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Freitag 24.04.09
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Quo Vadis

Medienforscher Klimmt zu Gewalt in Videospielen

(Carsten) Von Dienstag den 21. bis Donnerstag den 23. April ging die Quo Vadis-Podiumsdiskussion "Die Gamesindustrie zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Gesellschaftlicher Verantwortung" in Berlin. Auf dieser war auch Medienforscher Christoph Klimmt von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der sich zum Thema „Gewalthaltige Spiele“ und „Spiele als Kulturgut“ äußerte. Die Kollegen von Eurogamer haben die wichtigsten Aussagen zusammengefaßt:

"Ein Kausalzusammenhang zwischen Winnenden und irgendeinem Spiel lässt sich nicht mit seriösen wissenschaftlichen Methoden Nachweisen und es ist auch relativ trivial. Die Idee, mit einer auf Gesellschaftsebene angesetzten Regel – 'Wir verbieten was oder schränken den Zugang zu bestimmten Medien ein' – solche exzessiven Einzeltaten verhindern zu können ist… unvernünftig."

"Der Punkt ist nur, wir können anhand vieler, vieler Studien – und da haben wir mittlerweile sehr solide und stabile Befunde – eben zeigen, dass der Gebrauch von Gewaltspielen, wenn über Jahre intensiv betrieben, im Durchschnitt einen Jugendlichen und auch einen jungen Erwachsenen nicht spurlos vorbeigeht."

"Vor allem im Bereich von aggressionsbezogenen Einstellungen, zum Beispiel der Befürwortung von Aggression zur Konfliktlösung. Man kann zeigen, dass Spielern, die viele Gewaltspiele spielen, bei Konflikten, eher aggressive Konfliktlösungsstrategien einfallen als Leuten, die sich von solchen Spielen fernhalten. Der Effekt ist minimal, aber er ist nicht etwas, wo man sagen könnte, das weiß die Forschung nicht genau."


Über das Thema „Spiele als Kulturgut“ und der damit einhergehenden Verantwortung sagte Klimmt folgendes:
[i]
"[Als Kulturgut] transportieren sie Messages. Die Art und Weise wie sie 'Inhalte' verpacken, ist nicht ohne Wirkung für die Gesellschaft da draußen. … Und ich vermisse ehrlich gesagt die Auseinandersetzung über diese Ebene von gesellschaftlicher Bedeutung. Beispielsweise: Wie werden Menschen aus dem Mittleren Osten in den meistverkauften Titeln des Genres FPS typischerweise dargestellt? Ich bin kein Political-Correctness-Fanatiker, aber der Punkt ist, wir wissen aus der Forschung über Fernsehen und Filme, dass gerade solche Angebote unglaubliche Einstellungsbezogene Wirkung entfalten, da wo man es garnicht vermutet. Nämlich dort, wo alles pure Fiktion ist."

"Ein Spielfilm im Kino, der gar nicht böse gemeint war, hat möglicherweise beim Publikum eine stärkere Wirkung auf die Einstellung des Publikums gegenüber Leuten aus dem Mittleren Osten, als man sich das gemeinhin vorstellt. Wenn sie sagen, sie sind ein Kulturgut, dann werden sie sich mit den Folgen der Geschichten der Figuren, die sie da kommunizieren stärker auseinandersetzen müssen, als sie das – nach meiner Wahrnehmung zumindest – bis jetzt tun. Wenn sie so zufrieden sind, mit den Rahmenbedingungen und der Ertragslage [in Deutschland], dann ist es Zeit Leute zu hiren, die sich mit solchen gesellschaftlichen Fragen sehr viel intensiver beschäftigen, als es bisher getan wird."[i]

QUELLE


 
 
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KOMMENTARE
 
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huedefuede2003
huedefuede2003- 24.04.09, 16:11
....tyrant-79, es ist eine hexenjagd, so gesehen ist schleisslich auch mensch ärgere dich nicht oder schach eine primitive version des killerspiels, da die dfinition so schwammig ist
 
tyrant-79
tyrant-79- 24.04.09, 15:42
bzw. müßte man alle Medien heranziehen und evtl. verbieten. Dürft´ man keine Bücher lesen, keine Games mehr zocken und´s Kino fällt dann auch flach. Mir wurscht ob nun positiv über Games geredet- oder kein gutes Haar dran gelassen wird - ich hab schon lange genug von der Hexenjagd (gibt ja vorerst doch kein Ende) und genieße einfach mein Hobby.
 
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