S.C.U.M. – “Again Into Eyes” [Review] + Video zu “Whitechapel”

S.C.U.M. – “Again Into Eyes” [Review] + Video zu “Whitechapel”

Mit der Londoner Band S.C.U.M. findet das renommierte britische Label Mute Records dieser Tage wieder zurück zu altem Glanz. Das Label, das unter anderem Acts wie Depeche Mode, Nick Cave and the Bad Seeds, Erasure, Moby oder Goldfrapp bekannt gemacht hat, wurde 2002 von der Major-Plattenfirma EMI aufgekauft. Nun hat sich Labelgründer Daniel Miller jedoch wieder selbständig gemacht und veröffentlicht fleissig tolle neue Musik. Wie jene der 5-köpfigen Band S.C.U.M., die für allem der düsteren, wavigen Seite des Labels wieder zu neuer Stärke verhelfen. Gegründet hat sich das Quintett 2008 im Süden Englands, der Name stammt vom so genannten “S.C.U.M.-Manifesto” der radikal-feministischen Autorin Valerie Solanas aus dem Jahr 1968, die darin polemisch die sofortige Abschaffung aller Männer forderte. Diese Wahl macht gleich deutlich, worum es S.C.U.M. mit ihrer Musik geht, nämlich um Zerstörung, Negativität und Radikalität, was sich schon alleine darin äußert, dass die Bandmitglieder in der Gründungsphase fast alle noch keines seiner Instrumente beherrschten. Entsprechend kantig und roh kommt der mit viel Hall und Synthesizer-Sounds angereicherte Indiesound auf ihrem Debütalbum “Again Into Eyes” daher, dass gerade erst erschienen ist und für viel Wirbel gesorgt hat.

Denn S.C.U.M. geht es anders als vielen anderen Indiebands aus den vergangenen Monaten wie z.B. Two Door Cinema Club nicht um den perfekten Sound oder gar um Tanzbarkeit (auch wenn sich einige der Stücke durchaus zum Tanzen eignen), sondern um das Schaffen von Stimmungen, von Bildern. Und so ist “Again Into Eyes” mit seinem apokalyptischen Sound genau die richtige Platte für eine Zeit, in der der Niedergang allgegenwärtig ist und die Apokalypse überall hervorblitzen zu scheint. Getragen wird der an die so genannten “Shoegaze”-Bands der Neunziger erinnernde Sound der Band vor allem von der quäkigen, andogynen Stimme von Sänger Thomas Cohen, die den Songs etwas sehr entrücktes verleiht. Kein Wunder also, das diese Band derzeit überall als Hoffnungsträger für eine neue, unkonventionelle Rockmusik gilt. Gleichzeitig ist “Again Into Eyes” in jedoch all seiner Düsterkeit und Unangepasstheit auch voller Momente der Schönheit (Streicher!) und hat etwas fast schon Exorzistisches – nach 10 heftigen Songs in kurzen 37 Minuten fühlt man sich ein wenig wie neugeboren. Genau das richtige Album also, um sich an dunklen Herbsttagen negativen Gedanken hinzugeben und dann wieder voll durchzustarten!

Hier nun das Video zur ersten S.C.U.M-Single “Whitechapel”, dem wohl hoffnungsvollsten Song auf “Again Into Eyes”. Wer in das ganze Album reinhören will, kann dies u.a. auf Amazon tun. Dort gibt es .

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