Namensgeber des iMac: Genius-Werbung ist unter Apple-Niveau (Interview)

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Am vergangenen Dienstag trafen sich im Computer History Museum (CHM) in Mountain View Harry McCracken vom Time Magazine und Ken Segall, Autor von “Insanely Simple”. Segall ist in der Apple-Welt insbesondere bekannt als Mitverantwortlicher für Produktnamen wie “iMac”. Im Rahmen des Interviews im CHM hatten auch wir Zeit für ein kurzes Gespräch mit dem Autor.

Namensgeber des iMac: Genius-Werbung ist unter Apple-Niveau (Interview)

Ken Segall war neben der Entwicklung der iMac-Bezeichnung auch an einer der bekanntesten Apple-Werbekampagnen, “Think Different“, beteiligt. Neben der Präsentation seines Buches berichtete Segall im Gespräch mit Harry McCracken einige Details zu Apple, Steve Jobs und seinen Treffen mit Apples Mitgründer.

Es ging aber natürlich nicht nur um das Buch, sondern auch um das generelle Marketing von Apple, damals und heute. Segall war seiner Zeit kein Apple-Mitarbeiter, sondern Creative Director der Marketing-Agentur Chiat\Day, die für Apple gearbeitet hat. Erst vor wenigen Tagen hatte Segall seine Meinung zu den neuen Apple-Spots kundgetan.

Ken Segall sprach am Dienstag unter anderem darüber wie man in den 90er Jahren versucht hatte Nelson Mandela für Apples Werbekampagne zu gewinnen. Der direkte Versuch, Mandela zu überreden war fehlgeschlagen, da er damals noch Präsident von Südafrika war und sich dies nicht vereinbaren ließ. Steve Jobs hatte daraufhin angeboten, bei Bill Clinton nachzufragen, ob er nicht helfen könne, Mandela zu überreden. Aber auch Clinton konnte ihn nicht überreden. Geschichten wie diese veranschaulichen wie einflussreich Jobs war.

Interview mit Ken Segall

Zwischen dem Interview mit Harry McCracken und der darauf folgenden Autogrammstunde hatten wir wortwörtlich zwei Minuten Zeit für einige kurze Fragen an Ken Segall:

GIGA: Es gab einige Diskussionen über die aktuelle Apple-Werbung. Wen will Apple mit der neuen Werbung erreichen?

Ken Segall: Es ist mir klar, was Apple mit der Werbung erreichen will. Sie wollen neue Nutzer darauf hinweisen, dass sie im Falle eines Problems zur Genius Bar gehen können, wo ihnen geholfen wird.

GIGA: Was ist Ihre Meinung zu den neuen Spots?

Ken Segall: Meine persönliche Reaktion war “Yikes!”. Diese Spots sind untypisch für Apple. Manche Leute sagen, sie hätten auch von einem kleinen Händler kommen können. Sie wirken wie Sitcoms. Übertriebene Schauspieler, nicht besonders gut geschauspielert. Die Inhalte sind nicht wirklich lustig.

Sie scheinen einfach nicht auf dem Apple-Niveau zu sein und ich denke, das ist, was viele Leute schockiert hat. Es gibt einige Leute die sagen: “Nun ja, sie sollen ein anderes Publikum ansprechen”, aber ich denke, man kann dieses Publikum ansprechen und trotzdem witzig und anspruchsvoll sein.

GIGA: Wir befinden uns mal wieder kurz vor einer “product transistion”, wie Tim Cook sie gerne nennt. Wo sehen Sie Apple in den nächsten fünf, zehn Jahren? Wie sehen Sie Steve Jobs’ Einfluss in den nächsten Jahren?

Ken Segall: Natürlich wird Steves Einfluss auch in den kommenden Jahren zu spüren sein, aber danach werden es seine Werte sein, die er in Apple eingeflößt hat und ich denke, Tim Cook und sein Team begrüßen diese und werden sie umsetzen. Daher denke ich, dass wir dank dieser Werte auch viele gute Innovationen in den nächsten fünf, zehn Jahren sehen werden.

Aber wir müssen realistisch sein, Steve Jobs war einzigartig und er kann nicht ersetzt werden. Aber ich denke, er hat seine Werte vermittelt. Die Zukunft wird verdammt gut sein.

GIGA: Sie machen sich also keine Sorgen über Apples Zukunft? Wie sehen sie Apple ohne Steve Jobs?

Ken Segall: Selbstverständlich ist der Verlust schrecklich, Steve Jobs war brillant und eine große Führungsperson. Aber Zeiten ändern sich, Unternehmen verändern sich und ich denke, er hat einen guten Job gemacht, indem er seine Werte hinterlassen hat. Ich denke Apple ist in einer guten Situation, um auch in Zukunft fantastische Dinge zu tun.

Wir danken Ken Segall für das kurze Interview. Sein Buch “Insanely Simple: The Obsession That Drives Apple’s Success” ist bei und in Apples erhältlich.

Das Interview mit Ken Segall und Harry McCracken wurde auch von KQED, einem Radio- und TV-sender aus Nordkalifornien, aufgezeichnet. Wann es verfügbar sein wird, ist bislang nicht bekannt.

(Fotos: Holger Eilhard/GIGA.DE)

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Weitere Themen: iTunes für Mac, Apple


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