Apples Ex-Werbefachmann: Samsung-Werbung auf dem Vormarsch

Ken Segall weiß wovon er spricht. Der ehemalige Creative Director von TBWA/Chiat/Day arbeitete 14 Jahre zusammen mit Steve Jobs, zeichnete verantwortlich für die Think-Different-Kampagne und ist der Geburtshelfer des “i” im iMac. Einem aktuellen Artikel seines Blogs zufolge hat Apples Werbung an Schwung verloren und muss sich momentan gegen das neuerliche Werbe-Engagement Samsungs geschlagen geben.

Apples Ex-Werbefachmann: Samsung-Werbung auf dem Vormarsch

Bisher galt ein ungeschriebenes Gesetz: Apples Marketing und Werbung war für die gesamte Branche federführend – ein goldener, unerreichter Standard. Aktuell gelte diese Feststellung nicht mehr. Kein geringeres Unternehmen als Samsung mache derzeit Apple diese Position streitig. Seiner Einschätzung zufolge sind die Südkoreaner in diesem Bereich auf dem Vormarsch, zum Leidwesen Apples.

Segall führt zwei Hauptkriterien auf:

1. Samsung nutzt zur Zeit ein wesentlich höheres Marketing-Budget. Mehr als Apple, HP, Dell – sogar mehr als Coca Cola. Als Fachmann weiß er: Ein größeres Budget beinhaltet eine höhere Erfolgschance, eine einfache Rechnung.

2. Apple steckt in seinem alten, rein auf Produkte bezogenen Werbeschema fest. Samsung hingegen traue sich etwas, hat neue Ideen. Als Beispiel benennt er die zuletzt gezeigten Werbespots beider Firmen anlässlich der Oscar-Verleihung. Bei Apple sah man altvertrautes, bei Samsung hingegen den brillant wie egozentrischen Erfolgsregisseur Tim Burton in einem erfrischenden Werbeauftritt.

Zuletzt brach Apple mit den berüchtigten Genius-Spots im letzten Jahr aus. Diese waren zwar neu, nicht aber gut. Apple stellte wenig später die Verbreitung der Werbespots ein. Auch Segall war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. In einem Interview mit GIGA gab er 2012 zu Protokoll:

Meine persönliche Reaktion war “Yikes!“. Diese Spots sind untypisch für Apple. Manche Leute sagen, sie hätten auch von einem kleinen Händler kommen können. Sie wirken wie Sitcoms. Übertriebene Schauspieler, nicht besonders gut geschauspielert. Die Inhalte sind nicht wirklich lustig.

Sie scheinen einfach nicht auf dem Apple-Niveau zu sein und ich denke, das ist, was viele Leute schockiert hat. Es gibt einige Leute, die sagen: “Nun ja, sie sollen ein anderes Publikum ansprechen“, aber ich denke, man kann dieses Publikum ansprechen und trotzdem witzig und anspruchsvoll sein.

Zum Schluss seines Eintrags gibt sich Segall dennoch versöhnlich. Bei Apple und TBWA/Chiat/Day arbeiteten zu viele schlaue Leute, als dass man sich geschlagen geben würde.

Bildquelle: Holger Eilhard/GIGA
Quelle: kensegall.com

Via Cult of Mac.

iPhone-Display kaputt? Akku zu schnell leer? Kein Problem: Display oder Akku selbst tauschen mit den Komplettsets zur iPhone-Display-Reparatur oder dem iPhone-Akku-Wechsel von GIGA & Fixxoo!

Weitere Themen: Samsung

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz