want so badly / to be good.”

Und dann geht’s los! “Girl Gone Wild”, ein flockiger Pop-song mit einprägsamem Beat, einfachen Melodien und der simplen Message: Whatever. Madonna inszeniert sich als Pop-Queen, als wildes “Girl” auf der Suche nach “Fun”, und es ist ihr scheissegal, was schnöselige Feuilletons oder mäkelnde Blogger dazu von sich geben. “I know I shouldn’t act this way”, räumt sie noch ein, aber: “I’m a bad girl anyway.” – Das ist alles weder neu noch sonderlich kreativ, aber es funktioniert.

Viel Hitpotenzial

Es folgen 16 Tracks, die oft zunächst hart an der Grenze der Pop-Belanglosigkeit vorbeischrammen – alles schon mal gehört, die Themen, die Beats, die Samples, die Stimme – entweder in der Chartspop-Auswahl 2011, bei Lady Gagas letztem Album oder auf Madonnas Alben der Jahrtausendwende.

Trotzdem ist da viel Hitpotenzial versammelt. “Give Me All Your Luvin’” und “Girl Gone Wild” stürmen bereits die Charts, aber es gibt noch genug Material, um uns ganz 2012 mit Madonna-Singles zu überschwemmen. “Beautiful Killer” ist so ein Lied, auch “Turn Up The Radio” oder die nervöse Ballade “Masterpiece”. Als Abschluss des Albums liefert Madonna gleich den ersten Remix von “Give Me All Your Luvin’” – LMFAO haben den “Party Rock Remix” angefertigt, Nicki Minaj rappt ordentlich rein, aber es hört sich eher an wie ein MashUp mit “Levels” des schwedischen DJ Avicii (dort runterscrollen, es gibt einige Gratis-Download-Versionen von “Levels”).

Dass Madonna eigentlich nur mit Hall zu hören ist, ihre Stimme oft genug verfremdet, alles nur noch aus der Retorte kommt, sogar z.B. bei der Ballade “Falling Fire” das verstimmte Klavier und die Streicher unverhohlen billige Keyboard-Sounds sind – geschenkt. Madonna ist eine Kunstperson – natürlich ist ihre Musik genauso künstlich. Wer sich damit abfindet, kann mit “MDNA” enorm viel Spaß haben. Madonna garantiert für gute Popmusik.

Ihr könnt das zwölfte Madonna-Studioalbum “MDNA” auf CD bestellen, , oder einfach bei . – Mittlerweile hat Madonna auch ein einziges Promo-Interview zu “MDNA” gegeben.

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