Rammstein

Beschreibung

Fragt man bei internationalen Freunden nach deutschen Bands, kennen sie meist neben den Scorpions und Kraftwerk noch das ostdeutsche Metal-Schwergewicht Rammstein. Nachdem Kult-Regisseur David Lynch 1997 zwei ihrer Songs in „Lost Highway“ verwendet hatte, traten sie auch international einen Siegeszug an. Dabei werden sie im Ausland genau dafür als Kuriosum geliebt, wofür sie in Deutschland oft kritisch beäugt werden – das harte Auftreten, die Anlehnung an Nazi-Ästhetik, die Provokation.

Offiziell 1994 gegründet, geht die Geschichte von Rammstein aber bis 1989 zurück. Der zuvor über Ungarn geflohene Richard Kruspe zog nach dem Mauerfall zurück nach Schwerin, wo er Till Lindemann kennenlernte. Die anderen Bandmitglieder kamen von der legendären DDR-Punkband Feeling B, sowie von The Inchtabokatables und Die Firma. Den Bandnamen hatten sich schon Feeling B auf einer Tour ausgedacht, nach dem Flugzeugzusammenstoß im westfälischen Ramstein, bei dem 1988 siebzig Menschen ums Leben kamen – sie hatten sich damals „Rammstein-Flugschau“ nennen wollen, das Doppel-M sei ein Schreibfehler gewesen.

Bis auf das Debüt „Herzeleid“ von 1995 erreichten alle Rammstein-Alben den ersten Platz der deutschen und österreichischen Album-Charts. Als 1997 „Sehnsucht“ mit den Singles „Engel“ und „Du hast“ seinen Siegeszug antrat, kletterte auch die erste Platte wieder in die Charts – bis auf Platz 6.

Rammstein gelten als einer der wichtigsten Vertreter der „Neuen Deutschen Härte“, sie können Fans sowohl aus der Metal-, als auch der Punk-, Gothic- und EBM-Szenen auf sich vereinen. Teil ihres Images ist auch die aufwändige Liveshow, die mit viel Feuer und Pyro-Effekten arbeitet. Textlich nimmt sich Sänger Till Lindemann geradezu klassisch Provokationsthemen vor: etwa Nekrophilie, Inzest, SM, Kannibalismus, Gewalt und Lust. Das 2009er-Album „Liebe ist für alle da“ stand für ein Jahr auf dem Index.

Eine Debatte um Rammstein löste insbesondere das Video zu „Stripped“ von 1998 aus, das Ausschnitte von Leni Riefenstahls Film zu den Olympischen Spielen 1936 zeigte. Rammstein haben sich in der Folge immer wieder von rechtem Gedankengut und Rassismus distanziert, ästhetisch und inhaltlich spielen sie aber weiterhin mit rechtsoffenen Bildern und Parolen (etwa bei „Mein Land“ von 2011).

Foto: Paul Brown / Universal

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