Review - Das A-Team

Leserbeitrag
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Joe Carnahans Neuinterpretation der Kultserie der 80er Jahre sorgte für viel Wirbel im Voraus. Fans des Originals befürchteten, dass der Film zu sehr von der Vorlage abweichen würde. Doch keine Sorge – die Bande rund um Liam Neeson trägt ihren Namen zu Recht.

Die Handlung des Films dreht sich um eine vierköpfige Militäreinheit, wie sie durchgeknallter und verschiedener nicht sein könnte: das Alpha-Team, auch gennant A-Team. Während sie versuchen an gestohlene Druckplatten einer Gelddruckmaschine heranzukommen, fallen die vier einem Hinterhalt zum Opfer, der sie ihren Dienstgrad und zehn Jahre ihres Lebens kostet – zumindest offiziel. Denn wie wir Hannibal (Liam Neeson) kennen, hält es ihn nicht lange hinter Gittern. Der Kopf des Teams schafft es auszubrechen und seine Truppe neuzuformieren, die das zu Ende bringen will, was sie angefangen hat, um letztendlich ihre Anerekennung und ihre Dienstmarken zurückzuerobern.

So kennen wir sie

Dabei schafft es ”Das A-Team”, eine seriöse und einigermaßen interessante Handlung mit dem Witz und Charme der Serie zu vereinen, und noch eine gehörige Portion Action draufzusetzen. Das gelingt nicht zuletzt dank der sehr guten Hauptbesetzung. Vor allem Bradley Cooper (”Face”) spiegelt die Originalfigur von Dirk Benedict nahezu perfekt wieder, auch wenn er meiner Meinung nach für einen Film, der mit der Silbe ”Team” endet, etwas zu oft im Bild ist. Das gehört zwar unter die Kategorie ”kleinere Mängel”, aber auch größere gibt es im Streifen leider zu Genüge.

Zunächst wäre da das ca. 20-minütige erste Segment des Films. Zwar werden dem Zuschauer darin die Charaktere nähergebracht, allerdings geschieht das in einer Handlung, die mit dem Rest des Films nicht das Geringste zu tun hat. Hier und da gibt es kleinere Anspielungen auf das überlange Intro, allerdings hätte man das über Rückblicke besser lösen können. Eine Charaktervorstellung, die getrennt von der Haupthandlung des Films stattfindet, ist nie die Optimallösung.

Weniger ist mehr

Optimal wäre es auch gewesen, wenn man versucht hätte, nicht so viel wie nur irgend möglich in den Film reinzupacken. ”Das A-Team”, als Franchise, lebte schon immer von der Symbiose von Action und Komödie, nie von großen Überraschungen oder Gewissensfragen der Charaktere. Sicher, gut umgesetzt sind diese Dinge immer gern gesehen. Letzten Endes waren 110 Minuten Film aber anscheinend nicht genug um das zu realisieren. Während letzteres dank mangelnder Erklärung absolut aufgesetzt wirkt, verkompliziert ersteres den Plot nur unnötig, und das ohne die Handlung in irgendeiner Form zu bereichern. Das einzige wozu dieser vermeindliche ”OMG-Moment” führt, ist eine weitere unnötige Komponente in einer späteren Actionszene.

Lieber hätte man auf oben genanntes verzichtet, um sich darauf zu konzentrieren, das Wesentliche im Film besser umzusetzen. Das Pläneschmieden war schon immer einer der Höhepunkte der Serie, und auch hier sind die geistigen Ergüsse schön in Szene gesetzt. Aber ”schön in Szene gesetzt” heißt nunmal nicht, dass sie gut durchdacht sind. Verwirrung, Ablenkung und Aufteilung als Schlüssel zum Sieg über einen ganz bestimmten Menschen darzustellen ist schon merkwürdig genug; in etwa als sage man das besondere am Apfel wäre, dass man ihn essen kann. Aber diese Logik dann mit einer Selbstverständlichkeit zu inszenieren, und das als cineastische Meisterleistung darzustellen, was im Grunde genommen nicht mehr als eine fragwürdige Schreiberleistung ist, treibt das Ganze noch auf die Spitze.

Augen zu und durch!

Doch genug des Kritisierens und Besserwissens, ”Das A-Team” hat genug zu bieten, um über seine Fehler hinwegzusehen. Die Hauptbesetzung fängt den Geist des Originals gut ein, und jeder Charakter hat Momente, in denen er mit seinen speziellen Fähigkeiten glänzen kann. Aber auch Nebenfiguren wie die verdeckt ermittelnde Agentin Charissa Sosa (Jessica Biel), die den Protagonisten ein ums andere Mal in die Quere kommt, können überzeugen. Eines meiner persönlichen Highlights waren jedoch die Dialoge, die in den hervorragend inszenierten Actionsequenzen für die nötige Stimmung sorgen, und in ruhigeren Szenen dem Publikum die Charaktere durch scheinbar belanglose Gesprächsthemen näher bringen.

Fazit:

Letzten Endes ist ”Das A-Team” voll von Momenten, an die sich der Zuschauer noch lange zurückerinnern wird – seien es die Over-The-Top-Actionszenen wie etwa der fliegende Panzer oder unvergessliche One-Liner wie: ”Wo geht’s denn bitte nach Frankfurt?” Als Gesamtwerk betrachtet hat der Film jedoch leider seine Schwächen, die auch nicht immer zu kurz kommen, aber wer in’s Kino geht um das zu erleben, was er schon an der Serie liebte, wird nicht enttäuscht werden. Der Witz und Charme des Originals sind immer noch vorhanden, und die Story ist zumindest interessant genug, um ohne das Auftreten von Langeweile von einem Effektfeuerwerk zum nächsten überzuleiten.

Fans der Serie und andere Freunde der gepflegten Actionkomödie können mit dem neuen A-Team nichts falsch machen.

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