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Was ist dran am Rassismus-Vorwurf?

Ist der Rassismus-Vorwurf gerechtfertigt? Tatsache ist: Die Naturkatastrophe traf vor allem die Ärmsten der Armen und diese sind in den USA meist schwarz. In New Orleans sind allein 70 Prozent der Bevölkerung schwarzer Hautfarbe, 23 Prozent der Bevölkerung gilt als arm. Und vom Umfang des Geldbeutels ist unter anderem auch abhängig, in welchem Teil der Stadt die Menschen in New Orleans lebten. Während die wohlhabenderen Schichten sich höher gelegene Häuser leisten konnten, lebt die arme Bevölkerung in den Niederungen der Stadt, die im Schnitt zwei Meter unter dem Meeresspiegel liegt.

Eigentlich schon vor Beginn der Katastrophe wurde klar, dass nicht alle vor den Naturgewalten gleich dastehen. Der Evakuierungsplan setzte auf Mobilität. Und die wiederum haben nicht alle im gleichen Maße. Nur wer das nötige Kleingeld für den Bus oder ein Auto besaß, konnte die Region rechtzeitig verlassen. In der 500.000-Einwohnerstadt New Orleans war jedoch jeder Dritte auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Und auch eine Woche nach der Katastrophe sind es die Armenviertel, in denen die Hilfslieferungen zuletzt ankommen.

Dass die meisten Opfer der Katastrophe schwarz waren, ist ohne Zweifel der Fall. Die Frage ist, wie die langsame Reaktion der Behörden zustande kam und ob dabei mangelndes Mitgefühl gegenüber der schwarzen Bevölkerung eine Rolle gespielt haben könnte. Die Schweizer Tageszeitung “NZZ” hält den Rassimus-Vorwurf für unbewiesen. Sie schreibt: “Es zeugt von totaler Überforderung der Behörden, nicht aber von Rassismus, dass solchen Menschen nicht schneller geholfen wird. Klassen-, nicht Rassenunterschiede spielten bei den individuellen Schicksalen eine Rolle: Die wohlhabenderen Viertel wie das French Quarter, der Gartendistrikt mit seinen Villen und manche Vororte hatten das Glück, vom Hochwasser kaum berührt zu werden. In New Orleans blieben zudem meist jene gestrandet, denen die Mittel zur rechtzeitigen Flucht fehlten – ob schwarz oder weiß.”

Viele Schwarze in den USA empfinden das jedoch anders. Der Rapper Kayne West ärgerte sich besonders über die ungleiche Berichterstattung in den Medien: “Wenn man eine schwarze Familie sieht, heißt es, sie plündert. Wenn man eine weiße Familie sieht, heißt es, sie ist auf der Suche nach Essen.”

Was meint Ihr? Spielt Rassismus Eurer Meinung nach bei der verschleppten Hurrikan-Hilfe eine Rolle? Hätte man nicht schon vor der Katastrophe auch die ärmeren Menschen, ob schwarz oder weiß, evakuieren müssen? Sollte Bush für das Hilfsdesaster zur Verantwortung gezogen werden? Diskutiert mit uns und postet Eure Antworten in unseren COMMENTS-Bereich.

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