Der letzte Tempelritter - Filmkritik: Das Rätsel des schwarzen Todes

Leserbeitrag
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Regie: Dominic Sena
Darsteller: Nicolas Cage, Ron Perlman, Stephen Campbell Moore.
Laufzeit: 95 Minuten
Start: 24. März 2011 Nicolas Cage wandelt mit seiner mittelalterlichen Hexenjagd auf dem schmalen Grat zwischen triumphalem Trash und tragischem Totalausfall. Als kalauernder Kreuzritter geht er zusammen mit Gesichtsphänomen Ron Perlman dem Geheimnis einer mysteriösen Pestilenz nach. Ob die beiden wohl die Balance halten können?

Der letzte Tempelritter - Filmkritik: Das Rätsel des schwarzen Todes

Die ersten Minuten von “Der letzte Tempelritter” sind ein großer Spaß. Obwohl dem Film offensichtlich das nötige Budget für monumentale Schlachtengemälde fehlt, präsentiert uns Regisseur Dominic Sena (“Passwort: Schwertfisch”, “Nur 60 Sekunden”) überraschend selbstbewusst gleich mehrere davon. Mit Hilfe von schlechten Computereffekten, lächerlichen Kostümen und vielen geklauten Einstellungen tut “Der letzte Tempelritter” einfach so, als sei er ein gewaltiger Historienfilm.

Mit diesem erfrischenden Dilettantismus führt der Film auch seine Helden ein. Die Dialoge zwischen den kauzigen Kreuzrittern Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) verfehlen nur knapp das Niveau von “Zwei Nasen tanken Super”. Die beiden lassen angesichts der schrecklichen Gräueltaten um sie herum zudem jegliche Ernsthaftigkeit vermissen und beschäftigen sich lieber mit ihrem Dasein als dicke Kriegskumpel.


Eine einführende Szene im weit entfernten Heimatland zeigt derweil noch eine improvisierte Hexenprobe, die in ihrer rumpeligen Machart irgendwo zwischen der “Armee der Finsternis” und der berühmten Hexen-Rechtsprechung aus “Monty Python und der Heilige Gral” liegt. Die ironische Distanz, mit der “Der letzte Tempelritter” dabei zu Werke geht, ist der Stoff, aus dem die guten Trashfilme sind.

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