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US-Konservative wollen Wikileaks abschalten

M. Göbel
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Nachdem die Internet-Plattform Wikileaks vor zehn Tagen mit der Veröffentlichung von etwa 76.000 Dokumenten zum Krieg in Afghanistan einen Coup gelandet hat, steht sie nun selbst unter Beschuss: Mitarbeiter der vormaligen US-Regierung, die 2001 den Afghanistan-Feldzug begonnen hatte, forderten die Abschaltung von Wikileaks und die Verhaftung von Gründer Julian Assange.


Marc Thiessen, Redenschreiber des damaligen US-Präsidenten George W. Bush und des damaligen Verteidigungsministers Donald Rumsfeld nannte Wikileaks ein “kriminelles Unternehmen”, das “geheimes Material an Feinde der Vereinigten Staaten verrät”. Ein normales Medienunternehmen dürfe geheime Daten nicht ungestraft veröffentlichen, deswegen sei die Wikileaks-Aktion nichts als Spionage.

Auch Liz Cheney, die Tochter des damaligen Vizepräsidenten Dick Cheney, kritisierte Wikileaks: Assange habe Blut an seinen Händen kleben von denen, die durch seine Veröffentlichung zu Schaden kommen würden. Denn die Enthüllungen würden Al-Quaida direkt in die Hände spielen. Sie forderte Präsident Obama auf, Druck auf Island auszuüben, wo Wikileaks ihrer Meinung nach beheimatet ist. Nach eigenen Angaben hat Wikileaks seine Server kürzlich aus den USA nach Belgien verlagert.

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant ist mittlerweile in die USA gebracht worden, dort soll er vor ein Militärgericht gestellt werden. Die Behörden verdächtigen den 22-jährigen Soldaten, Wikileaks die Afghanistan-Dokumente zugespielt zu haben. Falls er schuldig gesprochen wird, drohen ihm bis zu 52 Jahre Haft.
(Bild: Wikileaks)

Weitere Themen: WE STEAL SECRETS: Die WikiLeaks Geschichte

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