Review - Modern Cut: Inception!

Leserbeitrag
5

Das Wichtigste vorweg: Dieser Science- Fiction Thriller ist eines der zweischneidigsten Werke, die ich in den letzten Jahren sehen konnte. Auf der Oberfläche zeigt er sich als ein hochstilisiert anmutender Thriller voller High- Tech in Designermode, der allein schon deswegen lange nach seines Gleichen suchen lässt. Die komplexe Struktur des Filmes hingegen wird wohl noch Jahrzehnte für Interpretationen nicht nur an Filmhochschulen sorgen, da er es schafft sein Thema derart dominant vorzutragen, so dass es schwer fallen wird, diesen Film beim ersten Mal in vollen Zügen geniessen zu können.

 

Ein Mann wird an eine Sandstrand angespühlt, um im gleichen Moment zu einem sehr alten Japaner gebracht zu werden, der diesen an seinem Kreisel erkennt. Nicht mehr und nicht weniger wird zu Beginn verraten. Erst am Ende des Filmes wird klar, dass man sich im Limbus von Dominik Cobb (Leonardo DiCaprio) befindet, und er nur gekommen ist, um Saito (Ken Watanabe), aus diesem Limbus zu befreien und somit aus der Welt der Träume in die Wirklichkeit zurück zu bringen. Unter Limbus ist eine Art Leere zu verstehen, in die man gelangt, wenn man in sediertem Zustand im Traum stirbt und nicht gleich aufwachen kann. Das Ende lässt jedoch offen, ob die Wirklichkeit, in die Cobb Saito holt, wirklich die eine Wirklichkeit ist, deren physikalische Gesetze, alle anderen Traumebenen definiert.

Cobb ist ein Mann, der für seine radikalen Ideen bekannt ist. Er ist einer der wenigen Extractors, der auch zu einer Inception fähig ist. Extractors sind spezialisierte Teams, deren Aufgabe es ist, Träumenden Informationen zu stehlen. Eine Inception hingegen ist ein Umkehrschluss. Hierbei geht es darum, dem Träumenden ein Gedanke einzupflanzen, der zu einem bestimmenden Faktor für wirkliche Entscheidungen wird. Wirklichkeit wird in Inception durch die eine Umwelt definiert, deren physikalischen Gesetze alle anderen Traumebenen beherrschen.

 

Zu Beginn befinden sie sich im Traum des japaniscchen Geschäftsmann Saito, um an eine Information heran zu kommen. Wie auch im weiteren Verlauf, ist es die Projektion seine Ehefrau Mal, die Cobb in Bedrängnis bringt, indem sie die Extraction aufdeckt. Projektionen sind Repräsentationen von Personen, die im Unterbewusstsein gespeichert sind, und im Traum wirkliche Handlungen ausführen. Die Extraction wird entdeckt und Saito muss übermannt werden, nur um herauszufinden, dass es sich um einen Traum im Traum handelte. Die eigentliche Gegenwart ist ein Zug in Japan, in dem sich Saito befindet. Saito hatte die Extractors um Cobb jedoch erwartet. Zur Strafe wird der Architekt des Traumes an den Auftraggeber übergeben, da diesem der entscheidende Fehler unterlaufen ist.

Saito versucht nun Cobbs für einen Auftrag zu gewinnen. Er will das Unmögliche- eine Inception. Die Schwierigkeit bei einer Inception besteht darin, dass der Verstand sich des Ursprungs eines Gedankens immer sicher sein muss. Ist er es nicht, folgt auch keine wirkliche Entscheidung. Ziel der Inception ist der Sohn eines Energiemagnatens und schärfsten Konkurrenten- Robert Fischer. Dieser soll dazu gebracht werden, dass Firmenimperiums seines Vaters aufzugliedern. Im Privatjet denkt Cobbs über die Inception nach und an die Person mit der er diese bereits einmal mit verheerenden Ausgang durchgeführt hatte- seiner verstorbenen Ehefrau Mal.

 

Da er durch die USA wegen Verdachts auf Tötung seiner Frau gesucht wird, kann er seine Kinder nicht mehr sehen. Davon fast schon wie besessen, sucht er seinen alten Mentor Miles (Michael Caine) auf. Er will diese Inception durchführen und braucht dazu einen neuen Architekten. Miles stellt den Kontakt zu einer seiner begabtesten Studentinnen her. Nachdem Ariadne einige Tests bestehen musste, wird sie mit der Traumwelt, so wie Cobbs sie zu nutzen versteht, bekannt gemacht. Sie soll den Traum entwerfen, den Robert Fischer mit Unterbewusstsein in Form von objektivierten Projektionen anfüllen soll. Auch wird ihr klar gemacht, dass Träume bei derartigen Dingen nie aus eigenen Erinnerungen bestehen dürfen, da sonst der Träumende merkt, dass es nicht sein eigener Traum ist.

In Mombasa trifft Cobbs aus seinen alten Bekannten Eames (Tom Hardy),einem Fälscher, der es nur zu gut versteht, sich als jemand Anderes in der Traumwelt auszugeben. Er ist es, der den Kontakt zu dem Chemiker Yusuf (Dileep Rao) herstellt, und Cobb die Idee näher bringt, dass eine Inception nur dann wirklich erfolgreich ist, wenn die Beziehung Robert Fischers zu seinem Vater thematisiert wird. Dadurch soll die Geschäftsidee zu einem Gefühl werden, um so eine Entscheidung zu Gunsten Saitos zu erreichen. Cobbs Überzeugung ist es, dass nur eine positive emotionale Reaktion dazu in der Lage ist. Robert Fischer muss durch die Beziehung zu seinem Vater so überzeugt werden, dass er die Aufsplittung des Firmenimperiums als etwas Zufriedenstellendes ansieht. Zu dieser Überzeugung gelangt Fischer dann später auch in dem ersten Traumlevel, also auf dem Level, durch die die Konflikte verursacht wurde. Es ist das Level auf dem eine weitere Expansion verhindert wurde. Zudem werden die drei Traumlevel besprochen. Dabei ist die dritte Traumebenen, die langsamste und somit die dominante Ebene. Auf dieser Ebene soll die Inception stattfinden. Die zweite Ebene dient dazu , Fischer zu überzeugen, dass er sich wirklich in einem Traum befindet. Es ist die Ebene, auf der die Extractors Robert Fischer ins Team holen werden, weil er etwas gut machen will, indem die Projektion Brownings dazu verwendet wird, ihn in den Steitfall mit seinem Vater zu verwickeln. Das erste Level dient dazu, die Projektionen so zu platzieren, das Konflikte entstehen. Es ist die Ebene, die Problematiken thematisieren soll. Dazu soll die Feindseligkeit, die Robert Fischer seinem Vater gegenüber hegt, durch den Berater Browning (Tom Berenger) zur Sprache kommen. Es ist die Ebene von Freundschaft und Feindseligkeit.

Erstes Level:

New York- Robert Fischer nimmt sich ein Taxi- In dem Taxi sitzen die Extractors- Ein Zug rollt durch die Strassenschluchten- Geraten in die ersten Schiessereien mit Fischers Sicherheitsprojektionen- Saito erleidet eine Schussverletzung- Eames gibt sich als Browning aus, um das Verhältnis Robert Fischer zu seinem Vater zu emotionalisieren- Die positiven Aspekte werden in den Vordergrund gestellt- – Dazu wird er gezielt in Bedrängnis gebracht- Er soll, um seine Haut fürchten- Die Extractors sitzen jedoch selbst in der Falle, da sie von den Sicherheitsprojektionen umstellt werden – Cobb muss sich vor Araidne für den Zug erklären- Sie fliehen mit einem Van- Im Van und mit Robert Fischer im Auto beginnen sie dann das zweite Traumlevel.

 

Zweites Level:

Robert Fischer sitzt an der Bar eines Hotels- Cobb erschleicht sich das Vertrauen von Robert Fischer, indem er ihm erklärt, dass sie sich in seinem Traum befinden.

 

Erstes Level:

Die Verfolgungsjagd zwischen dem Chemiker Yusuf und den Sicherheitsprojektionen wird immer heftiger- Yusuf ist der einzig wache Extractors auf Level 1.

 

Zweites Level:

Robert Fischer soll dazu gebracht werden, seinem Vater zu Gute, ein drittes Level auf Seiten der Extractors zu bestreiten- Cobb mach Fischer klar, dass es sich dabei um eine Extraktion handelt, um Informationen aus Browning heraus zu holen, da die Projektion Brownings gesteht hinter der Entführung auf Level 1 zu stehen.

 

Drittes Level:

Eine Bergfestung umgibt das Schlafzimmer, in dem Maurice Fischer mit seinem neuen Testament liegt- Dieses Testament sieht die Zerschlagung seines Firmenimperiums vor, nur damit Robert sein eigenes Leben erhält.

Im Folgenden wird immer wieder zwischen den verschiedenen Traumebenen gewechselt. Level 1 besteht aus einer Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagd. Level 2 befasst sich mit der Schwerkraft und Level 3 mit dem Thema ”dominanter Gedanke”.

 

Als auch Robert Fischer auf Level 3 erschossen wird. Muss Cobb zusammen mit Araidne in seinen Limbus herabsteigen. In diesem Limbus werden die beiden von Mal, Cobbs Exfrau, erwartet. Diese versucht, Cobb wie schon in den vorherigen Einblendungen von mehreren Wirklichkeiten zu überzeugen. Cobb widersetzt sich, indem er an der Idee eine physikalischen Wirklichkeit haften bleibt.

 

Nun werden auf den unterschiedlichsten Ebenen, die Kicks vorbereitet. In Level 1 setzt der Van auf das Wssser auf und ist somit der Kick für Level 2. Durch den freien Fall in einem Aufzug, konnten die Extractors in Level 2 geerdet werden. Der Aufschlag des Aufzugs ist der Kick für Level 3. Am Ende der Inception wachen alle Extractors in dem Flugzeug auf und die Inception ist komplett.

Das Fazit zum Film: Inception ist ein cleveres Stück Machart, der es schaffen könnte etwas Geniales an sich zu haben. Er schöpft gekonnt aus Aktuellem und zeigt gleichzeitig eine Möglichkeit auf, wie es sein könnte. Ob dieser Film etwas Wirkliches an sich hat, wird sich zeigen. Bis dahin ist dieser Film clever, aber nicht genial, gemessen an der Mehrzahl der Filme aber unverschämt gut. Mercy, Christopher Nolan!

 

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