Queen: Days of Our Lives – die neue Doku [DVD-Kritik]

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Queen: Days of Our Lives – die neue Doku [DVD-Kritik]

Im Sommer 1977 platzte Sid Vicious in die Queen-Aufnahmen in den Wessex Studios. Unter demselben Dach entstanden damals das epochemachende Sex-Pistols-Album, das all das zerstören wollte, was vorher da war, und gleichzeitig zwei der größten Rock-Hymnen aller Zeiten, “We Will Rock You” und “We Are The Champions”. Freddie Mercury fragte den Sex-Pistols-Bassisten, ob er sich heute schon vor dem Spiegel ein Muster geritzt hätte – und Sid Vicious zog wütend von dannen.

Das ist nur eine der Szenen und Anekdoten, von denen die neue Queen-Doku “Days of Our Lives” erzählt. Der zweistündige Zweiteiler, ursprünglich für die BBC produziert,  enthält neue Interviews mit Roger Taylor und Brian May sowie zum Teil unveröffentlichtes Archiv-Material – wie den ersten Fernsehauftritt von Queen. Produziert von den ausgewiesenen Queen-Fans und -Experten Simon Lupton und Rhys Thomas (der in der Quiz-Show “Mastermind” zum Thema Queen den Punkterekord brach), funktioniert der Film ausschließlich über Interviews – zeigt die Band also in den eigenen Worten und den von ausgewählten anderen Wegbegleitern wie John Reid, Jim Beach oder Produzent Reinhold Mack.

Dabei entsteht ein ziemlich direktes Bild, auch von den Charakteren in der Band, von den Krisen, Schwierigkeiten aber auch Erfolgen. Der erste Teil der Doku widmet sich den Jahren 1970-1980, der zweite Teil von 1980 bis heute. Die Produzenten hatten bereits zahlreiche Queen-DVDs verantwortet und wurden nun anlässlich des 40. Bandjubiläums von der Band mit den “Days Of Our Lives” beauftragt.

Die BBC-Version, die im Mai 2011 ausgestrahlt wurde, wird auf DVD und Blu-Ray um zahlreiche weitere Features ergänzt: 7 neue Musik-Videos zeigen Outtakes und alternative Video-Versionen, Top-of-the-Pops- und Live-Auftritte; sowie ausführliche Passagen im Stil der Doku, die nicht mehr in die Fernsehversion gepasst haben – die Blu-Ray enthält ganze 59 Minuten zusätzliches Doku-Material, genaueres dazu, wie die Band zusammenkam, wie sie sich von Manager John Reid trennte, wie Made in Heaven entstand, zusätzliche Interview-Outtakes – die DVD enthält davon leider nur 20 Minuten.

“Days Of Our Lives” richtet sich natürlich an Fans, die einige neue Details, Anekdoten und Aufnahmen entdecken können (neben anderen bekannten Geschichten), ist gleichzeitig aber auch als Queen-Einstieg für allgemein Musikinteressierte spannend, da sie die Band wirklich näher bringt. Wie Elton John eindringlich davor warnt, “Bohemian Rhapsody” als Single herauszubringen, niemand würde das im Radio spielen, oder wie John Deacon nach dem Pizza-Essen seine geniale Basslinie von “Under Pressure” wieder vergessen hatte, wie das Spread-Your-Wings-Video im Garten entstand – Fans werden in die Doku eintauchen, Musikliebhaber finden ein gut erzähltes Stück Rockgeschichte.

, einen Tag nach dem heutigen 20. Todestag Freddie Mercurys. Wir gedenken dem Sänger auch mit einer Liste der “geheimen” Greatest Hits von Queen.

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