Review - Inception

Leserbeitrag
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Die Filmgemeinde hat hohe Erwartungen an Regisseur Christopher Nolan. Mit Werken wie Batman Begins, The Dark Knight, Memento und The Prestige hat er bereits bewiesen, dass er zu den besten seines Fachs gehört. Nun steht mit Inception der nächste Streifen in den Startlöchern. Doch wie verhält es sich damit? Liefert Nolan uns die qualitativ hochwertige Unterhaltung, die wir bereits von ihm gewohnt sind, oder ist sein neuestes Werk eine einzige Enttäuschung?

Kinofans aufgepasst – wer sich nichts spoilern möchte, der sollte hier erst nach dem Film weiterlesen

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein Dieb. Aber weit davon entfernt ein gewöhnlicher zu sein. Denn er bedient sich an dem wichtigsten, dem intimstens eines jeden Menschen: Den Gedanken. Mit Hilfe einer kleinen Apparatur ist er in der Lage in die Träume der Menschen zu dringen und somit aus dem Unterbewusstsein wichtige Informationen und Geheimnisse zu stehlen. Als er dies jedoch bei dem hohen japanischen Tier Saito (Ken Watanabe) versucht, fliegt er auf. Anstatt Cobb aber für dieses Vorhaben zu strafen, engagiert Saito ihn und sein Team selbst. Als ”Belohnung” für die Erfüllung seines Auftrages verspricht Saito dafür zu sorgen, das Cobb wieder zu seiner Familie in die USA reisen kann, die er aufgrund eines Mordverdachts nicht mehr betreten kann. Allerdings soll er bei seinem Opfer (Cillian Murphy) keinen Diebstahl durchführen, sondern genaudas Gegenteil: Einen Gedanken einpflanzen, eine sogenannte Inception.

Was Christopher Nolan mit Inception auf die Leinwand gezaubert hat ist in seiner Komplexität schwer zu beschreiben. Vielmehr muss man es erleben. Es ist kein typischer Hollywood-Action-Blockbuster, dazu ist der Anspruch viel zu hoch. Man muss den Film mit klarem Verstand betreten. Er erfordert ständige Aufmerksamkeit und Konzentration. Dennoch tut dies dem Film keinen Abbruch. Immerhin gibt es auch eine ordentliche Portion Action und gut dosierten Witz.

Nolan weiss einfach mit seinem Publikum umzugehen. Er hält es nicht für dumm. Schritt für Schritt führt er die Zuschauer in seine Welt der Träume und Realität ohne dabei auf hochkomplizierte Dialoge oder Erklärungen zurückzugreifen.Trotz seiner eingangs erwähnten Komplexität ist alles einfach und verständlich erklärt, sofern man aufpasst. Hilfreich ist dabei auch, dass er Traumeigenschaften verwendet, die der Zuschauer aus dem ”echten Leben” kennt und somit direkt nachvollziehen kann. Bereits nach kürzester Zeit ist man in der Welt gefangen und die einzige Frage dreht sich darum, was man glauben kann und was nicht, was Realität und was Traum ist. Und genau dieses Konzept zwischen den zwei Welten und das was Nolans schliesslich daraus gemacht hat, ist das was den Film zu einem wahrlichen Meisterwerk machen. Neben dieser Grundidee ist vor allem auch das visuelle beeindruckend. Detaillierte Explosionen in Zeitlupe, Kämpfe in der Schwerelosigkeit, absurde physikalische Spielereien in den Träumen oder die einstürzenden Traumwelten – ein Fest für die Augen.

Auch schauspielerisch darf man sich auf so einiges freuen. Leonardo DiCaprio beweist in seiner Rolle einmal mehr, dass er zu den besten seiner Zeit gehört. Sein Team bestehend aus seinem treuen Partner Arthur (Joseph Gordon-Levitt), dem Fälscher Eames (Tom Hardy), der Architektin Ariadne (Ellen Page) und dem Apotheker Yusuf (Dileep Rao) können ebenfalls durchweg überzeugen.

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