Designer-Legenden - Wenn aus Programmierern Promis werden

Leserbeitrag
31

(Pille) Was haben Steven Spielberg, Bob Dylan und Peter Molyneux gemeinsam? In erster Linie sicherlich einen Beruf, der sehr viel Kreativität erfordert. Wenn man einen ahnungslosen Passanten aber Fragen würde, wer nicht in die obige Reihe passt, so würde wahrscheinlich Peter Molyneux die Rolle des Außenseiters einnehmen. Denn auch, wenn diese Männer Stellvertreter der drei gewinnbringendsten Unterhaltungsbranchen Musik, Film und Gaming sind, populär sind Videospiele-Designer noch nicht.

Designer-Legenden - Wenn aus Programmierern Promis werden

Spieledesigner Cliff Bleszinski, der mit Epic gerade die Arbeiten am neuen Shooterhit “Gears of War 2″ beendet hat, hat sich in einem Interview mit der Webseite Gamasutra über die Art und Weise geäußert, wie die Gaming-Szene mit “Star-Programmierern” umgeht. Cliffy B’s Meinung nach würden Designer nicht die Annerkennung bekommen, die sie verdienen. Diese Aussagen bezog er vor allem auf die Spieleindustrie. Bleszinsky verglich die Haltung der Industrie gegenüber Spiele-Designern mit der Haltung zu Filmmachern und erklärte:

“So traurig es auch ist, In Hollywood kommst du für ein Jahr in den Filmknast, danach bekommst du die nächste Chance, um einen guten Film zu machen. Wenn du als Game-Designer einen Flop landest, will niemand je wieder von dir hören.

Bleszinski sagte zwar auch, dass Spieleentwicklung ein sehr kooperativer Prozess sei, andere kreative Branchen aber eher bereit wären individuelle Leistung anzuerkennen.

Bleszinski nannte einige Beispiele bekannter Designer wie Ken Livine, Peter Molyneux, Chris Taylor und Hideo Kojima. “Wir sollten diese Leute wirklich feiern.

Damit spricht Bleszinski ein Thema an, was mit dem Einzug der Videospiele in den gesellschaftlichen Alltag in Zukunft immer häufiger aukommen könnte. Die exszessive Verehrung von Regisseuren, Sportlern oder Musikern ist nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil – in kaum einem Jugendzimmer hängen keine Poster von Popstars. Was nicht bedeuten soll, dass Personenkult alters- oder schichtenbezogen ist, denn während Tokio Hotel und Beckham Jugendzimmer schmücken mögen, so kommt wohl keine Studenten-WG ohne ein Tarantino-Poster aus.

Bleszinskis Aussage mag eventuell in den Augen vieler Gamer nicht ganz nachzuvollziehen sein, denn besonders die von Bleszinski genannten Entwickler verfügen in der Szene schon über einen sehr hohen Popularitätsgrad und neue Games dieser Designer werden von vielen Fans unabhängig von den Bewertungen der Fachpresse sozusagen im Blindflug gekauft. Dabei hat sich auch schon das ein oder andere Mal gezeigt, dass Designer diesen Status durch ein eher mäßiges Spiel nicht sofort verlieren müssen.

Aber wie entsteht überhaupt dieser Personenkult, der inzwischen auch schon auf die Gamingszene übergreift und werden in Zukunft tatsächlich Poster der Molyneuxs und Wrights dieser Welt unsere Wände schmücken? Diesen Fragen widmen wir uns heute Abend in GIGA – The Show. Dazu live im Telefon-Interview sind bei uns Christian Schmidt, leitender Redakteur bei der Gamestar und Prof. Dr. Harald Wenzel, Soziologe und Vorsitzender des John-F.-Kennedy-Instituts an der Freien Universität Berlin.

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz